WM und Public Viewing: VCD fordert bessere Anbindung von Heilbronn im Nahverkehr

WG-HN-OpenAir-Parken

Genossenschaftskellerei Heilbronn: Kein Anschluss an den ÖV zum Open-Air-Kino oder Public Viewing

Aus Anlass des Starts der Fußball Weltmeisterschaft 2018 und des bei der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg stattfindenden Public-Viewings fordert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe, endlich die Anschlüsse im öffentlichen Verkehr (ÖV) zwischen Heilbronn und den Nachbarkommunen zu verbessern und einen Grundtakt von 30-Minuten auch abends und am Wochenende auf allen Linien einzuführen.

Jedes Jahr finden bei der Genossenschaftskellerei, die sich nur wenige Meter von der Ortsgrenze von Heilbronn und Erlenbach entfernt befindet, Großveranstaltungen wie das Sommerfest, das Open-Air-Sommerkino oder nun Public-Viewing zur WM mit Tausenden Besuchern statt. Inzwischen locken auch der beliebte Biergarten und andere touristische Angebote zahlreiche Gäste den ganzen Sommer über an die Binswanger Straße mit Blick über die umliegenden Weinberge.

Aus VCD-Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dennoch fast alle Besucher mit dem Auto kommen müssen und die umliegenden Felder zuparken, nur weil man die Genossenschaftskellerei und den Heilbronner Nachbarort Erlenbach mit dem ÖV nicht erreichen kann. „Das ist für eine Weinstadt und Weinregion schlicht unwürdig und konterkariert die allgemeinen Bemühungen, den Tourismus im Heilbronner Land zu fördern“, stellt VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter fest. Weiterlesen

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BürgerInnen fordern mehr Stadtbahn für Heilbronn

ÖPNV-Konzept der LA21 Heilbronn

ÖPNV-Konzept der LA21 Heilbronn

Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben unter der Moderation des Arbeitskreises Mobilität der Lokalen Agenda21 in Heilbronn ein Konzept für einen besseren und attraktiveren Öffentlichen Verkehr (ÖV) vorgelegt. Ziel war es, Maßnahmen zu definieren, um mehr Menschen in Busse und Bahnen zu bringen. Gefordert werden unter anderem engere Takte bei Bus und Stadtbahn, eine bessere Vernetzung der Verkehrsmittel und ein optimiertes Liniennetz mit neuen Querverbindungen. Die Stadtbahn sollte als Rückgrat des ÖV in Heilbronn etabliert und besser mit dem Busverkehr vernetzt werden. Zudem bräuchte es Verstärkungsfahrten der Stadtbahn zwischen Hauptbahnhof und Neckarsulm sowie Pfühlpark und Neckarsulm, da dies als Straßenbahnbetrieb unter der Verantwortung der Stadtwerke Heilbronn erfolgen könnte. In das Konzept eingeflossen sind auch Ideen und Vorschläge des VCD.

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Weiterhin massive Kritik an ÖPNV-Verschlechterungen

Weiterhin beklagen Fahrgäste im Landkreis Heilbronn die massiven Verschlechterungen beim Nahverkehr zwischen Neckarsulm und Heilbronn seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet in einer Reportage, was bei der Stadtbahn Nord alles nicht funktioniert. Pendler klagen über die nicht funktionierenden Anschlüsse von Mosbach in Richtung Stuttgart. Inzwischen kommen auch alte Stadtbahn-Fahrzeuge zum Einsatz, da es wohl mit den neuen weiterhin Probleme gibt. Kritik der Fahrgäste im Landkreis Heilbronn richtet sich vor allem gegen das Verhalten des entsprechenden Amtsleiters Claus-Jürgen Renelt. In einem Leserbrief an die Heilbronner Stimme schreibt etwa Torsten Weidemann, Heilbronn: „Mit welcher Arroganz (seine Person betreffend) und lgnoranz (die Probleme betreffend) der Leiter der Abteilung Bauen, Planen und Umwelt die vielen Beschwerden abkanzelt, ist schlichtweg unverschämt.“
Ralf Merkle aus Neckarsulm betont in einem Leserbrief: „Ich kenne zahlreiche ältere Bürger, die von der Stadtmitte Neckarsulms bis zum Wollhaus fuhren, zügig und unkompliziert. Auch eine Vielzahl dieser Verbindungen ist ersatzlos gestrichen. Der Fußweg für diese älteren Menschen zum Bahnhof Neckarsulm beträgt teilweise das Vierfache als der zur nächsten Bushaltestelle. Der Äußerung des Zuständigen im Landratsamt ist nichts hinzuzufügen. Angestellte sollen früher gehen und den Laden früher schließen oder eben die Kasse stehen lassen. So einfach ist das. Bleibt dem, der kann also nur noch das Auto.“
Armin Frey aus Bad Friedrichshall weist in der Heilbronner Stimme darauf hin, dass es auf der Straßenbahnstrecke zwischen Neckarsulm und Heilbronn bereits mehrfach zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen gekommen ist, so dass jedes mal der gesamte Nahverkehr zwischen Neckarsulmer und Heilbronner Innenstadt lahmgelegt wurde, da es ja nun keine Rückfallebene mehr gibt, weil kein Bus mehr fährt.
Auch im Kraichgau ist laut Heilbronner Stimme der Unmut groß: „Wir sind seit langer Zeit wegen der untragbaren Buszustände sehr verzweifelt“, so Nicole Lardani aus Heinsheim. Schulbusse seien total überfüllt. Durch den Wegfall der direkten Verbindung zum Bahnhof Gundelsheim kämen viele Berufsschulkinder nun nicht mehr zur Schule oder, da sie riesige Umwege fahren müssen, jedes Mal zu spät zum Unterricht.
Der VCD hat nun erneut die Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Verschlechterungen und die Angebotsreduzierung auf der wichtigsten Nahverkehrsverbindung der Region zwischen Neckarsulm und Heilbronn zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass es wieder wie früher mindestens vier Verbindungen je Stunde von Innenstadt zu Innenstadt gibt!
Seit dem Fahrplanwechsel werden Tausende Fahrgäste gezwungen, auf die Stadtbahn S41/42 umzusteigen, die zudem nur dreimal in der Stunde fährt mit Taktlücken von bis zu 30 Minuten und oftmals mit Verspätung, so dass Anschlüsse nicht funktionieren. Viele Ortsteile und Kommunen zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall wie Kochendorf, Amorbach, Plattenwald, Ober- und Untereisesheim haben nun KEINE Direktverbindung mehr nach Heilbronn. Im Außenbereich ist es sinnvoll, Bus und Bahn eng zu vernetzen. Im Ballungsraum HN-NSU dagegen braucht es nach VCD-Meinung eine Vielzahl von Quer- und Direktverbindungen mit Bus UND Bahn wie in jeder anderen Großstadt auch. Niemand würde auf die Idee kommen, Bewohner aus Sontheim oder Neckargartach zum Umstieg auf die Stadtbahn zu zwingen statt in wenigen Minuten direkt in die City zu fahren. Reisezeiten von mindestens 30 Minuten von Neckarsulm bis nach Heilbronn sind für viele Fahrgäste nun an der Tagesordnung. Wie soll der Öffentliche Verkehr auf dieser Grundlage zum Autoverkehr konkurrenzfähig sein?