Neue Fahrpläne für 2016 jetzt online

S42 in HN Austrasse

Zwischen Neckarsulm und Heilbronn verkehrt die Stadtbahn weiterhin nur dreimal in der Stunde – viel zu selten, um eine Alternative zum Autoverkehr zu sein

Auf der Webseite des Heilbronner Verkehrsverbundes (HNV) stehen jetzt die ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 gültigen Fahrpläne als pdf zum Download bereit. Die gedruckten Fahrplanbücher für Stadt und Landkreis Heilbronn voraussichtlich in KW 50 erhältlich sein. Es bleibt weitgehend alles beim Alten. Die Fahrplantabelle für die Stadtbahnlinie S4 gibt es hier zum Download, für die S41/42 hier. Größere Änderungen wird es nur im Zabergäu geben, wo ein neues Buskonzept umgesetzt wird. Zehn Buslinien – mit der Bezeichnung 660 bis 669 – verkehren künftig von und nach und rund um Brackenheim teils im Halbstundentakt. Allerdings sind die Anschlüsse zum Bahnverkehr vor allem in Heilbronn nicht immer ideal. Leider haben sich auch die Versprechungen aus dem Landratsamt Heilbronn, dass im Rahmen der Einführung der Stadtbahn Nord beim ÖV-Angebot nachgebessert werde, weitgehend als heiße Luft erwiesen. Noch immer sind drei Stadtbahnen je Stunde zwischen Neckarsulm und Heilbronn viel zu wenig, und es fehlen direkte Busverbindungen, so dass viele Bereiche mit dem ÖV nur noch beschwerlich mit Umsteigen erreichbar sind. Fahrgäste beschweren sich zudem regelmäßig, dass der Stadtbahnverkehr mit S41 und S42 nicht wirklich funktioniert und Verspätungen an der Tagesordnung sind, insbesondere durch den Engpass zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall. Die Folgen kann jeder sehen, der während der Hauptverkehrszeiten auf die Straßen rund um Heilbronn und Neckarsulm blickt. (mgr)

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Podiumsdiskussion in Neckarsulm: Probleme über Probleme

