Stadtbahn Nord fährt wieder nicht: Pleiten, Pech und Pannen

Bad Wimpfen Bahnbrücke

Die Bahnbrücke in Bad Wimpfen, als diese noch ins historische Stadtbild passte. Nach dem Komplettabriss durch die DB erfolgt ein profaner Betonbau.

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, kann die Stadtbahn Nord zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 erneut nicht bis Bad Rappenau und Sinsheim fahren. Grund dafür ist der Neubau der Bahnbrücke in Bad Wimpfen, der trotz bislang anderslautender Erklärungen der Deutschen Bahn nun doch nicht rechtzeitig fertig wird. Einen Termin für die Fertigstellung will die Bauherrin Deutsche Bahn nach HSt-Angaben nicht nennen. Im Gegenteil, bevor das Bauwerk überhaupt fertig ist, steht angeblich bereits eine Nachforderung von 3 Millionen Euro an erhöhten Planungskosten im Raum – bei einem Planfeststellungsverfahren, dass insgesamt drei Jahre gedauert hat. Das Landratsamt Heilbronn gibt sich verärgert und weist jede Verantwortung von sich. Man darf gespannt sein, in welchem Jahr die neue Betonbrücke, die anders als geplant ja keine Steinverkleidung erhalten soll, tatsächlich fertig wird und welche Gesamtrechnung der Region dann ins Haus flattern wird.
Am 12. November 2014 wurde nun die neue Stahlbrücke eingehoben, doch man kann unschwer sehen, dass drum herum noch viel Arbeit notwendig ist, um hier wieder einen Eisenbahnbetrieb zu ermöglichen.
Die Züge der Stadtbahn Nord sollen daher ab Fahrplanwechsel bis nach Bad Friedrichshall (S42) und auf der Neckartalbahn stündlich bis Neckarelz und Mosbach (S41) rollen. In Richtung Bad Rappenau sollen Busse fahren. Die große Einweihungsfeier am 13. Dezember ist erst mal abgeblasen. Für ein solches Projekt aus Pleiten, Pech und Pannen will nun doch niemand mehr den Kopf hinhalten.
Die Verzögerung hat auch noch eine positive Seite: Vielleicht lassen sich die verkorksten Fahrpläne auf dem Bad Rappenauer Ast nun doch noch nachbessern, nachdem diese vor Ort heftig kritisiert wurden und man sogar damit droht, für den schlechten Fahrplantakt nicht zu zahlen. (mgr)

Den Fahrplan 2015 für die S41 und S42 (nach den ursprünglichen Planungen) gibt es hier zum Download.

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VCD fordert 15-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Neckarsulm

S42 Heilbronn Allee

S42 Heilbronn Allee

In einem Brief an den derzeitigen Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn Helmut Himmelsbach, Landrat Detlef Piepenburg und an die Bürgermeister Martin Diepgen und Harry Mergel hat der VCD bereits am 11. März 2014 darauf hingewiesen, dass der bestehende 30-Minuten-Takt der S42 unattraktiv ist und kaum neue Fahrgäste lockt. Der Fahrplan der Stadtbahnlinie S42 zwischen Heilbronn und Neckarsulm sollte schnellstmöglich auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet werden. Ein solcher Takt besteht auch bei den Stadtbussen in Heilbronn und Neckarsulm. Nur so kann nach VCD-Meinung der S42-Verkehr mit dem übrigen Nahverkehr sinnvoll vernetzt werden. Auch geplante Anpassungen beim Regionalbusverkehr im Halbstundentakt wären beim 15-Minuten-Takt der S42 im Bereich Neckarsulm sofort umsetzbar. Unabhängig davon, wann die S42 weiter in Richtung Norden verkehren wird. Die Rhein-Neckar-Zeitung hat jetzt ausführlich darüber berichtet: Paradox erscheint nicht nur dem VCD, dass auf der S42 fast viermal so viele Fahrgäste erwartet werden, die S-Bahnen aber nur halb so oft wie auf der S4 fahren. Beim 15-Minuten-Takt bis Neckarsulm könne die S42 später auch nach Norden flexibel in einem bei S-Bahnen üblichen 30-Minuten-Takt verlängert werden.
Die gesamte VCD-Pressemitteilung findet sich im Kommentar zu diesem Artikel. Ebenso die Antwort auf unseren Brief von OB Himmelsbach. Dieser lässt ausrichten, dass für einen 15-Minuten-Takt kein Geld da sei. Von einem vernetzten Nahverkehrskonzept ist dagegen keine Rede.

