Mit dem ÖV zur BUGA in Heilbronn

Am 17. April 2019 öffnet die Bundesgartenschau in Heilbronn (BUGA) ihre Tore. Umfangreiche Infos zur Anreise finden sich auf der BUGA-Webseite. Wer die BUGA mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen will, kann dazu innerhalb des HNV kostenfrei die BUGA-Tageskarte nutzen. Inhaber einer BUGA-Dauerkarte zahlen jeweils den halben Preis mit einem Kinderfahrschein. BUGA-Kombi-Tickets (Erwachsene, Junge Erwachsene, Senioren) können auch am DB-Fahrscheinautomaten, in DB-Reisezentren/-Agenturen und als Online-Ticket sowie über die App DB-Navigator mit dem HNV-Angebot als Handy-Ticket gelöst werden. Am BUGA-Eingang werden diese in reguläre BUGA-Eintrittskarten umgetauscht. Details dazu findet man auf der HNV-Webseite. Mit Wirkung zum 1. April 2019 hat der Landkreis Heilbronn als Aufgabenträger zudem einige Bus-Fahrpläne angepasst. Alle durch die Heilbronner Bahnhofstraße fahrenden Regionalbuslinien aus Richtung Schozach/Bottwartal, Zabergäu und Erlenbach halten während der BUGA auch an der Haltestelle Neckarturm/Buga in unmittelbarer Nähe zum BUGA-Eingang bei der Experimenta. Der VCD begrüßt das und schlägt vor, diesen wichtigen Halt in der Innenstadt auch nach der BUGA aufrecht zu erhalten. Weiterlesen

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Mobilitätspakt: Mehr Busse, bessere Verbindungen, engere Takte

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Winterliche Idylle am Neckarsulmer Bahnhof West: Die Linie 94 verbindet Obereisesheim mit dem Spaßbad Aquatoll. Aus dem Landkreis ist das Aquatoll jedoch per Bus nicht erreichbar. ©SCRITTI

Im Rahmen des Mobilitätspakt für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm, bei dem allerdings offiziell weder Fahrgastvertreter noch ADFC oder VCD beteiligt sind, hat der VCD bereits ein Konzept für Verbesserungen im Schienenverkehr nördlich von Heilbronn und eine gerechtere Bedienung der Anliegerkommunen insbesondere im Neckartal erarbeitet. Auch im Busbereich fordert der VCD seit Jahren Verbesserungen und hat entsprechende Vorschläge den verantwortlichen Aufgabenträgern zukommen lassen. Als größte Probleme sieht der VCD die teils ungenügenden Fahrplantakte, nicht vorhandene Vernetzung zwischen Stadt- und Landkreis sowie S-Bahn und Busverkehr sowie die mangelnde Erreichbarkeit der großen Arbeitgeber wie Audi, Bechtle oder Schwarz-Gruppe auf direktem Weg. Der VCD fordert generell:

– Eine einheitliche Mobilitätsplanung über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg mit dem Ziel, den Öffentlichen Verkehr deutlich attraktiver zu machen und auszuweiten
– Mehr Stadtbahn-Verbindungen zwischen Neckarsulm und Heilbronn im 10- oder 7,5-Minuten-Takt
– Eigene Gleise für die Stadtbahn zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall zur Ausweitung der Kapazitäten
– Im Ballungsraum Heilbronn-Neckarsulm 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten als Grundangebot auf allen Linien, abends und wochenends durchgehend mindestens ein Stundentakt im Rahmen eines  Integralen Taktfahrplans. Dies kann auch wie bereits heute praktiziert durch Überschneidung von Linien erfolgen (z.B. 91/691, 92/692, 94/694). Weiterlesen

Parkplatzchaos am Klinikum: VCD kritisiert fehlende ÖV-Alternativen

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Schöne neue Klinikwelt: So idyllisch mit vereinzelten Taxis und Fußgängern geht es aktuell am Klinikum Gesundbrunnen sicherlich nicht zu. Die überwiegende Zahl der Besucher und Beschäftigten kommt mangels ÖV-Anschluss weiterhin mit dem Auto. ©Foto: SLK-Kliniken

