Parkplatzchaos am Klinikum: VCD kritisiert fehlende ÖV-Alternativen

Klinikum_am_Gesundbrunnen_2._Bauabschnitt

Schöne neue Klinikwelt: So idyllisch mit vereinzelten Taxis und Fußgängern geht es aktuell am Klinikum Gesundbrunnen sicherlich nicht zu. Die überwiegende Zahl der Besucher und Beschäftigten kommt mangels ÖV-Anschluss weiterhin mit dem Auto. ©Foto: SLK-Kliniken

Erneut thematisiert die Heilbronner Stimme in einem Artikel das Problem der nicht ausreichenden Parkplätze am SLK-Klinikum Gesundbrunnen. Dabei kommt auch ein Verkehrsexperte, Professor Lutz Gaspers von der Hochschule für Technik in Stuttgart, zu Wort, der klar sagt: „Die Leute fahren zum Beispiel Bus und Bahn, wenn dies am geschicktesten und günstigsten ist. Sonst nicht.“ Der VCD hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Klinikum Gesundbrunnen aus dem Landkreis Heilbronn mit dem Öffentlichen Verkehr (ÖV) NICHT erreichbar ist! Ebenso wenig wie das SLK-Klinikum Am Plattenwald auf direktem Weg aus Richtung Heilbronn. Es gibt aktuell zum Klinikum Gesundbrunnen weder Busverbindungen aus dem benachbarten Neckarsulm, noch gibt es einen passenden Busanschluss an der nächst gelegenen Stadtbahn-Haltestelle der S4 an der Station Böckingen-Sonnenbrunnen. Die Heilbronner Stimme hatte darüber schon 2017 berichtet.

Der VCD hat auch schon konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht und diese etwa auch der für den ÖPNV verantwortlichen Abteilung im Landratsamt Heilbronn präsentiert: 

Verlängerung der Buslinie 691 vom derzeitigen Endpunkt Neckarsulm Kaufland über Europaplatz / Campus / BUGA zum Klinikum Gesundbrunnen im 15-Minuten-Takt. Dadurch entstehen zudem neue Direktverbindungen zwischen beiden Kliniken, was sicherlich auch für die Beschäftigten der Kliniken interessant wäre. Fahrgäste aus der S41 oder S42 können an S Industrieplatz in den Bus umsteigen und müssten nicht den Umweg durch die Innenstadt nehmen. Das diesbezügliche Konzept findet sich hier.

Führung der (aktuell chaotischen) Buslinie 683 aus Richtung Bad Wimpfen / Kirchhausen über das Klinikum Gesundbrunnen in einem regelmäßigen, verlässlichen Takt und mit klarer Linienstruktur

– Einrichtung einer Bus-Ringlinie in Heilbronn, die wichtige Punkte wie etwa beide Campus-Standorte am Europaplatz und in Sontheim untereinander verbindet und für den Fahrgast eine klare Orientierung bietet, so wie sie auch im Mobilitätskonzept der Lokalen Agenda21 gefordert wird, über Böckingen und S Sonnenbrunnen mit Anschluss an die S4. Der VCD erarbeitet dazu aktuell ein Konzept.

Aber wie so oft ist bislang nicht bekannt, dass sich Stadt- und Landkreis Heilbronn in dieser Frage austauschen oder gar aktiv nach Problemlösungen suchen würden. (mgr)

Werbeanzeigen

Sommerferien: Ersatzverkehr für gesperrte Kaiserstraße

Während der Sommerferien in Baden-Württemberg vom 26. Juli bis einschließlich 3. September 2018 ist die Heilbronner Kaiserstraße für den gesamten Bus- und Stadtbahnverkehr gesperrt, was für Fahrgäste sehr viele Unannehmlichkeiten bedeutet. Vor allem gibt es keine Verbindung oder Umsteigemöglichkeiten mehr zwischen den Stadtbahnlinien S4, S41 und S42. Im oberen und unteren Bereich der Kaiserstraße werden Straßenbelag und Gleise der Stadtbahn saniert. Zudem wird die Haltestelle NeckarTurm am Kurt-Schumacher-Platz umgebaut. Bus- und Stadtbahnverkehr werden umgeleitet. Die Haltestellen Heilbronn Rathaus und NeckarTurm können in dieser Zeit nicht angefahren werden. Stadtbusse (Linien 1, 8, 10, 12, 13, 51, 61 und 62) werden teils über Allee und Gerberstraße in die Bahnhofstraße umgeleitet. Ersatzhaltestellen befinden sich HINTER dem Rathaus. Regionalbusse (Linien 631, 641, 642, 644, 645, 651, 661, 662 und 683) enden teils am Wollhausplatz oder fahren ohne Halt in der Innenstadt über Südstraße direkt zum Hauptbahnhof (Hbf).