Stadtbahn Nord: Nichts wird besser, aber alle zahlen

Stadtbahn Nord: Sonderzug in Gundelsheim

Stadtbahn Nord: Sonderzug in Gundelsheim

Gemeinhin denkt man, wenn ein S-Bahnsystem ausgebaut wird, dann bedeutet dies für die Betroffenen mehr Schienenverkehr, schnellere und häufigere Verbindungen und bessere Erreichbarkeit im Nahbereich. Niemand geht davon aus, dass die neue S-Bahn schlicht vorhandene Verbindungen ersetzt, sich Fahrzeiten verlängern und das gesamte Bahnsystem unattraktiver wird als zuvor. Genau dies ist aber mit der Stadtbahn Nord im unteren Neckartal noch von der alen schwarz-gelben Landesregierung geplant! Das erregt zu Recht in Gundelsheim die Gemüter und nun auch in Offenau.
Daher zum besseren Verständnis ein paar Hintergründe zur aktuellen Diskussion um die Stadtbahn Nord:
Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist das Land Baden-Württemberg. Das Land erhält jährlich rund 700 Mio. Euro Bundesmittel, um damit SPNV-Leistungen bei Verkehrsunternehmen zu bestellen, im Idealfall (und vom Bundesgerichtshof BGH zwingend gefordert) per öffentlicher Ausschreibung. Alle Regionalzüge, die auf Strecken der Deutschen Bahn (DB) unterwegs sind, werden vom Land bestellt und bezahlt, also auch die stündliche RegionalBahn (RB) von Stuttgart über Heilbronn und Gundelsheim nach Neckarelz und zurück. Hier gilt derzeit noch der vollkommen überteuerte Mappus-Verkehrsvertrag zwischen BaWü und DB bis 2016.
Diese RB verkehrt heute werktags jede Stunde mit modernen und komfortablen Doppelstockzügen von Stuttgart über Heilbronn (an/ab ca. zur Minute :30 in beide Richtungen) und Gundelsheim nach Neckarelz mit Halt an allen Stationen. Alle zwei Stunden fährt um eine halbe Stunde versetzt der schnellere RegionalExpress (RE) Heilbronn – Mannheim durchs Neckartal, hält aber in Gundelsheim NICHT!
Würden die RB-Züge also in Gundelsheim künftig NICHT mehr halten, dann wäre Gundelsheim gänzlich vom Bahnverkehr abgehängt. Eine solche destruktive Verkehrspolitik kann sich jedoch nicht einmal das Auto-Land BaWü leisten, folglich wird auch in Zukunft jede Stunde in Gundelsheim ein vom Land bestellter und bezahlter Zug halten, OHNE dass die Gemeinde dafür etwas bezahlen müsste. Wozu auch, dieses Angebot ist Teil der grundsätzlichen SPNV-Versorgung, wie sie für alle Kommunen im Land mit Bahnanschluss gilt. Schließlich bekommt das Land dafür ja jährlich rund 700 Mio. Euro vom Bund…
Die Reisezeit mit der RB von Gundelsheim nach Heilbronn Hbf beträgt heute 21 Minuten. Zu Fuß, mit Stadtbahn oder Bus ist man dann in weniger als 5 Minuten in der Innenstadt. Wer nach Stuttgart will, kann im Zug sitzen bleiben und ist nach weiteren 49 Minuten am Ziel. (Gundelsheim – Stuttgart also ohne Umsteigen in 70 Minuten.)
Ab Ende 2013 soll nun im Auftrag des Landes die Stadtbahn fahren (betrieben per illegaler Direktvergabe von einem Konsortium aus AVG und DB). Nach dem bisherigen Konzept – das nachwievor nur schwer einsehbar ist, NOCH NIE kommuniziert wurde und seit Jahren wie ein Staatsgeheimnis behandelt wird – heißt das: Eine gelbe Straßenbahn je Stunde mit engen, unbequemen Sitzen ersetzt die roten Doppelstockzüge in gleicher Fahrplanlage. Die Fahrt nach Heilbronn Hbf wird künftig aber 15 Minuten länger dauern, also 36 Minuten für eine Strecke von 20 Kilometern (entspricht Tempo 33). Mit dem Auto ist man laut Google-Maps 10 Minuten schneller in Heilbronn und benötigt in etwa so lange wie heute die RB. Wer weiter nach Stuttgart fahren will, muss ab 2013 in Bad Friedrichshall oder Neckarsulm auf die DoSto-RB umsteigen mit Wartezeiten von 6-8 Minuten, die Reisezeiten verlängern sich entsprechend.
Nicht nur für Gundelsheim stellt sich also zu Recht die Frage: Worin besteht die Attraktivität eines solchen Konzeptes? Warum soll die Gemeinde in Zukunft sehr viel Geld für ein Bahnangebot ausgeben, das sie de facto heute schon hat und dafür nichts bezahlen muss?
Der einzige Vorteil der Stadtbahn gegenüber dem heutigen Zustand sind die zusätzlichen Haltepunkte zwischen Kochendorf und Heilbronn, was jedoch zu besagten längeren Fahrzeiten führt. Es sollte vielleicht auch einmal untersucht werden, wie viele Fahrgäste aus Gundelsheim diese Haltepunkte nutzen werden, vor allem, wenn sowieso nur ein Zug pro Stunde verkehrt und es absolut unattraktiv ist, die Stadtbahn für Fahrten ins Oberzentrum Heilbronn zu nutzen.
Was für Gundelsheim gilt, gilt natürlich für alle Gemeinden im Neckartal bis Neckarelz, weshalb auch NOK-Landrat Achim Brötel einer Finanzierung von ZUSÄTZLICHEN Betriebskosten (wodurch entstehen die eigentlich?) eine klare Absage erteilt hat.
Man darf die Prognose wagen, dass die Stadtbahn Nord auf dem Ast nach Neckarelz ein großer Flop werden wird und allenfalls mit Müh und Not die heutigen Fahrgäste in der Bahn gehalten werden können.
Die bequemen und komfortablen Doppelstockzüge sollen künftig übrigens jede Stunde ab Bad Friedrichshall-Jagstfeld statt durchs Neckartal über die Frankenbahn nach Osterburken fahren mit Halt an jeder Milchkanne. Es darf bezweifelt werden, dass es auf dieser Relation genügend Fahrgäste gibt, um den Einsatz von Doppelstockzügen zu rechtfertigen… Für Verbesserungen auf der Frankenbahn müssen folglich die Fahrgäste im Neckartal bluten.
Nebenbei bemerkt: Die RB Stuttgart – Neckarelz ist der Rest einer Verbindung, die früher weiter durch das ganze Neckartal über Heidelberg und Mannheim bis nach Kaiserslautern gefahren ist, mit Einführung der S-Bahn Heidelberg – Mosbach – Osterburken unter dem damaligen NOK-Landrat Detlef Piepenburg aber eingestellt wurde. Seitdem müssen die Fahrgäste im unteren Neckartal mit langsamen S-Bahnzügen Vorlieb nehmen, die an jeder Milchkanne halten. Überregionale Schnellverbindungen gibt es kaum mehr, vor allem nicht zwischen Osterburken und Heidelberg. Man sieht also: Wenn sich Landräte bzw. deren Planer des Themas SPNV annehmen, kommen dabei nicht immer Vorteile für die Region heraus…