Erneut thematisiert die Heilbronner Stimme in einem Artikel das Problem der nicht ausreichenden Parkplätze am SLK-Klinikum Gesundbrunnen. Dabei kommt auch ein Verkehrsexperte, Professor Lutz Gaspers von der Hochschule für Technik in Stuttgart, zu Wort, der klar sagt: „Die Leute fahren zum Beispiel Bus und Bahn, wenn dies am geschicktesten und günstigsten ist. Sonst nicht.“ Der VCD hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Klinikum Gesundbrunnen aus dem Landkreis Heilbronn mit dem Öffentlichen Verkehr (ÖV) NICHT erreichbar ist! Ebenso wenig wie das SLK-Klinikum Am Plattenwald auf direktem Weg aus Richtung Heilbronn. Es gibt aktuell zum Klinikum Gesundbrunnen weder Busverbindungen aus dem benachbarten Neckarsulm, noch gibt es einen passenden Busanschluss an der nächst gelegenen Stadtbahn-Haltestelle der S4 an der Station Böckingen-Sonnenbrunnen. Die Heilbronner Stimme hatte darüber schon 2017 berichtet.

Der VCD hat auch schon konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht und diese etwa auch der für den ÖPNV verantwortlichen Abteilung im Landratsamt Heilbronn präsentiert: 

Verlängerung der Buslinie 691 vom derzeitigen Endpunkt Neckarsulm Kaufland über Europaplatz / Campus / BUGA zum Klinikum Gesundbrunnen im 15-Minuten-Takt. Dadurch entstehen zudem neue Direktverbindungen zwischen beiden Kliniken, was sicherlich auch für die Beschäftigten der Kliniken interessant wäre. Fahrgäste aus der S41 oder S42 können an S Industrieplatz in den Bus umsteigen und müssten nicht den Umweg durch die Innenstadt nehmen. Das diesbezügliche Konzept findet sich hier.

Führung der (aktuell chaotischen) Buslinie 683 aus Richtung Bad Wimpfen / Kirchhausen über das Klinikum Gesundbrunnen in einem regelmäßigen, verlässlichen Takt und mit klarer Linienstruktur

– Einrichtung einer Bus-Ringlinie in Heilbronn, die wichtige Punkte wie etwa beide Campus-Standorte am Europaplatz und in Sontheim untereinander verbindet und für den Fahrgast eine klare Orientierung bietet, so wie sie auch im Mobilitätskonzept der Lokalen Agenda21 gefordert wird, über Böckingen und S Sonnenbrunnen mit Anschluss an die S4. Der VCD erarbeitet dazu aktuell ein Konzept.

Aber wie so oft ist bislang nicht bekannt, dass sich Stadt- und Landkreis Heilbronn in dieser Frage austauschen oder gar aktiv nach Problemlösungen suchen würden. (mgr)

Mit Batteriezügen in die Zukunft der Zabergäubahn

Die Heilbronner Stimme berichtet aktuell, dass die ersten Ergebnisse für die Standardisierte Bewertung zur Reaktivierung der etwa 20 Kilometer langen Zabergäubahn zwischen Lauffen/Neckar und Zaberfeld im Rahmen des Heilbronner Stadtbahn-Konzeptes negativ ausfallen. Von dem angepeilten volkswirtschaftlichen Nutzen sei das Projekt noch weit entfernt, sagt Landrat Detlef Piepenburg im Interview. Aus diesem Anlass fordert der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe die Verantwortlichen erneut dazu auf, den Einsatz moderner Triebwagen mit Batterieantrieb zur Reaktivierung der Zabergäubahn ernsthaft zu prüfen. Solche Züge könnten umweltfreundlich unter der elektrischen Oberleitung auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn bzw. Stuttgart und Lauffen verkehren, und dann mit Batterieantrieb auf die rund 20 Kilometer lange Zabergäubahn abbiegen. Beim Einsatz von Vollbahn-Fahrzeugen könnten Direktverbindungen aus dem Zabergäu sowohl in Richtung Heilbronn als auch in Richtung Stuttgart geschaffen werden, was bei einem reinen Betrieb mit Heilbronner Stadtbahnen nicht möglich wäre. Ein entsprechendes Konzept des VCD zum SPNV rund um Heilbronn findet sich im Weblog zur Frankenbahn.