Stadtbahn Nord Podiumsdiskussion

Stadtbahn Nord Podiumsdiskussion

Unter dem Motto „Stadtbahn Nord im Takt?“ hatte die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen Am Donnerstag, den 26. Februar 2015 um 20 Uhr zu einer Podiumsdiskussion nach Neckarsulm in die Gaststätte Hohly’s Wilhelmshöhe eingeladen. Auf dem Podium stellten sich der Diskussion:
MdL Daniel Renkonen, Verkehrspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg
Claus-Jürgen Renelt, Amt Bauen, Umwelt und Planung im Landratsamt Heilbronn
Heike Schokatz, Bürgermeisterin von Gundelsheim
Hans-Martin Sauter, Mitglied im Regionalvorstand des Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Herr Behrend, Albtalverkehrsgesellschaft Karlsruhe (AVG)
Wie Moderator Armin Waldbüßer, Kreisrat Bündnis 90 / Die Grünen, gleich zu Beginn berichtete, hatte die Deutsche Bahn ihrem Vertreter nachträglich eine Teilnahme an der Veranstaltung untersagt. Daher blieb dessen Platz leer. Zum Einstieg in die Diskussion beschrieb Armin Waldbüßer eine Vielzahl der aktuellen Probleme. Claus-Jürgen Renelt räumte ein, dass der Stadtbahn-Start alles andere als optimal verlaufen sei und es zahlreiche Probleme mit den neuen Fahrzeugen gab: „Die Kritik des VCD ist berechtigt und nicht wegzudiskutieren.“ Dennoch sei die Entscheidung für die Stadtbahn richtig gewesen. Renelt betonte, dass die Pünktlichkeit inzwischen „bei über 90 Prozent“ liege und er deshalb optimistisch in die Zukunft blicke. Allerdings ging keiner der Redner darauf ein, dass 90 Prozent Pünktlichkeit einer der schlechtesten Werte im ganzen Land darstellt. Laut NVBW gelten nach Definition Deutsche Bahn Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten verspätet angekommen bzw. abgefahren sind. Bei der Stadtbahn Nord führen jedoch schon Verspätungen von vier Minuten dazu, dass vielerorts Anschlüsse nicht mehr erreicht werden. Solche Züge gelten jedoch immer noch als „pünktlich“.
MdL Daniel Renkonen wies darauf hin, dass der aktuelle Fahrplan auf Wunsch des Landkreises Heilbronn zustande gekommen sei und wies eine Verantwortung des Landes für die aktuellen Probleme zurück. Auch betonte er, dass von Landesseite keine Finanzmittel für weitere Verbesserungen am Fahrplan zu erwarten seien.
Hans-Martin Sauter vom VCD bemängelte, dass generell viel zu wenig Geld für die Finanzierung des Nahverkehrs zur Verfügung stehe und erinnerte an das ursprüngliche Stadtbahn-Konzept aus den 90er Jahren, von dem 20 Jahre später nicht mehr viel übrig geblieben sei. Neue Konzepte funktionierten oft nicht auf Anhieb, die Fahrgäste seien Versuchskaninchen. Auch vermisse der VCD ein schlüssiges Gesamtkonzept. So seien Busverbindungen wie bei der Linie 620 vom Landkreis gestrichen worden, obwohl vorher das Gegenteil versprochen worden war. Die Stadtbahn könne jedoch schnelle Direktverbindungen etwa nach Neuenstadt nicht ersetzen. Das treibe viele Fahrgäste wieder ins Auto.
Auch Herr Behrend von der AVG räumte weiterhin Probleme beim Stadtbahnbetrieb ein, insbesondere bei der Kommunikation der unterschiedlichen Beteiligten wie Deutsche Bahn, AVG und Stadtwerke Heilbronn, die in Heilbronn für die Infrastruktur verantwortlich sind. Diese Kommunikationsprobleme bestehen jedoch bereits seit 15 Jahren seit die erste Stadtbahn nach Heilbronn kam. Herr Behrend räumte weiterhin Probleme mit der Pünktlichkeit und den Fahrzeugen ein, gelobte aber Besserung. Man arbeite zusammen mit DB Netz an zahlreichen Detaillösungen, um die Anschlüsse im Bahnhof Neckarsulm zwischen AVG und DB besser zu gewährleisten. So wurden bereits einzelne Regionalbahnen aus Stuttgart bis Bad Friedrichshall verlängert, um dort einen entspannteren Übergang in Richtung Mosbach zu gewährleisten. Ein weiteres Thema waren fehlende Fahrkartenautomaten entlang der Strecke, abgeschaltete Ticketautomaten in den Zügen sowie der nicht barrierefreie Zugang zum Bahnsteig in Gundelsheim. Darauf geht auch Linken-Kreisrat Johannes Müllerschön auf seiner Webseite ein.
Fazit der gesamten Debatte: Die Stadtbahn ist grundsätzlich gut, an den Problemen wird gearbeitet, verändert wird jedoch nichts. Die Fahrgäste sollen sich gefälligst an das neue System gewöhnen.
Auf Kritik aus dem Publikum an gestrichenen Busverbindungen und langen Reisezeiten mit Umsteigezwängen ging Renelt nicht ein. Stattdessen betonte der Fachplaner aus dem Landratsamt, man könne jetzt in Neckarsulm jederzeit zum Bahnhof gehen, weil dann immer irgendein Zug nach Heilbronn fahre. Offenbar sind die Bedürfnisse der Fahrgäste jedoch andere, als zum Bahnhof zu laufen und mit „irgendeinem Zug nach Heilbronn zu fahren“. (mgr)