Stadtbahn-SEVBetroffen sind auch die Stadtbahnlinien S4, S41 und S42 (der innerstädtische Stadtbahnverkehr wird durch Schienenersatzbusse (SEV) ersetzt).
Für die Stadtbahnen gilt folgendes Ersatzkonzept:
– Die Züge der S4 die aus Richtung Karlsruhe kommend regulär am Pfühlpark enden, enden und starten bereits am Bahnhofsvorplatz.
– Die Züge der S4 mit dem Ziel Weinsberg und Öhringen fahren über den Heilbronner Hauptbahnhof anschließend ohne Halt bis Heilbronn Trappensee über die Hohenlohebahn, ebenso in der Gegenrichtung
– Aus Richtung Weinsberg kommend werden die Stadtbahnen der S4 ebenfalls ab Heilbronn Trappensee ohne Halt in den Heilbronner Hauptbahnhof umgeleitet.
– Die Züge der Stadtbahnlinien S41 und S42 werden ab der Haltestelle Harmonie zum Pfühlpark umgeleitet.
– Zwischen Trappensee und Hauptbahnhof gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen, die über die Südstraße von/zum Hbf fahren.
Weitere Details zu einzelnen Linien, Umleitungsstrecken und den SEV-Fahrplan finden sich in den aktuellen Verkehrsmeldungen auf der Webseite des HNV oder mit Lageplan auf einem entsprechenden Flyer.

WM und Public Viewing: VCD fordert bessere Anbindung von Heilbronn im Nahverkehr

WG-HN-OpenAir-Parken

Genossenschaftskellerei Heilbronn: Kein Anschluss an den ÖV zum Open-Air-Kino oder Public Viewing

Aus Anlass des Starts der Fußball Weltmeisterschaft 2018 und des bei der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg stattfindenden Public-Viewings fordert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe, endlich die Anschlüsse im öffentlichen Verkehr (ÖV) zwischen Heilbronn und den Nachbarkommunen zu verbessern und einen Grundtakt von 30-Minuten auch abends und am Wochenende auf allen Linien einzuführen.

Jedes Jahr finden bei der Genossenschaftskellerei, die sich nur wenige Meter von der Ortsgrenze von Heilbronn und Erlenbach entfernt befindet, Großveranstaltungen wie das Sommerfest, das Open-Air-Sommerkino oder nun Public-Viewing zur WM mit Tausenden Besuchern statt. Inzwischen locken auch der beliebte Biergarten und andere touristische Angebote zahlreiche Gäste den ganzen Sommer über an die Binswanger Straße mit Blick über die umliegenden Weinberge.

Aus VCD-Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dennoch fast alle Besucher mit dem Auto kommen müssen und die umliegenden Felder zuparken, nur weil man die Genossenschaftskellerei und den Heilbronner Nachbarort Erlenbach mit dem ÖV nicht erreichen kann. „Das ist für eine Weinstadt und Weinregion schlicht unwürdig und konterkariert die allgemeinen Bemühungen, den Tourismus im Heilbronner Land zu fördern“, stellt VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter fest. Weiterlesen

BürgerInnen fordern mehr Stadtbahn für Heilbronn

ÖPNV-Konzept der LA21 Heilbronn

ÖPNV-Konzept der LA21 Heilbronn

Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben unter der Moderation des Arbeitskreises Mobilität der Lokalen Agenda21 in Heilbronn ein Konzept für einen besseren und attraktiveren Öffentlichen Verkehr (ÖV) vorgelegt. Ziel war es, Maßnahmen zu definieren, um mehr Menschen in Busse und Bahnen zu bringen. Gefordert werden unter anderem engere Takte bei Bus und Stadtbahn, eine bessere Vernetzung der Verkehrsmittel und ein optimiertes Liniennetz mit neuen Querverbindungen. Die Stadtbahn sollte als Rückgrat des ÖV in Heilbronn etabliert und besser mit dem Busverkehr vernetzt werden. Zudem bräuchte es Verstärkungsfahrten der Stadtbahn zwischen Hauptbahnhof und Neckarsulm sowie Pfühlpark und Neckarsulm, da dies als Straßenbahnbetrieb unter der Verantwortung der Stadtwerke Heilbronn erfolgen könnte. In das Konzept eingeflossen sind auch Ideen und Vorschläge des VCD.

