Verkehrspolitischer VCD-Abend: Mehr Bahn braucht das Land!

Am 16. Mai 2019, um 19 Uhr veranstaltet der VCD in Schwäbisch Hall, Theatersaal im „Alten Schlachthaus“, Haalstr. 9 einen verkehrspolitischen Abend mit Diskussion zum Thema: Mehr Bahn braucht das Land! Ausbau, Reaktivierung jetzt!

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Der Flyer zum verkehrspolitischen VCD-Abend in Schwäbisch Hall

Kein Klimaschutz ohne Verkehrswende! Wie können attraktive Bahnangebote den Öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum stärken und zum Rückgrat der Verkehrswende werden? Was muss geschehen, damit Bahnfahren auch in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe wieder attraktiv wird? Welche Konzepte und Ideen gibt es für die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken? Welche Forderungen und Ideen hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD für eine ernstgemeinte Verkehrswende? Moderne Wasserstoff-, Hybrid- oder Batteriezüge wie der FLIRT Akku von Stadler bieten Chancen für eine Renaissance der Bahn und die Erweiterung des Netzes auch auf nicht elektrifizierten Strecken.

Gerhard Schnaitmann, langjähriger Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, spricht über Chancen und Möglichkeiten für den regionalen Bahnverkehr und die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender, erläutert die VCDKernforderungen für die Verkehrswende und berichtet über den Einsatz und die Ideen des VCD für eine attraktive und moderne Bahn im Land. Anschließend besteht die Gelegenheit für Fragen und zur Diskussion. Hier gibt es den VCD-Flyer zum Download

Das Landesverkehrsministerium hat jetzt eine Liste mit stillgelegten Bahnstrecken und Potenzial für eine mögliche Reaktivierung vorgelegt und will diese Projekte weiter untersuchen. Dazu gehören auch die Zabergäubahn Laufen – Zaberfeld sowie die Strecke von Waldenburg nach Künzelsau.

 

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Historischer Tag: Der erste ICE trifft Stadtbahn auf der Frankenbahn

Am Montag, den 29. April 2019 wurde in Heilbronn Eisenbahn-Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal fuhr ein ICE fahrplanmäßig in den Hauptbahnhof der Großstadt ein! Mit rund 50 Minuten Verspätung erreichte ICE 715 von Köln kommend gegen 10:30 Uhr den Heilbronner Hauptbahnhof, wie die Heilbronner Stimme im Liveblog berichtete, um dann nach Stuttgart weiter zu fahren. Die Rückfahrt nach Köln mit ICE 714 am Nachmittag mit Abfahrt um 14:10 Uhr in Heilbronn verlief pünktlich. Anlass für den täglichen ICE-Stopp bis Anfang Oktober (Montag bis Freitag) ist die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn, nachdem sich die lokale Politik vehement für einen Fernverkehrshalt während der BUGA eingesetzt hatte.

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ICE trifft Stadtbahn auf der Fahrt nach Köln am Haltepunkt Neckarsulm Mitte ©SCRITTI

Der ICE verlässt Köln am frühen Morgen um 6:11 Uhr und benötigt rund vier Stunden bis zur Endstation Stuttgart.

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Heilbronner Stadtverwaltung bremst Radverkehr aus

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe, der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club ADFC sowie die Lokale Agenda 21 in Heilbronn haben jetzt Protestnoten an den Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel sowie an Bürgermeister Wilfried Hajek übergeben. Sie kritisieren, dass die Stadtverwaltung Heilbronn in einer Nacht- und Nebelaktion einen der wichtigsten Heilbronner Radwege in der Oberen Neckarstraße zur Fußgängerzone erklärt hat und so den inner- wie überörtlichen Radverkehr massiv behindert.

„In Zeiten des Klimawandels und bei drohenden Fahrverboten angesichts stark verschmutzter Atemluft in den Städten fällt der Stadtverwaltung Heilbronn nichts Besseres ein, als eine der wichtigsten lokalen und überregionalen Radverbindungen klammheimlich auszubremsen“, ärgert sich VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter.

