Heilbronner Fahrradparkhaus nimmt Gestalt an

Laut Pressemitteilung der Stadt Heilbronn gehen die Arbeiten an dem neuen Fahrradparkhaus direkt vor dem Heilbronner Hauptbahnhof zügig voran. Ein zwölf Meter hohes Stahlgerüst ragt derzeit am Heilbronner Hauptbahnhof in den Himmel. Es bildet die Hülle für den Fahrradparkturm, der voraussichtlich im Juli fertig sein wird. Als nächstes werden die Glas- und Aluminiumelemente für die Fassade montiert. Parallel dazu erfolgen Erdung und Blitzschutz. Im Anschluss daran wird die Innentechnik installiert. Abschließend wird das Umfeld gestaltet und die Versorgungsanschlüsse werden gelegt. 

Vorbereitung für die Glas- und Aluminiumelemente beim Bau des Fahrradparkhauses am Heilbronner Hauptbahnhof. Foto: Stadt Heilbronn

Auf acht Ebenen haben 122 Fahrräder in dem Turm Platz. Die Stellplätze sind sternförmig angeordnet. Alle gängigen Fahrradtypen können untergebracht werden. Die Bedienung ist einfach. Radfahrer stellen ihr Zweirad auf eine Radschiene. Das Rad wird dann automatisch per Knopfdruck eingezogen und mit einem Lift in die Höhe zu einem freien Platz transportiert, unzugänglich für Dritte und diebstahlsicher eingelagert. Beim Abholen steht das Rad innerhalb von 16 Sekunden wieder zur Weiterfahrt bereit. Entwickelt wurde das System von der Wöhr Autoparksysteme GmbH in Friolzheim. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. (pm)

Infos zur künftigen Nutzung des Fahrradparkhauses gibt es im Blog vom Liegeradler.

Mit dem Rad durch Heilbronn, der Tragödie 1. Teil

Was man als Ex-Heilbronner so erlebt, wenn man nach Jahren mal wieder mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, beschreibt Martin Speiser in seinem lesenswerten Blog. Für einheimische Radler*innen sicherlich nichts Neues, aber der besondere Blick öffnet einem doch über den ein oder anderen Irrsinn die Augen…

MartinTriker

Neulich war ich mal wieder in Heilbronn, meiner alten Heimatstadt. #AusGründen, die nicht in dieses Blog gehören. Aber ich hatte mein Rad dabei, und bin an diesen zwei Tagen, einem Sonntag und einem Samstag, insgesamt 15km dort gefahren. Was ich auf diesen 15km erlebt habe, wollte ich in einem Blog-Beitrag niederschreiben. Doch beim Durchsehen des gesammelten Materials habe ich festgestellt, das reicht locker für mehrere Beiträge.

Ein bißchen wusste ich ja schon was mich erwartet, denn so ganz sind die Verbindungen nicht abgebrochen. Nicht nur durch das Blog „RadfahreN in HeilbronN“ von dem Mann, der mich auf’s Liegerad gebracht hat. (Die merkwürdige Schreibweise mit Groß- und Kleinbuchstaben sind wegen der merkwürdigen Schreibweise, die vom Heilbronner Marketing als gut empfunden wird.)

Hier also der erste Teil. Es geht um den Kurt-Schumacher-Platz, auf halbem Weg zwischen der Stadtmitte und dem Bahnhof. Das war über Jahre ein Teil meines Arbeitswegs. Über…

Ursprünglichen Post anzeigen 469 weitere Wörter

Land fördert RadKULTUR 2021 in 17 Kommunen: Stadt und Landkreis Heilbronn sind nicht dabei

In einer aktuellen Pressemitteilung berichtet das Landesverkehrsministerium über die Förderung des Radverkehrs in den Kommunen im Rahmen der Initiative RadKULTUR. Ein vielfältiges und buntes Jahresprogramm rund ums Radfahren erwartet die 17 Städte und Landkreise, die in diesem Jahr gefördert werden. Laut Verkehrsminister Winfried Hermann wurden noch nie in der Geschichte der Landesinitiative so viele Kommunen gleichzeitig gefördert. Während der Landkreis Schwäbisch Hall und die Stadt Neckarsulm mit im Boot sind, gehen Stadt- und Landkreis Heilbronn dagegen leer aus. „Die zahlreichen Bewerbungen zeigen einmal mehr: Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel unserer Zeit. In immer mehr Kommunen gewinnt der Radverkehr an Bedeutung. Umso schöner, dass wir nun 17 Städte und Landkreise dabei unterstützen können, mit der Initiative RadKULTUR noch stärker fürs Radfahren zu werben“, betont Hermann. „Nachhaltige Mobilität beginnt im Kopf und sollte da nicht enden. Der Bau neuer Radwege bringt nur dann etwas, wenn die Wege auch genutzt werden.“