Der Fahrzeughersteller Stadler etwa hat im Oktober 2018 in Berlin eine neue Variante seiner FLIRT-Triebzüge mit zusätzlichem Batterie-Betrieb vorgestellt. Der FLIRT Akku ist mit den elektrischen FLIRT-Fahrzeugen kompatibel und erreicht im Batteriebetrieb eine Reichweite von 80 Kilometern bei Tempo 140. Die Batterien können während der Fahrt unter Oberleitung, per Bremsenergie oder an der Endstation wieder geladen werden. Neben Stadler bieten inzwischen auch Bombardier mit dem Talent 3 und Siemens mit dem Cityjet Eco elektrische Triebzüge mit zusätzlichem Batterieantrieb an.

„Ein solches elektrisches Fahrzeug mit Batterien wäre der ideale Zug für einen kostengünstigen Betrieb der Stadtbahn Süd ins Zabergäu, da man sich die gesamte teure Elektrifizierung der Zabergäubahn sparen könnte“, sagt VCD-Vorstandsmitglied Hans-Martin Sauter.

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Heilbronn bringt Güterverkehr zurück auf die Schiene

Der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt die Bemühungen der Stadtwerke Heilbronn, im alten Industriegebiet von Heilbronn wieder mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Dies kann auch positive Auswirkungen auf das Container-Terminal direkt am Neckar haben. Mittelfristig fordert der VCD eine im Bereich des Großkraftwerks eine neue Brücke über den Neckar und die Verlängerung der Gütergleise bis ins nahe liegende, boomende Gewerbegebiet Böllinger Höfe, um dort endlich die dringend notwendige Alternative zu den verstopften Straßen zu schaffen.

Nachdem über 15 Jahre keine Nutzung des Stammgleises 4 der Hafenbahn Heilbronn erfolgt ist, soll diese Phase der Nichtnutzung bald enden. Am Donnerstag, 29. November, erfolgte ein erster Testtransport auf der Strecke, die im Industriegebiet Osthafen die Lichtenbergerstraße, Dieselstraße und Benzstraße quert und auf dem Gelände der Firma RUZ endet. Für das Jahr 2019 ist die Schaffung eines neuen Gleisanschlusses im Bereich der Lichtenbergerstraße geplant.

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Der Testzug mit Lokomotive der Deutschen Bahn auf der Heilbronner Hafenbahn. Foto: Johannes Hüsch

Zur Vorbereitung fand am Donnerstag, 29. November, ein erster Testtransport zum neuen Anschließer statt. Nachdem die Gleise jahrelang nicht genutzt wurden, wurde in den letzten Tagen und Wochen intensiv gearbeitet. Um die Sicherheit der Fahrt zu gewährleisten, wurden ca. 200 Schwellen ausgetauscht, die Strecke von Bewuchs gereinigt und diverse Sicherheitsüberprüfungen an den Gleisen durchgeführt. Für das kommende Jahr ist dann eine umfassende Sanierung des Gleisabschnittes zwischen den Bahnübergängen Lichtenbergerstraße und Benzstraße vorgesehen.

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Wo bleibt im Raum Heilbronn das intelligente Mobilitätskonzept?

In seiner wöchentlichen Kolumne „360 Grad“ spricht Uwe Ralf Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme unter anderen über die nicht eingelösten Wahlversprechen des Heilbronner Oberbürgermeisters Harry Mergel unter anderem zu einem intelligenten Mobilitäts- und Verkehrssystem. Mit großem Interesse haben wir als ökologischer Verkehrsclub VCD damals von seinen Ankündigungen für eine neue und zukunftsfähige Mobilität gelesen. Doch was ist seitdem außer dem Einsatz von Arbeitsgruppen passiert? Fährt auch nur ein einziger Bus mehr in Heilbronn? Arbeiten Stadt- und Landkreis endlich zusammen an der Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs (ÖV)?