Weiterlesen

Weiterhin massive Kritik an ÖPNV-Verschlechterungen

Weiterhin beklagen Fahrgäste im Landkreis Heilbronn die massiven Verschlechterungen beim Nahverkehr zwischen Neckarsulm und Heilbronn seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet in einer Reportage, was bei der Stadtbahn Nord alles nicht funktioniert. Pendler klagen über die nicht funktionierenden Anschlüsse von Mosbach in Richtung Stuttgart. Inzwischen kommen auch alte Stadtbahn-Fahrzeuge zum Einsatz, da es wohl mit den neuen weiterhin Probleme gibt. Kritik der Fahrgäste im Landkreis Heilbronn richtet sich vor allem gegen das Verhalten des entsprechenden Amtsleiters Claus-Jürgen Renelt. In einem Leserbrief an die Heilbronner Stimme schreibt etwa Torsten Weidemann, Heilbronn: „Mit welcher Arroganz (seine Person betreffend) und lgnoranz (die Probleme betreffend) der Leiter der Abteilung Bauen, Planen und Umwelt die vielen Beschwerden abkanzelt, ist schlichtweg unverschämt.“
Ralf Merkle aus Neckarsulm betont in einem Leserbrief: „Ich kenne zahlreiche ältere Bürger, die von der Stadtmitte Neckarsulms bis zum Wollhaus fuhren, zügig und unkompliziert. Auch eine Vielzahl dieser Verbindungen ist ersatzlos gestrichen. Der Fußweg für diese älteren Menschen zum Bahnhof Neckarsulm beträgt teilweise das Vierfache als der zur nächsten Bushaltestelle. Der Äußerung des Zuständigen im Landratsamt ist nichts hinzuzufügen. Angestellte sollen früher gehen und den Laden früher schließen oder eben die Kasse stehen lassen. So einfach ist das. Bleibt dem, der kann also nur noch das Auto.“
Armin Frey aus Bad Friedrichshall weist in der Heilbronner Stimme darauf hin, dass es auf der Straßenbahnstrecke zwischen Neckarsulm und Heilbronn bereits mehrfach zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen gekommen ist, so dass jedes mal der gesamte Nahverkehr zwischen Neckarsulmer und Heilbronner Innenstadt lahmgelegt wurde, da es ja nun keine Rückfallebene mehr gibt, weil kein Bus mehr fährt.
Auch im Kraichgau ist laut Heilbronner Stimme der Unmut groß: „Wir sind seit langer Zeit wegen der untragbaren Buszustände sehr verzweifelt“, so Nicole Lardani aus Heinsheim. Schulbusse seien total überfüllt. Durch den Wegfall der direkten Verbindung zum Bahnhof Gundelsheim kämen viele Berufsschulkinder nun nicht mehr zur Schule oder, da sie riesige Umwege fahren müssen, jedes Mal zu spät zum Unterricht.
Der VCD hat nun erneut die Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Verschlechterungen und die Angebotsreduzierung auf der wichtigsten Nahverkehrsverbindung der Region zwischen Neckarsulm und Heilbronn zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass es wieder wie früher mindestens vier Verbindungen je Stunde von Innenstadt zu Innenstadt gibt!
Seit dem Fahrplanwechsel werden Tausende Fahrgäste gezwungen, auf die Stadtbahn S41/42 umzusteigen, die zudem nur dreimal in der Stunde fährt mit Taktlücken von bis zu 30 Minuten und oftmals mit Verspätung, so dass Anschlüsse nicht funktionieren. Viele Ortsteile und Kommunen zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall wie Kochendorf, Amorbach, Plattenwald, Ober- und Untereisesheim haben nun KEINE Direktverbindung mehr nach Heilbronn. Im Außenbereich ist es sinnvoll, Bus und Bahn eng zu vernetzen. Im Ballungsraum HN-NSU dagegen braucht es nach VCD-Meinung eine Vielzahl von Quer- und Direktverbindungen mit Bus UND Bahn wie in jeder anderen Großstadt auch. Niemand würde auf die Idee kommen, Bewohner aus Sontheim oder Neckargartach zum Umstieg auf die Stadtbahn zu zwingen statt in wenigen Minuten direkt in die City zu fahren. Reisezeiten von mindestens 30 Minuten von Neckarsulm bis nach Heilbronn sind für viele Fahrgäste nun an der Tagesordnung. Wie soll der Öffentliche Verkehr auf dieser Grundlage zum Autoverkehr konkurrenzfähig sein?