Weiterhin massive Kritik an ÖPNV-Verschlechterungen

Weiterhin beklagen Fahrgäste im Landkreis Heilbronn die massiven Verschlechterungen beim Nahverkehr zwischen Neckarsulm und Heilbronn seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet in einer Reportage, was bei der Stadtbahn Nord alles nicht funktioniert. Pendler klagen über die nicht funktionierenden Anschlüsse von Mosbach in Richtung Stuttgart. Inzwischen kommen auch alte Stadtbahn-Fahrzeuge zum Einsatz, da es wohl mit den neuen weiterhin Probleme gibt. Kritik der Fahrgäste im Landkreis Heilbronn richtet sich vor allem gegen das Verhalten des entsprechenden Amtsleiters Claus-Jürgen Renelt. In einem Leserbrief an die Heilbronner Stimme schreibt etwa Torsten Weidemann, Heilbronn: „Mit welcher Arroganz (seine Person betreffend) und lgnoranz (die Probleme betreffend) der Leiter der Abteilung Bauen, Planen und Umwelt die vielen Beschwerden abkanzelt, ist schlichtweg unverschämt.“
Ralf Merkle aus Neckarsulm betont in einem Leserbrief: „Ich kenne zahlreiche ältere Bürger, die von der Stadtmitte Neckarsulms bis zum Wollhaus fuhren, zügig und unkompliziert. Auch eine Vielzahl dieser Verbindungen ist ersatzlos gestrichen. Der Fußweg für diese älteren Menschen zum Bahnhof Neckarsulm beträgt teilweise das Vierfache als der zur nächsten Bushaltestelle. Der Äußerung des Zuständigen im Landratsamt ist nichts hinzuzufügen. Angestellte sollen früher gehen und den Laden früher schließen oder eben die Kasse stehen lassen. So einfach ist das. Bleibt dem, der kann also nur noch das Auto.“
Armin Frey aus Bad Friedrichshall weist in der Heilbronner Stimme darauf hin, dass es auf der Straßenbahnstrecke zwischen Neckarsulm und Heilbronn bereits mehrfach zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen gekommen ist, so dass jedes mal der gesamte Nahverkehr zwischen Neckarsulmer und Heilbronner Innenstadt lahmgelegt wurde, da es ja nun keine Rückfallebene mehr gibt, weil kein Bus mehr fährt.
Auch im Kraichgau ist laut Heilbronner Stimme der Unmut groß: „Wir sind seit langer Zeit wegen der untragbaren Buszustände sehr verzweifelt“, so Nicole Lardani aus Heinsheim. Schulbusse seien total überfüllt. Durch den Wegfall der direkten Verbindung zum Bahnhof Gundelsheim kämen viele Berufsschulkinder nun nicht mehr zur Schule oder, da sie riesige Umwege fahren müssen, jedes Mal zu spät zum Unterricht.
Der VCD hat nun erneut die Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Verschlechterungen und die Angebotsreduzierung auf der wichtigsten Nahverkehrsverbindung der Region zwischen Neckarsulm und Heilbronn zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass es wieder wie früher mindestens vier Verbindungen je Stunde von Innenstadt zu Innenstadt gibt!
Seit dem Fahrplanwechsel werden Tausende Fahrgäste gezwungen, auf die Stadtbahn S41/42 umzusteigen, die zudem nur dreimal in der Stunde fährt mit Taktlücken von bis zu 30 Minuten und oftmals mit Verspätung, so dass Anschlüsse nicht funktionieren. Viele Ortsteile und Kommunen zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall wie Kochendorf, Amorbach, Plattenwald, Ober- und Untereisesheim haben nun KEINE Direktverbindung mehr nach Heilbronn. Im Außenbereich ist es sinnvoll, Bus und Bahn eng zu vernetzen. Im Ballungsraum HN-NSU dagegen braucht es nach VCD-Meinung eine Vielzahl von Quer- und Direktverbindungen mit Bus UND Bahn wie in jeder anderen Großstadt auch. Niemand würde auf die Idee kommen, Bewohner aus Sontheim oder Neckargartach zum Umstieg auf die Stadtbahn zu zwingen statt in wenigen Minuten direkt in die City zu fahren. Reisezeiten von mindestens 30 Minuten von Neckarsulm bis nach Heilbronn sind für viele Fahrgäste nun an der Tagesordnung. Wie soll der Öffentliche Verkehr auf dieser Grundlage zum Autoverkehr konkurrenzfähig sein?