Wie sollen denn die vielen betroffenen BürgerInnen künftig in die Stadt kommen, falls es auch in Heilbronn demnächst vom Gericht angeordnete Diesel-Fahrverbote geben wird? Was nutzt uns ein Mobilitätskonzept 2030 im Jahre 2019?

Man braucht keine Gutachten oder Arbeitsgruppen, um schnell konkrete und bessere Mobilitätsangebote zu schaffen. Dazu muss man nur selbst einmal den ÖV nutzen, um die Defizite zu erkennen. Man liest es in den Kommentaren zu Artikeln in Ihrer Zeitung immer wieder: Die BürgerInnen wünschen sich grundsätzlich engere Takte und zusätzliche Verbindungen mit dem ÖV, damit sie auch ohne lange Wartezeiten und ohne zweimal Umsteigen zur Arbeit und wieder zurück fahren können. Oder abends entspannt in Heilbronn ausgehen und auch öfter als einmal in der Stunde wieder nach Hause fahren können. Und dabei ist es ihnen egal, ob sie sich im Land- oder Stadtkreis bewegen. Welcher Pendler nutzt denn bitte einen Bus wie etwa zwischen Heilbronn und Erlenbach (quasi ein Vorort), wenn dieser nur einmal in der Stunde bis spätestens 19:30 Uhr verkehrt?

Ist dem OB und der Verwaltung überhaupt bewusst, dass es keinerlei Busverbindungen zwischen Heilbronn und Neckarsulm gibt? Dass selbst in der Hauptverkehrszeit nur dreimal in der Stunde eine Stadtbahn verkehrt? Dass es z.B. zwischen 7.25 Uhr und 8:03 Uhr keinerlei Stadtbahnfahrt von Heilbronn nach Neckarsulm gibt?

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Lediglich drei Stadtbahnen in der Stunde zwischen Heilbronn und Neckarsulm sind keine ernsthafte Alternative

Dass MitarbeiterInnen in den Zentralen von Lidl oder Bechtle von Heilbronn aus ihre Arbeitsstätten mit dem ÖV nicht erreichen können? Dass man von Heilbronn aus das Klinikum am Plattenwald nicht ohne Umsteigen erreichen kann? Und auch nicht das Klinikum Gesundbrunnen aus dem Landkreis? Dass man nicht einmal von Neckargartach aus mit dem Bus nach Neckarsulm fahren kann? Dass etwa beim Kaufland Neckarsulm Regional- und Stadtbus in nur wenigen Metern Entfernung an jeweils eigenen Haltestellen aneinander vorbei fahren und es keine Verknüpfung gibt?

Auch der sogenannte „Mobilitätspakt Heilbronn/Neckarsulm“ tritt auf der Stelle. Im Grunde ist das primär eine große Ansammlung von Straßenbauprojekten, die sich meist bereits in der Schublade befanden. Bis heute ist kein wirklich kreativer Input von Seiten der Stadt Heilbronn oder des Landkreises für eine wirklich spürbare Verbesserung des ÖV erkennbar. Dass ein paar zusätzliche Züge zu den Audi-Schichtzeiten am Haltepunkt Neckarsulm Nord stoppen oder nun die letzte Stadtbahn in Bad Friedrichshall geflügelt wird und ein Zugteil auch nach Mosbach fährt – das sind eigentlich längst überfällige Selbstverständlichkeiten, die primär der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg zu verdanken sind. Nach eineinhalb Jahren Diskutieren wahrlich große Fortschritte…

Gleichzeitig berichtet die Heilbronner Stimme in der Serie zum Thema Mobilität über Möglichkeiten des ÖV-Ausbaus und die erschreckende Ideenlosigkeit der verantwortlichen Akteure in Heilbronn. Eine Ausweitung der Takte oder gar neue Buslinien für bessere Querverbindungen zwischen den Stadtteilen seien „nicht darstellbar“ wird der Leiter der Verkehrsbetriebe zitiert.