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Wer sein Rad liebt, der schiebt. In der Konfliktzone Obere Neckarstraße in Heilbronn auf dem meist befahrenen Radweg der Stadt nach dem Willen der Stadtverwaltung bald Alltag. ©SCRITTI

„Es war von Anfang an klar, dass die umfangreiche Außengastronomie am oberen Neckarufer zu Konflikten mit der dort seit Jahrzehnten entlang führenden landesweiten und wichtigsten innerstädtischen Radroute führen wird“, sagt Uwe Ahrens von der Lokalen Agenda 21 Heilbronn. Die Bedenken zahlreicher Radfahrer*innen wurden jedoch von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen. Es wurden auch keine fahrradfreundlichen Alternativrouten ausgewiesen oder konstruktive Vorschläge gemacht, wie die erst durch den Neubau des Marrahauses geschaffenen Konflikte zwischen Gastronomie und Radlern in der oberen Neckarstraße gelöst werden könnten.

„Stattdessen hat die Stadtverwaltung nun kurzerhand den Gastronomiebereich zur Fußgängerzone mit Radfahren frei erklärt, was für die Verkehrsteilnehmer*innen drastische Konsequenzen hat“, erläutert ADFC-Vorstand Volker Geis. „Ab sofort dürfen Radfahrer*innen hier nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren, oder sie können ihr Fahrrad gleich schieben. Mit der so oft angekündigten Förderung des Radverkehrs in Heilbronn hat solch eine Maßnahme absolut nichts zu tun.“

VCD, ADFC und Lokale Agenda21 fordern die Stadtverwaltung auf, zeitnah alternative Vorschläge für eine unbehinderte Fahrtmöglichkeit per Fahrrad an dieser zentralen Stelle vorzulegen. Quelle: Pressemitteilung

Heilbronn bringt Güterverkehr zurück auf die Schiene

Der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt die Bemühungen der Stadtwerke Heilbronn, im alten Industriegebiet von Heilbronn wieder mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Dies kann auch positive Auswirkungen auf das Container-Terminal direkt am Neckar haben. Mittelfristig fordert der VCD eine im Bereich des Großkraftwerks eine neue Brücke über den Neckar und die Verlängerung der Gütergleise bis ins nahe liegende, boomende Gewerbegebiet Böllinger Höfe, um dort endlich die dringend notwendige Alternative zu den verstopften Straßen zu schaffen.

Nachdem über 15 Jahre keine Nutzung des Stammgleises 4 der Hafenbahn Heilbronn erfolgt ist, soll diese Phase der Nichtnutzung bald enden. Am Donnerstag, 29. November, erfolgte ein erster Testtransport auf der Strecke, die im Industriegebiet Osthafen die Lichtenbergerstraße, Dieselstraße und Benzstraße quert und auf dem Gelände der Firma RUZ endet. Für das Jahr 2019 ist die Schaffung eines neuen Gleisanschlusses im Bereich der Lichtenbergerstraße geplant.

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Der Testzug mit Lokomotive der Deutschen Bahn auf der Heilbronner Hafenbahn. Foto: Johannes Hüsch

Zur Vorbereitung fand am Donnerstag, 29. November, ein erster Testtransport zum neuen Anschließer statt. Nachdem die Gleise jahrelang nicht genutzt wurden, wurde in den letzten Tagen und Wochen intensiv gearbeitet. Um die Sicherheit der Fahrt zu gewährleisten, wurden ca. 200 Schwellen ausgetauscht, die Strecke von Bewuchs gereinigt und diverse Sicherheitsüberprüfungen an den Gleisen durchgeführt. Für das kommende Jahr ist dann eine umfassende Sanierung des Gleisabschnittes zwischen den Bahnübergängen Lichtenbergerstraße und Benzstraße vorgesehen.

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B27-Ausbau: Noch mehr Straßenbau oder öffentlicher Verkehr?