Chaos und Shitstorm empörter Fahrgäste nach Fahrplanwechsel

Piepenburg+Gall_HSt

Innenminister Gall und Landrat Piepenburg haben es sich am Samstag in der neuen Stadtbahn bequem gemacht. Ob man die Herren wohl öfter auf der fast eine Stunde dauernden Fahrt von Mosbach nach Heilbronn antreffen wird? ©Heilbronner Stimme

Der erste Tag nach dem Fahrplanwechsel mit der neuen Stadtbahnlinie S41 auf der Strecke von Neckarsulm bis Mosbach-Neckarelz verlief offenbar extrem chaotisch. Vielerorts warteten Fahrgäste vergeblich auf Bus oder Bahn und mussten überrascht feststellen, dass Busse nicht mehr gewohnte Routen und Strecken fahren und sie nun umsteigen müssen. Auf der Facebook-Seite der Heilbronner Stimme entlud sich ein wahrer Shitstorm über die Neuplanung bei Bus und Bahn und fehlende Informationen. Dutzende Fahrgäste machten ihrem Ärger Luft und berichteten von doppelt so langen Fahrzeiten als zuvor durch den Umsteigezwang auf die Stadtbahn. Schüler kamen wegen fehlender Verbindungen nicht mehr in ihre Schulen. Heftig kritisiert wurde zudem, dass es keine Direktverbindungen per Bus mehr aus den Nachbarkommunen nach Heilbronn gibt. Die Kommentare reichen von „Totaler Mist“ über „Katastrophe“ bis zu „Welche Narren haben dieses Konzept erarbeitet?“ Auch viele Busfahrer waren mit der neuen Situation offensichtlich überfordert. Eine Auswahl der Facebook-Postings findet sich im ersten Kommentar zu diesem Artikel!
Hinzu kamen zudem erneut technische Probleme mit den neuen Stadtbahnfahrzeugen der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG). Nach einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung kam es bereits am Sonntag zum Ausfall mehrerer Züge aufgrund technischer Probleme. Die AVG bedauerte die Unannehmlichkeiten auf der neuen Strecke, die Technik habe in manchen Bereichen mal wieder nicht funktioniert, so eine Sprecherin. Aufgrund der komplett neuen Züge sei es im ersten „Stresstest“ des regulären Betriebs zu Schwierigkeiten gekommen. Seltsam nur, dass die neuen Züge bereits seit einem Jahr zwischen Heilbronn und Neckarsulm im Regelbetrieb fahren, aber nun offenbar auf dem Weg nach Mosbach reihenweise schlapp machen… Verschärft wurde die Situation zudem durch Verspätungen, so dass Pendler aus Mosbach-Neckarelz, die nun in Neckarsulm auf die Deutsche Bahn (DB) Richtung Stuttgart umsteigen müssen, ihren Anschluss verpassten. Wieder einmal hat offenbar die Kommunikation zwischen AVG und DB nicht funktioniert.
Der VCD Regionalverband Hall Heilbronn Hohenlohe hat die Verantwortlichen Herren im Landratsamt in der Abteilung „Bauen, Planen, Umwelt“ unter der Leitung von Claus-Jürgen Renelt seit Jahren MEHRFACH auf die Probleme für die Fahrgäste mit dem ungünstigen Takt der Stadtbahn Nord, nicht machbaren Anschlüssen und dem erzwungen Umstieg zwischen Bus und Bahn hingewiesen.
Die Stadtbahn muss das Verkehrsangebot VERBESSERN und darf nicht einfach bestehende Bahn- und Busverbindungen mit allen Nachteilen ERSETZEN! Der VCD hat auch darauf hingewiesen, dass zwischen NSU-Zentrum und HN-Zentrum es neben den RE/RB-Zügen bisher MINDESTENS 4 Busfahrten je Stunde gab. Fahrgäste aus Bad Wimpfen, Untereisesheim, Obereisesheim, Neckarsulm, Amorbach, Kochendorf, Jagstfeld und aus dem Kochertal konnten direkt durch die Neckarsulmer Innenstadt und Südstadt die Heilbronner Innenstadt erreichen. Nun gibt es in diesem großstädtischen Ballungsraum nur noch 3 Fahrten je Stunde mit der Stadtbahn, die kaum schneller ist als bisher der Bus. Aus fast allen Nachbarkommunen muss nun auf dem Weg nach Heilbronn umgestiegen werden. Dass dies nicht funktionieren wird, haben die Fahrgäste in den letzten Jahren schon schmerzlich im Weinsberger Tal erleben müssen. Aber ein belastbares Verkehrskonzept sucht man auch bei der Stadtbahn Nord bislang vergeblich.
Gleich am zweiten Betriebstag konnten die Fahrgäste zudem die negativen Folgen dieses Konzeptes am eigenen Leib erfahren: In der Austraße kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer Stadtbahn und einem PKW. Die Strecke musste daraufhin gesperrt werden, so dass es keine Verbindung mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Neckarsulm und der Heilbronner Innenstadt gab!