Nachwievor wird der ÖV in der Region Heilbronn leider nur verwaltet und nicht gestaltet. Als VCD hatten wir gehofft, dass den Ankündigungen des OB endlich auch Taten folgen würden. Wo ist denn die Arbeitsgruppe, die ein konkretes Konzept für einen vernetzten ÖV in Stadt- und Landkreis erstellt? Wo ist die verantwortliche Aufgabenträgerorganisation, die dieses Konzept auch Realität werden lässt? Wo ist denn der 7,5-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit innerhalb Heilbronns? Wo bleibt der 15-Minuten-Takt im Ballungsraum Heilbronn? Wo sind die Nachtbusse in den Landkreis? Wann kommen die dringend benötigten zusätzlichen Stadtbahnfahrten? Warum hält im Stadtteil Klingenberg direkt an der Neckartalbahn bis heute keine Stadtbahn? Wieso nutzt der HNV nicht das Angebot des Landes, durch Zuschüsse die Ticketpreise deutlich zu senken, so wie es in Stuttgart geschieht?

Fragen über Fragen…

Michael Schwager, Vorstandsmitglied im Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe

Kleinere Verbesserungen zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018

Seit Mitte Oktober sind nun die neuen Fahrpläne für 2019 online in der DB-Auskunft abrufbar. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 gibt es auch bei der Heilbronner Stadtbahn Nord ein paar Verbesserungen im Fahrplan, wie das Landesverkehrsministerium auf Anfrage mitteilt. Bei der S42 kommt die Taktverdichtung zwischen Bad Rappenau Bhf und Sinsheim Hbf  zum Ein-Stunden-Takt. Allerdings haben die künftig bis Sinsheim durchfahrenden und zur vollen Stunde dort wendenden Stadtbahnen keinen Anschluss zur S-Bahn Rhein-Neckar. Der zweistündlich über die Sinsheimer Strecke verkehrende RegionalExpress Heilbronn – Mannheim bringt weiterhin den Stadtbahn-Fahrplan aus dem Takt. Bei der S41 wird eine Taktlücke abends geschlossen, zudem gibt es eine neue Spätverbindung durch Flügelung der S42 in Bad Friedrichshall. Generell bleibt es beim Stundentakt, was der VCD seit langem als nicht ausreichend kritisiert. Nachfolgend die Details: Weiterlesen

B27-Ausbau: Noch mehr Straßenbau oder öffentlicher Verkehr?

Stadtbahn S42 beim Audi-Werk in Neckarsulm, rechts oben die B27, links unten die NSU-Straße

Stadtbahn S42 beim Audi-Werk in Neckarsulm, rechts oben die B27, links unten die NSU-Straße an einem Samstagnachmittag. ©SCRITTI

Die aktuelle Debatte über den B27-Anschluss an die Binswanger Straße in Neckarsulm und den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße ist eine Diskussion aus dem vergangenen Jahrhundert. Kein Wunder, die Planungen dafür liegen ja schon Jahrzehnte zurück. Das aktuell vorgestellte Verkehrsgutachten (Bericht in der Heilbronner Stimme) hilft da nur wenig weiter, da es lediglich heutiges, Mobilitätsverhalten mit einem permanenten Wachstum an Autoverkehr weiter in die Zukunft projiziert. Gleichzeitig diskutieren wir intensiv über Klimaschutz und Fahrverbote in vielen Städten. Um die Klimaziele zu erreichen, sind auch drastische Maßnahmen im Verkehrsbereich notwendig, das weiß inzwischen jeder. Als ökologischer Verkehrsclub fordert der VCD schon lange die Verkehrswende, und zwar jetzt!

In einem aktuellen Artikel der BBC (Why you have probably already bought your last car – Warum Sie wahrscheinlich Ihr letztes eigenes Auto gekauft haben) heißt es: „A growing number of tech analysts are predicting that in less than 20 years we’ll all have stopped owning cars, and, what’s more, the internal combustion engine will have been consigned to the dustbin of history.“ Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass sobald autonome, elektrisch angetriebene Fahrzeuge massentauglich sind, die Kosten für die individuelle Mobilität derart sinken werden, dass sich niemand mehr die Mühe machen wird, ein eigenes Auto zu besitzen und mit diesem jeden Tag zur Arbeit zu fahren. Wozu auch?