Stadtbahn S42 beim Audi-Werk in Neckarsulm, rechts oben die B27, links unten die NSU-Straße

Stadtbahn S42 beim Audi-Werk in Neckarsulm, rechts oben die B27, links unten die NSU-Straße an einem Samstagnachmittag. ©SCRITTI

Die aktuelle Debatte über den B27-Anschluss an die Binswanger Straße in Neckarsulm und den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße ist eine Diskussion aus dem vergangenen Jahrhundert. Kein Wunder, die Planungen dafür liegen ja schon Jahrzehnte zurück. Das aktuell vorgestellte Verkehrsgutachten (Bericht in der Heilbronner Stimme) hilft da nur wenig weiter, da es lediglich heutiges, Mobilitätsverhalten mit einem permanenten Wachstum an Autoverkehr weiter in die Zukunft projiziert. Gleichzeitig diskutieren wir intensiv über Klimaschutz und Fahrverbote in vielen Städten. Um die Klimaziele zu erreichen, sind auch drastische Maßnahmen im Verkehrsbereich notwendig, das weiß inzwischen jeder. Als ökologischer Verkehrsclub fordert der VCD schon lange die Verkehrswende, und zwar jetzt!

In einem aktuellen Artikel der BBC (Why you have probably already bought your last car – Warum Sie wahrscheinlich Ihr letztes eigenes Auto gekauft haben) heißt es: „A growing number of tech analysts are predicting that in less than 20 years we’ll all have stopped owning cars, and, what’s more, the internal combustion engine will have been consigned to the dustbin of history.“ Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass sobald autonome, elektrisch angetriebene Fahrzeuge massentauglich sind, die Kosten für die individuelle Mobilität derart sinken werden, dass sich niemand mehr die Mühe machen wird, ein eigenes Auto zu besitzen und mit diesem jeden Tag zur Arbeit zu fahren. Wozu auch?

Laut dem BBC-Artikel fährt der durchschnittliche Autobesitzer in England weniger als 16.000 Kilometer im Jahr, Autos stehen 95 Prozent der Zeit anstatt zu fahren. Das ist in Deutschland nicht viel anders. Viele junge Menschen haben das längst verstanden und organisieren sich ihre Mobilität auf andere Weise. Was passiert also, wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt und junge Menschen zunehmend auf den Besitz eines eigenen Autos verzichten? Was passiert, wenn wir eine Trendwende zum öffentlichen Verkehr hin schaffen und statt der B27-Fahrspuren die Bahngleise zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall verdoppeln?

Ein tragfähiges Gutachten sollte nicht nur statisch den wachsenden Individualverkehr betrachten, sondern auch alternative Szenarien berücksichtigen. Was ist, wenn der Autoverkehr in 10, 20 Jahren tatsächlich signifikant weniger wird? Sind dann die zig Millionen für den B27-Anschluss noch gerechtfertigt? Was würde passieren, wenn die Stadt Neckarsulm und die Region dieselbe Summe in den Ausbau und die Vernetzung des öffentlichen Verkehrs investieren würden? Wenn Busse und Bahnen alle fünf Minuten verkehren und alle großen Standorte von Audi, Bechtle, Lidl, Schwarz und Co. in alle Richtungen anbinden würden? Um wie viele Autos pro Tag könnten dann die geplagten BürgerInnen entlastet werden?

Es gilt die alte Weisheit: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das sehen wir in der gesamten Region Heilbronn-Neckarsulm. Jede Straßenbaumaßnahme in der Vergangenheit wurde uns als „Entlastung“ verkauft – mit dem Ergebnis, dass der Individualverkehr inzwischen regelmäßig zusammenbricht und die Menschen die Luft in den Städten nicht mehr atmen können. Beim B27-Anschluss in Neckarsulm wird es nicht viel anders sein: Es mag sein, dass durch den Anschluss einzelne Straßen in Neckarsulm vom Autoverkehr entlastet werden. Was ist aber etwa mit den BürgerInnen, die etwas weiter weg in Erlenbach oder Kochendorf wohnen? Oder in Weinsberg? Werden auch sie entlastet oder haben sie in Zukunft stattdessen den Dreck vor der eigenen Haustür?