Neue Fahrpläne ab 14. Dezember jetzt online

Neckarsulm Bhf Bus 625

Die Linie 625 fährt künftig nicht mehr nach Heilbronn

Auf den Seiten des Heilbronner Verkehrsverbundes sind nun die neuen Fahrpläne ab 14. Dezember 2014 für Stadtbahn, Bahn und Bus abrufbar. Im Busbereich verbessert sich vieles, die Takte werden dichter. Dennoch gibt es auch Verschlechterungen für Fahrgäste.
Die Stadtbahn Nord wird einmal stündlich als Linie S41 bis nach Neckarelz/Mosbach fahren (ergänzend dazu eine parallele Buslinie Bad Friedrichshall – Gundelsheim) und als S42 zunächst zweimal in der Stunde bis nach Bad Friedrichshall-Jagstfeld, da die Linie nach Sinsheim wegen des Brückenbaus in Bad Wimpfen noch nicht befahren werden kann. Dreimal pro Stunde verkehren die Stadtbahnen damit auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall, allerdings nicht in einem sauberen Taktfahrplan. Daher war es den Busunternehmen auch nicht möglich, überall und regelmäßig passende Anschlüsse an die Stadtbahn herzustellen. Teilweise gibt es nicht unerhebliche Wartezeiten.
Mit „Neckarsulm Mitte“ und „Neckarsulm Nord“ (AUDI Tor 6) gibt es zwei zusätzliche Stadtbahnhaltepunkte. Zur Frühschicht fährt künftig ein Zug der S4 von Öhringen kommend direkt vors Audi-Werk. In Neckarsulm werden die Regionalbuslinien noch stärker in das Stadtbusnetz eingebunden, so dass auf vielen Relationen ein 15-Minuten-Takt besteht. Eine neue Linie verbindet Neckarsulm mit den Böllinger Höfen.
Die Kommunen des nördlichen Neckartals erhalten ein komplett überarbeitetes Busnetz. Ein konkretes, klug durchdachtes Gesamtkonzept dazu existiert allerdings nicht. Mit Ausnahme der Linie 620 (KocherShuttle), die als Schnellbus das Kochertal mit Heilbronn verbindet, verkehren in Zukunft keine Buslinien mehr zwischen Neckarsulm und Heilbronn!
Da es bisher stündlich mindestens vier Fahrtmöglichkeiten per Bus zwischen Neckarsulm Innenstadt, Südstadt Einkaufszentrum/Berufsschule und Heilbronn Allee gab, verschlechtert sich die Situation damit deutlich. Der VCD fordert seit langem als Mindestangebot auf der wichtigsten Verkehrsachse der Region zwischen Heilbronn und Neckarsulm einen leicht verständlichen 15-Minuten-Takt bei der Stadtbahn Nord! Deshalb sollte übergangsweise wenigstens ein zusätzlicher Bus die Taktlücke schließen.
Fahrzeiten von mindestens 29 Minuten von Bad Friedrichshall bis Heilbronn-Hbf sind leider nicht besonders attraktiv und kaum schneller als bisher der Bus. Der erzwungene Umstieg vom Bus auf die Stadtbahn wird für viele Fahrgäste zu längeren Fahr- und Wartezeiten führen – vorausgesetzt die Stadtbahnen sind pünktlich und Anschlüsse werden erreicht.
Der VCD fordert mittelfristig ein Gesamtkonzept für den Öffentlichen Verkehr (ÖV) im Ballungsraum Heilbronn mit einem an den Bedürfnissen der Fahrgäste ausgerichteten, sinnvollen Zusammenspiel zwischen (allen) Bussen und Bahnen. Nur so kann der ÖV eine ernsthafte Alternative zum Autoverkehr sein!