Laut dem BBC-Artikel fährt der durchschnittliche Autobesitzer in England weniger als 16.000 Kilometer im Jahr, Autos stehen 95 Prozent der Zeit anstatt zu fahren. Das ist in Deutschland nicht viel anders. Viele junge Menschen haben das längst verstanden und organisieren sich ihre Mobilität auf andere Weise. Was passiert also, wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt und junge Menschen zunehmend auf den Besitz eines eigenen Autos verzichten? Was passiert, wenn wir eine Trendwende zum öffentlichen Verkehr hin schaffen und statt der B27-Fahrspuren die Bahngleise zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall verdoppeln?

Ein tragfähiges Gutachten sollte nicht nur statisch den wachsenden Individualverkehr betrachten, sondern auch alternative Szenarien berücksichtigen. Was ist, wenn der Autoverkehr in 10, 20 Jahren tatsächlich signifikant weniger wird? Sind dann die zig Millionen für den B27-Anschluss noch gerechtfertigt? Was würde passieren, wenn die Stadt Neckarsulm und die Region dieselbe Summe in den Ausbau und die Vernetzung des öffentlichen Verkehrs investieren würden? Wenn Busse und Bahnen alle fünf Minuten verkehren und alle großen Standorte von Audi, Bechtle, Lidl, Schwarz und Co. in alle Richtungen anbinden würden? Um wie viele Autos pro Tag könnten dann die geplagten BürgerInnen entlastet werden?

Es gilt die alte Weisheit: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das sehen wir in der gesamten Region Heilbronn-Neckarsulm. Jede Straßenbaumaßnahme in der Vergangenheit wurde uns als „Entlastung“ verkauft – mit dem Ergebnis, dass der Individualverkehr inzwischen regelmäßig zusammenbricht und die Menschen die Luft in den Städten nicht mehr atmen können. Beim B27-Anschluss in Neckarsulm wird es nicht viel anders sein: Es mag sein, dass durch den Anschluss einzelne Straßen in Neckarsulm vom Autoverkehr entlastet werden. Was ist aber etwa mit den BürgerInnen, die etwas weiter weg in Erlenbach oder Kochendorf wohnen? Oder in Weinsberg? Werden auch sie entlastet oder haben sie in Zukunft stattdessen den Dreck vor der eigenen Haustür?

Eine regionale Verkehrsplanung, die ihren Namen verdient und alle Formen der Mobilität berücksichtigt, ist überfällig. Die Zeit der Insellösungen mit immer mehr und immer größeren Straßen muss ein Ende haben. Es geht nicht darum, wie man bequem mit dem eigenen Auto zur Arbeitsstelle kommt. Es geht darum, den Planeten Erde zu retten.

Michael Schwager, Mitglied im VCD-Vorstand Hall-Heilbronn-Hohenlohe

Hintergrund: Mitten durch Neckarsulm hindurch führt die Bundesstraße 27 als Schnellstraße aus dem Neckartal kommend nach Heilbronn hinein. Es gibt zwei Auf- und Abfahrten nördlich und südlich der Innenstadt bei der Kreuzung mit der Autobahn A6. Innerhalb der Stadt führt die zweispurige B27 über eine Brücke am Zentrum vorbei. Seit langem werden der durchgehende vierspurige Ausbau diskutiert (der aus Platzmangel nur schwer umsetzbar ist) sowie ein weiterer Anschluss im Bereich der kreuzenden Binswanger Straße zum Anschluss eines Gewerbegebiets. Dieser erfordert jedoch teure Rampen für die Auf- und Abfahrten zur tieferliegenden B27 und die Umsiedlung einer im Weg liegenden Baumschule. Daher summieren sich die Kosten inzwischen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Befürworter des Anschlusses glauben, dass dadurch weniger Autoverkehr durch die Innenstadt fließt und zugleich das Gewerbegebiet mit der Lidl-Zentrale attraktiver wird. Gegner erwarten nur noch mehr Verkehr und eine zusätzliche Belastung der Anwohner in diesem Bereich, weshalb sie ein Bürgerbegehren in dieser Frage initiiert haben. (mgr)