Eine regionale Verkehrsplanung, die ihren Namen verdient und alle Formen der Mobilität berücksichtigt, ist überfällig. Die Zeit der Insellösungen mit immer mehr und immer größeren Straßen muss ein Ende haben. Es geht nicht darum, wie man bequem mit dem eigenen Auto zur Arbeitsstelle kommt. Es geht darum, den Planeten Erde zu retten.

Michael Schwager, Mitglied im VCD-Vorstand Hall-Heilbronn-Hohenlohe

Hintergrund: Mitten durch Neckarsulm hindurch führt die Bundesstraße 27 als Schnellstraße aus dem Neckartal kommend nach Heilbronn hinein. Es gibt zwei Auf- und Abfahrten nördlich und südlich der Innenstadt bei der Kreuzung mit der Autobahn A6. Innerhalb der Stadt führt die zweispurige B27 über eine Brücke am Zentrum vorbei. Seit langem werden der durchgehende vierspurige Ausbau diskutiert (der aus Platzmangel nur schwer umsetzbar ist) sowie ein weiterer Anschluss im Bereich der kreuzenden Binswanger Straße zum Anschluss eines Gewerbegebiets. Dieser erfordert jedoch teure Rampen für die Auf- und Abfahrten zur tieferliegenden B27 und die Umsiedlung einer im Weg liegenden Baumschule. Daher summieren sich die Kosten inzwischen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Befürworter des Anschlusses glauben, dass dadurch weniger Autoverkehr durch die Innenstadt fließt und zugleich das Gewerbegebiet mit der Lidl-Zentrale attraktiver wird. Gegner erwarten nur noch mehr Verkehr und eine zusätzliche Belastung der Anwohner in diesem Bereich, weshalb sie ein Bürgerbegehren in dieser Frage initiiert haben. (mgr)

Magazin VCDdirekt 2018 erschienen

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VCDdirekt Ausgabe 2018

Ende Juni ist eine neue Ausgabe des Magazins VCDdirekt erschienen mit Infos und Artikeln zur verkehrspolitischen Arbeit des ökologischen Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Baden-Württemberg. Spannende Themen auf 24 Seiten rund um den öffentlichen Verkehr und die Verkehrswende sind unter anderem

  • ÖPNV-Offensive des VCD für lebenswerte Städte
  • Grundschulkinder als kleine Lärmdetektive
  • Zugausfälle und Verspätungen: Das Warten geht weiter
  • Elektrifizierungsoffensive für das Bahnnetz in Baden-Württemberg
  • Was kostet Kommunen der Individualverkehr?
  • VCD: Wir sind der Verkehrswende-Club!
  • Klimaschutzszenario Baden-Württemberg und Konsequenzen
  • Stuttgart 21 neu ausrichten und Kopfbahnhof erhalten
  • ÖV-Offensive für Heilbronn statt Fahrverbote
  • VCD-Projekt Radschnellwege Baden-Württemberg
  • Neue Mobilitätsangebote rund um Stuttgart

Auf der Webseite des VCD-Landesverbandes Baden-Württemberg steht die aktuelle Ausgabe zum Download bereit. Dort können auch gedruckte Exemplare bestellt werden. Viel Spaß beim Lesen!

WM und Public Viewing: VCD fordert bessere Anbindung von Heilbronn im Nahverkehr

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Genossenschaftskellerei Heilbronn: Kein Anschluss an den ÖV zum Open-Air-Kino oder Public Viewing

Aus Anlass des Starts der Fußball Weltmeisterschaft 2018 und des bei der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg stattfindenden Public-Viewings fordert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe, endlich die Anschlüsse im öffentlichen Verkehr (ÖV) zwischen Heilbronn und den Nachbarkommunen zu verbessern und einen Grundtakt von 30-Minuten auch abends und am Wochenende auf allen Linien einzuführen.