Stadtbahn Nord fährt wieder nicht: Pleiten, Pech und Pannen

Bad Wimpfen Bahnbrücke

Die Bahnbrücke in Bad Wimpfen, als diese noch ins historische Stadtbild passte. Nach dem Komplettabriss durch die DB erfolgt ein profaner Betonbau.

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, kann die Stadtbahn Nord zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 erneut nicht bis Bad Rappenau und Sinsheim fahren. Grund dafür ist der Neubau der Bahnbrücke in Bad Wimpfen, der trotz bislang anderslautender Erklärungen der Deutschen Bahn nun doch nicht rechtzeitig fertig wird. Einen Termin für die Fertigstellung will die Bauherrin Deutsche Bahn nach HSt-Angaben nicht nennen. Im Gegenteil, bevor das Bauwerk überhaupt fertig ist, steht angeblich bereits eine Nachforderung von 3 Millionen Euro an erhöhten Planungskosten im Raum – bei einem Planfeststellungsverfahren, dass insgesamt drei Jahre gedauert hat. Das Landratsamt Heilbronn gibt sich verärgert und weist jede Verantwortung von sich. Man darf gespannt sein, in welchem Jahr die neue Betonbrücke, die anders als geplant ja keine Steinverkleidung erhalten soll, tatsächlich fertig wird und welche Gesamtrechnung der Region dann ins Haus flattern wird.
Am 12. November 2014 wurde nun die neue Stahlbrücke eingehoben, doch man kann unschwer sehen, dass drum herum noch viel Arbeit notwendig ist, um hier wieder einen Eisenbahnbetrieb zu ermöglichen.
Die Züge der Stadtbahn Nord sollen daher ab Fahrplanwechsel bis nach Bad Friedrichshall (S42) und auf der Neckartalbahn stündlich bis Neckarelz und Mosbach (S41) rollen. In Richtung Bad Rappenau sollen Busse fahren. Die große Einweihungsfeier am 13. Dezember ist erst mal abgeblasen. Für ein solches Projekt aus Pleiten, Pech und Pannen will nun doch niemand mehr den Kopf hinhalten.
Die Verzögerung hat auch noch eine positive Seite: Vielleicht lassen sich die verkorksten Fahrpläne auf dem Bad Rappenauer Ast nun doch noch nachbessern, nachdem diese vor Ort heftig kritisiert wurden und man sogar damit droht, für den schlechten Fahrplantakt nicht zu zahlen. (mgr)

Den Fahrplan 2015 für die S41 und S42 (nach den ursprünglichen Planungen) gibt es hier zum Download.