Sommerferien: Ersatzverkehr für gesperrte Kaiserstraße

Während der Sommerferien in Baden-Württemberg vom 26. Juli bis einschließlich 3. September 2018 ist die Heilbronner Kaiserstraße für den gesamten Bus- und Stadtbahnverkehr gesperrt, was für Fahrgäste sehr viele Unannehmlichkeiten bedeutet. Vor allem gibt es keine Verbindung oder Umsteigemöglichkeiten mehr zwischen den Stadtbahnlinien S4, S41 und S42. Im oberen und unteren Bereich der Kaiserstraße werden Straßenbelag und Gleise der Stadtbahn saniert. Zudem wird die Haltestelle NeckarTurm am Kurt-Schumacher-Platz umgebaut. Bus- und Stadtbahnverkehr werden umgeleitet. Die Haltestellen Heilbronn Rathaus und NeckarTurm können in dieser Zeit nicht angefahren werden. Stadtbusse (Linien 1, 8, 10, 12, 13, 51, 61 und 62) werden teils über Allee und Gerberstraße in die Bahnhofstraße umgeleitet. Ersatzhaltestellen befinden sich HINTER dem Rathaus. Regionalbusse (Linien 631, 641, 642, 644, 645, 651, 661, 662 und 683) enden teils am Wollhausplatz oder fahren ohne Halt in der Innenstadt über Südstraße direkt zum Hauptbahnhof (Hbf).

Stadtbahn-SEVBetroffen sind auch die Stadtbahnlinien S4, S41 und S42 (der innerstädtische Stadtbahnverkehr wird durch Schienenersatzbusse (SEV) ersetzt).
Für die Stadtbahnen gilt folgendes Ersatzkonzept:
– Die Züge der S4 die aus Richtung Karlsruhe kommend regulär am Pfühlpark enden, enden und starten bereits am Bahnhofsvorplatz.
– Die Züge der S4 mit dem Ziel Weinsberg und Öhringen fahren über den Heilbronner Hauptbahnhof anschließend ohne Halt bis Heilbronn Trappensee über die Hohenlohebahn, ebenso in der Gegenrichtung
– Aus Richtung Weinsberg kommend werden die Stadtbahnen der S4 ebenfalls ab Heilbronn Trappensee ohne Halt in den Heilbronner Hauptbahnhof umgeleitet.
– Die Züge der Stadtbahnlinien S41 und S42 werden ab der Haltestelle Harmonie zum Pfühlpark umgeleitet.
– Zwischen Trappensee und Hauptbahnhof gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen, die über die Südstraße von/zum Hbf fahren.
Weitere Details zu einzelnen Linien, Umleitungsstrecken und den SEV-Fahrplan finden sich in den aktuellen Verkehrsmeldungen auf der Webseite des HNV oder mit Lageplan auf einem entsprechenden Flyer.

Magazin VCDdirekt 2018 erschienen

2018-VCDdirekt-Cover s

VCDdirekt Ausgabe 2018

Ende Juni ist eine neue Ausgabe des Magazins VCDdirekt erschienen mit Infos und Artikeln zur verkehrspolitischen Arbeit des ökologischen Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Baden-Württemberg. Spannende Themen auf 24 Seiten rund um den öffentlichen Verkehr und die Verkehrswende sind unter anderem

  • ÖPNV-Offensive des VCD für lebenswerte Städte
  • Grundschulkinder als kleine Lärmdetektive
  • Zugausfälle und Verspätungen: Das Warten geht weiter
  • Elektrifizierungsoffensive für das Bahnnetz in Baden-Württemberg
  • Was kostet Kommunen der Individualverkehr?
  • VCD: Wir sind der Verkehrswende-Club!
  • Klimaschutzszenario Baden-Württemberg und Konsequenzen
  • Stuttgart 21 neu ausrichten und Kopfbahnhof erhalten
  • ÖV-Offensive für Heilbronn statt Fahrverbote
  • VCD-Projekt Radschnellwege Baden-Württemberg
  • Neue Mobilitätsangebote rund um Stuttgart

Auf der Webseite des VCD-Landesverbandes Baden-Württemberg steht die aktuelle Ausgabe zum Download bereit. Dort können auch gedruckte Exemplare bestellt werden. Viel Spaß beim Lesen!