Jedes Jahr finden bei der Genossenschaftskellerei, die sich nur wenige Meter von der Ortsgrenze von Heilbronn und Erlenbach entfernt befindet, Großveranstaltungen wie das Sommerfest, das Open-Air-Sommerkino oder nun Public-Viewing zur WM mit Tausenden Besuchern statt. Inzwischen locken auch der beliebte Biergarten und andere touristische Angebote zahlreiche Gäste den ganzen Sommer über an die Binswanger Straße mit Blick über die umliegenden Weinberge.

Aus VCD-Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dennoch fast alle Besucher mit dem Auto kommen müssen und die umliegenden Felder zuparken, nur weil man die Genossenschaftskellerei und den Heilbronner Nachbarort Erlenbach mit dem ÖV nicht erreichen kann. „Das ist für eine Weinstadt und Weinregion schlicht unwürdig und konterkariert die allgemeinen Bemühungen, den Tourismus im Heilbronner Land zu fördern“, stellt VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter fest. Weiterlesen

VCD fordert rasche Maßnahmen für bessere Luft in Heilbronn: Stadtbahn stärken, ÖV ausbauen und Ticketpreise senken

LA21-HN-S42-AustrasseIn einer aktuellen Pressemitteilung begrüßt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region Hall, Heilbronn, Hohenlohe die Debatte über den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) für bessere Luft in den Städten und fordert die Verantwortlichen endlich zum Handeln auf. Nur der massive ÖV-Ausbau kann Bürgerinnen und Bürgern attraktive Mobilitätsalternativen bieten und somit den Autoverkehr auch in Heilbronn verringern. Das Angebot bei der Stadtbahn und in den Nebenzeiten muss verdichtet werden. „Wer weniger Autoverkehr in den Städten und damit bessere Luft haben will, muss den ÖV stärken und endlich die Verkehrswende einleiten“, erklärt VCD-Vorstandsmitglied Hans-Martin Sauter. Dazu gehörten engere Takte bei Bahn und Bus sowie deutlich niedrigere Ticketpreise.

Stadtbahn Süd: Fortschritte bei der Verwirklichung des „TramTrain Bottwartal“

BottwartalbahnNeuigkeiten gibt es von der Bürgeraktion Bottwartalbahn zum Wiederaufbau der ehemaligen Bottwartalbahn als moderne Stadtbahn von Marbach bis in die Heilbronner City. „In den letzten Monaten gab es zahlreiche Vortragstermine, Termine für Gespräche mit den Bürgermeistern, Ortsbesichtigungen und Diskussionen mit den politischen Vertretern“, berichtet Sprecher Hans-Joachim Knupfer. Den Anlass dazu gab zunächst eine politische Anregung aus Marbach mit dem Ziel, das bestehende (und rechtlich gewidmete) Eisenbahngleis der Bottwarbahn in Marbach, die 1,7 km bis zum ehemaligen Abzweig zum einstigen Kraftwerk Marbach, in einen Radweg umzuwidmen. Unabhängig davon, aber zeitlich parallel erschien der Entwurf zum neuen Regionalverkehrsplan der Region Stuttgart, der – wie schon im letzten Plan, der vor weit über zehn Jahren erschien – die Freihaltetrasse für eine Stadtbahnstrecke zwischen Marbach und Beilstein als „Vorhaben hoher Dringlichkeit“ einstuft. Bis dahin war die politische Haltung im Bottwartal oft etwa so: Wenn „Stuttgart“ schon so viele Jahre „hohe Dringlichkeit“ sehe, aber niemand etwas für dieses Vorhaben tue, dann könne es auch nicht so wichtig sein.

„Die aktuelle Diskussion in der Region Stuttgart um die Luftbelastung durch den Autoverkehr und diskutierte Fahrverbote haben aber in den letzten Monaten ganz offensichtlich ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern bewirkt“, stellt Knupfer fest. Mit jedem Monat, in dem die Initiative größere Auszüge und Zusammenhänge ihrer Entwürfe für ein aktuelles Stadtbahnkonzept präsentierten, wuchs die einhellige Zustimmung in den politischen Lagern.