VCD fordert 15-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Neckarsulm

S42 Heilbronn Allee

S42 Heilbronn Allee

In einem Brief an den derzeitigen Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn Helmut Himmelsbach, Landrat Detlef Piepenburg und an die Bürgermeister Martin Diepgen und Harry Mergel hat der VCD bereits am 11. März 2014 darauf hingewiesen, dass der bestehende 30-Minuten-Takt der S42 unattraktiv ist und kaum neue Fahrgäste lockt. Der Fahrplan der Stadtbahnlinie S42 zwischen Heilbronn und Neckarsulm sollte schnellstmöglich auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet werden. Ein solcher Takt besteht auch bei den Stadtbussen in Heilbronn und Neckarsulm. Nur so kann nach VCD-Meinung der S42-Verkehr mit dem übrigen Nahverkehr sinnvoll vernetzt werden. Auch geplante Anpassungen beim Regionalbusverkehr im Halbstundentakt wären beim 15-Minuten-Takt der S42 im Bereich Neckarsulm sofort umsetzbar. Unabhängig davon, wann die S42 weiter in Richtung Norden verkehren wird. Die Rhein-Neckar-Zeitung hat jetzt ausführlich darüber berichtet: Paradox erscheint nicht nur dem VCD, dass auf der S42 fast viermal so viele Fahrgäste erwartet werden, die S-Bahnen aber nur halb so oft wie auf der S4 fahren. Beim 15-Minuten-Takt bis Neckarsulm könne die S42 später auch nach Norden flexibel in einem bei S-Bahnen üblichen 30-Minuten-Takt verlängert werden.
Die gesamte VCD-Pressemitteilung findet sich im Kommentar zu diesem Artikel. Ebenso die Antwort auf unseren Brief von OB Himmelsbach. Dieser lässt ausrichten, dass für einen 15-Minuten-Takt kein Geld da sei. Von einem vernetzten Nahverkehrskonzept ist dagegen keine Rede.

Stadtbahn Nord wird auch im Juni nicht weiter fahren

ET2010 AVG neue Stadtbahn

ET2010 AVG neue Stadtbahn

Wie jetzt bekannt wurde, ist auch der Juni-Termin für die Aufnahme des Betriebes der Stadtbahn Nord bis Mosbach-Neckarelz nicht zu halten. Wie die Heilbronner Stimme aktuell berichtet, bekommen die neuen Zweisystem-Züge der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) immer noch keine Zulassung für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken. Sie können daher weiterhin nur als Straßenbahn zwischen Neckarsulm und Heilbronn verkehren. Angeblich hat die AVG in einem Schreiben dem Heilbronner Landratsamt mitgeteilt, dass eine Betriebsaufnahme im Sommer „ausgeschlossen“ sei. Die nächste Möglichkeit für eine Verlängerung der Stadtbahnverbindung könnte jetzt laut Landratsamt der Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 sein. Bisher sei das aber noch nicht absehbar. Ursprünglich sollte die Stadtbahn im Dezember 2014 nach Abschluss der Bauarbeiten an der Strecke auch nach Sinsheim fahren.
Wie aus Berichten der Heilbronner Stimme hervorgeht, sind die Probleme mit den neuen Fahrzeugen wohl doch größer als bislang gedacht: „Die AVG war nach eigener Aussage erst vor einer knappen Woche von Bombardier darüber informiert worden, dass aus der Zulassung bis Juni nichts wird. Die Fahrzeuge hatten einen „Gleisschaltmittelnachweis“ nicht erfüllt und waren durch den „Wankpoltest“ gefallen. Letzterer testet laut Tilo Elser, Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn, ob sich der Zug in Kurven nicht zu sehr zur Seite neigt. Der Nachweis der Gleisschaltmittel zeigt, ob das Fahrzeug beim Überfahren der Gleise Signale und Kontakte richtig auslöst.“ Zudem hat die AVG nach Angaben aus dem Landesverkehrsministerium immer noch keinen Verkehrsvertrag für die geplanten Fahrten nach Mosbach oder Sinsheim. Nun rächt sich auch, dass die politischen Verantwortlichen in der Region blind und naiv dem Unternehmen AVG vertraut haben, dieses ohne Ausschreibung mit dem Stadtbahn-Verkehr beauftragten und zudem noch kritiklos den Steuerbeutel weit geöffnet haben für unausgereifte, teure und bei der Innenausstattung unbequeme Zweisystem-Straßenbahnen.
In einem Kommentar wirft HSt-Chefredakteur Uwe-Ralf Heer allen Verantwortlichen komplettes „Versagen“ vor, auch die kommunale Aufsicht habe versagt: „Hier üben sich ein paar Amateure an einem Projekt, das sie absolut nicht überschauen. (…) Teure Züge werden nicht geliefert, Sicherheitsüberprüfungen kommen zu spät – wie kann so ein Millionenprojekt so dilettantisch vorbereitet werden?“ Das fragt sich nicht nur der Chefregakteur. (mgr)