17 Städte und Landkreise werden mit der Initiative RadKULTUR gefördert. Stadt- und Landkreis Heilbronn gehören nicht dazu. Neckarsulm ist mit dabei.

Gemeinsam mit den geförderten Kommunen bietet die Initiative RadKULTUR vielfältige Möglichkeiten, die Attraktivität des Radfahrens vor Ort präsent zu machen.

Weiterlesen

Besserer Radverkehr in Heilbronn bedeutet weniger Fläche für den Autoverkehr

In verschiedenen Beiträgen beleuchtet die Heilbronner Stimme die Situation für Radfahrende in Heilbronn. Unter anderem berichtet Christoph Donauer Mitte Juli 2019 darüber, Wo Radfahrer in und um Heilbronn besonders gefährlich leben. Dabei zitiert er auch den VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe: VCD-Vorstandsmitglied Michael Schwager betont, dass sich in Heilbronn und dem Landkreis beim Thema Radfahren viel tut. Dennoch geschieht insgesamt zu wenig, sagt Schwager: „Diese Schritte sind aus unserer Sicht viel zu zaghaft, und es wird auch nicht genug Geld für den Radverkehr beziehungsweise für Planung und Koordination zur Verfügung gestellt. Auf diesem Niveau lassen sich die angestrebten Ziele zur Erhöhung des Radverkehrsanteils am Verkehrsgeschehen nicht erreichen.“ Nötig sei eine übergeordnete Verkehrsplanung zwischen Stadt und Landkreis. 

Kopenhagen-Radverkehr_SCRITTI

Vorbild Kopenhagen: Radfahren ist sicher und macht Spaß, wenn dem Radverkehr genügend Fläche zugestanden wird. Zwei Meter Breite je Richtung sind das Minimum. ©SCRITTI

In einem weiteren, wesentlich kritischeren Beitrag vom 9. August 2019 berichtet Valerie Blass über den Kampf um den Platz in der Stadt und die Verteilung des öffentlichen Raumes für eine bessere, klimafreundlichere Mobilität. Darin kommt auch der Pressesprecher der Stadt Heilbronn zu verschiedenen Fragen zu Wort und weist auf die „baulichen Zwänge in vielen Räumen des Straßennetzes“ hin. Diese erlaubten es nicht, eine vom Kfz-Verkehr getrennte Rad-Infrastruktur anzubieten. „Hier wird, sofern möglich, der Schutzstreifen realisiert. Dort, wo es die Platzverhältnisse zulassen, haben separate und komfortable Rad-Infrastrukturen Priorität.“ In diesem Zitat wird nach VCD-Meinung sehr schön die weiterhin gültige und gescheiterte Verkehrspolitik der Stadt Heilbronn deutlich: „Komfortable“ Rad-Infrastruktur hat nur dort Platz, wo sie dem Autoverkehr nicht ins Gehege kommt! Der VCD ist davon überzeugt: Wer den Radverkehr als ernsthafte Alternative zum Autoverkehr etablieren will, muss dem Radverkehr auch genügend Straßenraum zur Verfügung stellen und dem Autoverkehr Flächen entziehen. Daran führt kein Weg vorbei. Weiterlesen

