Weiterhin massive Kritik an ÖPNV-Verschlechterungen

13 01 2015

Weiterhin beklagen Fahrgäste im Landkreis Heilbronn die massiven Verschlechterungen beim Nahverkehr zwischen Neckarsulm und Heilbronn seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet in einer Reportage, was bei der Stadtbahn Nord alles nicht funktioniert. Pendler klagen über die nicht funktionierenden Anschlüsse von Mosbach in Richtung Stuttgart. Inzwischen kommen auch alte Stadtbahn-Fahrzeuge zum Einsatz, da es wohl mit den neuen weiterhin Probleme gibt. Kritik der Fahrgäste im Landkreis Heilbronn richtet sich vor allem gegen das Verhalten des entsprechenden Amtsleiters Claus-Jürgen Renelt. In einem Leserbrief an die Heilbronner Stimme schreibt etwa Torsten Weidemann, Heilbronn: „Mit welcher Arroganz (seine Person betreffend) und lgnoranz (die Probleme betreffend) der Leiter der Abteilung Bauen, Planen und Umwelt die vielen Beschwerden abkanzelt, ist schlichtweg unverschämt.“
Ralf Merkle aus Neckarsulm betont in einem Leserbrief: „Ich kenne zahlreiche ältere Bürger, die von der Stadtmitte Neckarsulms bis zum Wollhaus fuhren, zügig und unkompliziert. Auch eine Vielzahl dieser Verbindungen ist ersatzlos gestrichen. Der Fußweg für diese älteren Menschen zum Bahnhof Neckarsulm beträgt teilweise das Vierfache als der zur nächsten Bushaltestelle. Der Äußerung des Zuständigen im Landratsamt ist nichts hinzuzufügen. Angestellte sollen früher gehen und den Laden früher schließen oder eben die Kasse stehen lassen. So einfach ist das. Bleibt dem, der kann also nur noch das Auto.“
Armin Frey aus Bad Friedrichshall weist in der Heilbronner Stimme darauf hin, dass es auf der Straßenbahnstrecke zwischen Neckarsulm und Heilbronn bereits mehrfach zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen gekommen ist, so dass jedes mal der gesamte Nahverkehr zwischen Neckarsulmer und Heilbronner Innenstadt lahmgelegt wurde, da es ja nun keine Rückfallebene mehr gibt, weil kein Bus mehr fährt.
Auch im Kraichgau ist laut Heilbronner Stimme der Unmut groß: „Wir sind seit langer Zeit wegen der untragbaren Buszustände sehr verzweifelt“, so Nicole Lardani aus Heinsheim. Schulbusse seien total überfüllt. Durch den Wegfall der direkten Verbindung zum Bahnhof Gundelsheim kämen viele Berufsschulkinder nun nicht mehr zur Schule oder, da sie riesige Umwege fahren müssen, jedes Mal zu spät zum Unterricht.
Der VCD hat nun erneut die Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Verschlechterungen und die Angebotsreduzierung auf der wichtigsten Nahverkehrsverbindung der Region zwischen Neckarsulm und Heilbronn zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass es wieder wie früher mindestens vier Verbindungen je Stunde von Innenstadt zu Innenstadt gibt!
Seit dem Fahrplanwechsel werden Tausende Fahrgäste gezwungen, auf die Stadtbahn S41/42 umzusteigen, die zudem nur dreimal in der Stunde fährt mit Taktlücken von bis zu 30 Minuten und oftmals mit Verspätung, so dass Anschlüsse nicht funktionieren. Viele Ortsteile und Kommunen zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall wie Kochendorf, Amorbach, Plattenwald, Ober- und Untereisesheim haben nun KEINE Direktverbindung mehr nach Heilbronn. Im Außenbereich ist es sinnvoll, Bus und Bahn eng zu vernetzen. Im Ballungsraum HN-NSU dagegen braucht es nach VCD-Meinung eine Vielzahl von Quer- und Direktverbindungen mit Bus UND Bahn wie in jeder anderen Großstadt auch. Niemand würde auf die Idee kommen, Bewohner aus Sontheim oder Neckargartach zum Umstieg auf die Stadtbahn zu zwingen statt in wenigen Minuten direkt in die City zu fahren. Reisezeiten von mindestens 30 Minuten von Neckarsulm bis nach Heilbronn sind für viele Fahrgäste nun an der Tagesordnung. Wie soll der Öffentliche Verkehr auf dieser Grundlage zum Autoverkehr konkurrenzfähig sein?


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2 responses

13 01 2015
Peterlesbub

Endlich mal Einer der es ausspricht:

Dr. Ludwig hat schon gewußt, warum er auch in Wörth durch die Stadt fahren wollte bzw. warum er 600 m an die Endstelle der S6 hat anbauen lassen.

Grüße aus Wü

PL

13 01 2015
scritti

Die Stadtbahn Nord ist in vielerlei Hinsicht eine Fehlplanung. Mit der Straßenbahn nach Mosbach oder Sinsheim zu fahren, ist sinnlos und bringt kaum Vorteile gegenüber einer normalen S-Bahn. Mit einem Umstieg am Sülmer Tor wäre man aus diesen Bereichen wesentlich schneller in der Heilbronner Innenstadt. Größter Fehler war, bereits hinter dem Kaufland in Neckarsulm an die DB-Trasse heranzuschwenken und dadurch zwangsweise einen Mischbetrieb mit dem Güterverkehr bis NSU-Hbf in Kauf zu nehmen. Daher muss dieser Abschnitt nach EBO betrieben werden. Zudem befindet sich die Systemtrennstelle zwischen Gleich- und Wechselstrom in diesem Bereich. Wäre man wie ursprünglich geplant als Tram weiter über Au- und Rötelstraße bis NSU-Hbf gefahren, würde man diesen Bereich mit Geschäften und Arbeitsstellen wesentlich besser erschließen und könnte auch den Bhf NSU als eigenen Tram-Bhf betreiben. Es könnten neben den teuren Zweisystem-Stadtbahnen wie in Karlsruhe einfache Straßenbahn-Fahrzeuge beschafft werden, die wesentlich kostengünstiger zwischen NSU und HN verkehren könnten. Zudem könnte man die Straßenbahn weiter Richtung Norden durch die Neckarsulmer Innenstadt und zu Audi führen und tatsächlich jene Bereiche erschließen, die auf der abgelegenen DB-Strecke nicht erreicht werden. Gleiches gilt auch für Bad Friedrichshall, wo die Stadtbahn komplett am Geschehen vorbei fährt.

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