VCD beklagt fehlende Kooperation bei Bus und Bahn

Stadtbahn und Stadtbus HN

Stadtbahn und Stadtbus HN

In einer Pressemitteilung beklagt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe nach dem Chaos beim Fahrplan der Stadtbahnlinie S4 die fehlende Koordination beim Öffentlichen Verkehr in der Region Heilbronn, nicht funktionierende Busanschlüsse und nicht existierende Information der Fahrgäste. Der VCD begrüßt ausdrücklich die Nachbesserungen beim Stadtbahn-Fahrplan und fordert, den Öffentlichen Verkehr in der Region auf eine neue Grundlage zu stellen und ein fachlich kompetentes Gremium zu schaffen, das als Ansprechpartner für Verkehrsunternehmen und Fahrgäste dient, die Verantwortung der Aufgabenträger konsequent wahrnimmt, Fahrpläne zwischen Bus und Bahn koordiniert und die Einhaltung von Qualitätsstandards im ÖV streng überwacht. Dies könne zum Beispiel ein kommunaler Zweckverband mit einem schon lange geforderten Fahrgastbeirat sein.
Auch die Heilbronner Stimme berichtet. Auf der Facebook-Seite der Heilbronner Stimme berichten im entsprechenden Artikel zahlreiche Fahrgäste von nicht funktionierenden Anschlüssen im gesamten Landkreis Heilbronn.
Die gesamte Pressemitteilung findet sich im ersten Kommentar zu diesem Artikel.

VCD fordert pünktliche Ausschreibung und S-Bahn bis Möckmühl

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD fordert eine rasche Ausschreibung der Verkehrsverbindungen auf der Frankenbahn und einen Neustart pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016. Dazu schlägt der VCD in einer Mitteilung vor, die Ausschreibung auf den Streckenabschnitt Würzburg-Heilbronn-Stuttgart zu beschränken, um genügend Bewerber für den künftigen Regionalverkehr zu interessieren. Zudem solle die Stadtbahn mittelfristig bis nach Möckmühl fahren, damit auch aus dem Jagsttal direkte Verbindungen in die Heilbronner Innenstadt möglich sind. Der VCD schlägt vor, die Verantwortung für den S-Bahnverkehr an die Region Heilbronn zu übertragen und die Frankenbahn wie ursprünglich geplant in das Heilbronner Stadtbahnnetz zu integrieren. „Das wäre die wirtschaftlichste und für die Fahrgäste komfortabelste Lösung“, sagt VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter. Die S-Bahn sollte mittelfristig halbstündlich zwischen Bietigheim, Heilbronn und Möckmühl verkehren. In Bad Friedrichshall könnten die Züge nach technischen Anpassungen mit jenen der Stadtbahn Nord verbunden werden, so dass es auch aus dem Jagsttal direkte Verbindungen in die Heilbronner Innenstadt geben wird.