OB Mergel reagiert auf Radwege-Kritik

Mit einem Brief hat der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel vor einiger Zeit auf die Kritik von ADFC, Lokaler Agenda 21 und VCD an der Behinderung von Radfahrer*innen in der Oberen Neckarstraße reagiert, nachdem es dort immer wieder zu Konflikten zwischen Außengastronomie und Nutzer*innen des jahrzehntelang existierenden Radweges gekommen ist. Neben Allgemeinplätzen zur Straßenverkehrsordnung und dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer*innen betont Mergel, erklärtes Ziel der Stadt sei die Öffnung und Belebung der Oberen und Unteren Neckarstraße zum Neckar hin. Die in den letzten Jahren starke gastronomische Entwicklung trage letztlich zu einer lebenswerten Stadt bei. Die Ausweisung der „Neckarmeile“ als Fußgängerzone mit „Radfahrer frei“ solle Verkehrsunfällen vorbeugen. Eine konkrete Lösung für den Konflikt und eine ernsthafte Alternative für Radfahrende, die in die Innenstadt wollen, hat Mergel nicht zu bieten. Er stellt in Aussicht, dass nach der Bundesgartenschau die alte Kranenstraße in eine reine Fahrrad-Straße umgewandelt werden soll und damit eine attraktive östliche Achse Badstraße – Kurt-Schumacher-Platz – Kranenstraße entstehe. Zudem gebe es Überlegungen, auf dieser Route die beiden Hochschulstandorte miteinander zu verbinden. Daraus lässt sich ableiten, dass die Verwaltung den Radverkehr komplett aus der Oberen und Unteren Neckarstraße heraushaben will. Mergel weiter: „Zusätzlich zu dieser Planung werden im Zusammenhang mit der Verkehrsuntersuchung der nördlichen Innenstadt derzeit Alternativen geprüft, wie der Radfahrer u.a. über die Kram- und Gerberstraße geführt werden kann.“ Der VCD fordert, mittelfristig die Innenstadt für den automobilen Durchgangsverkehr zu sperren und Anwohnern, Radfahrenden und Fußgängern absoluten Vorrang einzuräumen. (mgr)

Heilbronner Stadtverwaltung bremst Radverkehr aus

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe, der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club ADFC sowie die Lokale Agenda 21 in Heilbronn haben jetzt Protestnoten an den Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel sowie an Bürgermeister Wilfried Hajek übergeben. Sie kritisieren, dass die Stadtverwaltung Heilbronn in einer Nacht- und Nebelaktion einen der wichtigsten Heilbronner Radwege in der Oberen Neckarstraße zur Fußgängerzone erklärt hat und so den inner- wie überörtlichen Radverkehr massiv behindert.

„In Zeiten des Klimawandels und bei drohenden Fahrverboten angesichts stark verschmutzter Atemluft in den Städten fällt der Stadtverwaltung Heilbronn nichts Besseres ein, als eine der wichtigsten lokalen und überregionalen Radverbindungen klammheimlich auszubremsen“, ärgert sich VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter.

HN-Ob-Neckarstr-Zone1

Wer sein Rad liebt, der schiebt. In der Konfliktzone Obere Neckarstraße in Heilbronn auf dem meist befahrenen Radweg der Stadt nach dem Willen der Stadtverwaltung bald Alltag. ©SCRITTI

„Es war von Anfang an klar, dass die umfangreiche Außengastronomie am oberen Neckarufer zu Konflikten mit der dort seit Jahrzehnten entlang führenden landesweiten und wichtigsten innerstädtischen Radroute führen wird“, sagt Uwe Ahrens von der Lokalen Agenda 21 Heilbronn. Die Bedenken zahlreicher Radfahrer*innen wurden jedoch von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen. Es wurden auch keine fahrradfreundlichen Alternativrouten ausgewiesen oder konstruktive Vorschläge gemacht, wie die erst durch den Neubau des Marrahauses geschaffenen Konflikte zwischen Gastronomie und Radlern in der oberen Neckarstraße gelöst werden könnten.

„Stattdessen hat die Stadtverwaltung nun kurzerhand den Gastronomiebereich zur Fußgängerzone mit Radfahren frei erklärt, was für die Verkehrsteilnehmer*innen drastische Konsequenzen hat“, erläutert ADFC-Vorstand Volker Geis. „Ab sofort dürfen Radfahrer*innen hier nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren, oder sie können ihr Fahrrad gleich schieben. Mit der so oft angekündigten Förderung des Radverkehrs in Heilbronn hat solch eine Maßnahme absolut nichts zu tun.“

VCD, ADFC und Lokale Agenda21 fordern die Stadtverwaltung auf, zeitnah alternative Vorschläge für eine unbehinderte Fahrtmöglichkeit per Fahrrad an dieser zentralen Stelle vorzulegen. Quelle: Pressemitteilung