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Westfrankenbahn fährt weiter bis Ende 2031 – keine Innovationen in Sicht

Westfrankenbahn Desiro Weinsberg

Desiro der Westfrankenbahn in Weinsberg ©SCRITTI

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH, die Muttergesellschaft der Westfrankenbahn, hat nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg jetzt den rechtskräftigen Zuschlag für den Betrieb des SPNV-Netzes 11 „Hohenlohe-Franken-Untermain“ erhalten. Ab Ende 2019 soll der Stundentakt zwischen Heilbronn und Schwäbisch hall kommen. Dies werden dann die letzten von der DB erbrachten SPNV-Leistungen in der Region Heilbronn sein. Der VCD kritisiert den weiteren Einsatz von gebrauchten Dieselfahrzeugen unter elektrischer Oberleitung.
Einsprüche von unterlegenen Bietern innerhalb der Einspruchsfrist seien nicht eingegangen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Das SPNV-Netz 11 umfasst die Strecken:
Aschaffenburg Hbf – Miltenberg – Wertheim – Lauda – Crailsheim; Crailsheim – Schwäbisch Hall-Hessental – Öhringen Hbf – Heilbronn Hbf (Hohenlohebahn); Miltenberg – Walldürn – Seckach (Einzelleistungen bis Osterburken). Einzelne Züge werden auch auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda und von Würzburg Hbf über Lauda nach Bad Mergentheim unterwegs sein.
BaWü SPNV-Netz 11

BaWü SPNV-Netz 11

Es sollen modernisierte Gebrauchtfahrzeuge vom Typ Siemens Desiro (BR 642) fahren wie sie die DB bereits seit 1999 im Einsatz hat und die zeitweise auch auf der Hohenlohebahn verkehrten. Die Fahrzeuge sollen ein Redesign unter anderem mit Klimaanlage und kostenfreiem WLAN erhalten. Der Verkehrsvertrag läuft über 12 Jahre und endet im Dezember 2031. Die Fahrzeuge werden dann bereits gut 30 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Der Leistungsumfang beträgt voraussichtlich rund 3,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr, davon rund 1,11 Millionen Zugkilometer pro Jahr in Bayern. Der bisherige Preis von 11,70 Euro pro Zugkilometer wird nach Angaben von Landesverkehrsminister Winfried Hermann lediglich um einen Euro auf 10,70 Euro sinken. Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu den Stuttgarter Netzen, wo sich der Preis durch die SPNV-Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf rund 6 Euro nahezu halbiert hat. Daher wird auf den baden-württembergischen Streckenabschnitten im Netz 11 das Verkehrsangebot gegenüber heute auch nur um etwa 10 Prozent ausgeweitet. Wichtigste Neuerung sind künftig wochentags tagsüber der durchgehende Stundentakt zwischen Wertheim und Crailsheim sowie auf der Hohenlohebahn zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall–Hessental, wo der schnelle RegionalExpress bislang nur zweistündlich verkehrt.
Bimodaler FLIRT UK für East-Anglia

Bimodale FLIRT-Triebwagen von Stadler könnten von Crailsheim bis ins Zabergäu fahren

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD bedauert, dass die Ausschreibung nicht zur Umsetzung von Innovationen und modernen Fahrzeugkonzepten genutzt wurde. Da die Strecke Crailsheim – Schwäbisch Hall – Heilbronn mit rund 88 Kilometer Länge bis auf die Lücke zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall durchgehend elektrifiziert ist, hält der VCD den langfristigen Einsatz von Dieselfahrzeugen aus klimapolitischen Gründen hier für problematisch. Dies gilt auch für Fahrten zwischen Würzburg und Lauda. Der VCD hat mehrfach vorgeschlagen, auf der Hohenlohebahn moderne Hybrid-Fahrzeuge mit kombiniertem Elektro-Diesel-Antrieb einzusetzen. Mit solchen bimodalen Zügen könnte dann auch von Heilbronn Hbf direkt weiter ins Zabergäu gefahren und somit die Zabergäubahn als moderne Stadtbahn Süd kostengünstig reaktiviert werden. (mgr)