Kreistag wird bei Stadtbahn Nord gezielt überrumpelt

Der Heilbronner Kreistag hat Mitte Oktober unter enormem (künstlichen?) Zeitdruck allen Finanzierungswünschen der Deutschen Bahn im Zusammenhang mit der Stadtbahn Nord entsprochen und in einer Art „Ermächtigungsgesetz“ Landrat Detlef Piepenburg weitgehende Freiheit für den unkontrollierten Einsatz von Steuermitteln erteilt. Bei den notwendigen Baumaßnahmen fordert die Deutsche Bahn in erpresserischer Weise langfristig die Übernahme von Kostenrisiken durch Landkreis und Kommunen und droht, sonst die Verhandlungen abzubrechen. Da die Stadtbahn Nord inzwischen als Allheilmittel zur Lösung der regionalen Verkehrsprobleme angesehen wird, bleibt den Kreisräten nichts anderes übrig, als einem halbgaren und teuren Verkehrskonzept zuzustimmen…
In der Sitzung wurde auch die Finanzierung von neuen Stadtbahn-Fahrzeugen beschlossen, die wie üblich von Kommunen und Landkreis bezahlt werden und hinterher dem Betreiber geschenkt werden. Angeblich sei dies bei der Fianzierung „die günstigste Lösung“ heißt es im Heilbronner Landratsamt. In der Tat: günstiger kann es für einen Betreiber ja nicht werden, wenn er selbst nichts investieren muss und das Risiko bei der öffentlichen Hand verbleibt. Auch hier musste unter Zeitdruck gehandelt werden, da die AVG noch die Fahrzeuge schnell bestellen muss, weil sie sonst angeblich teurer würden.
Ganz am Rande wurde durch die Sitzungsvorlage für den Kreistag zudem bekannt, dass der Betrieb der Stadtbahn Nord für die Dauer von 15 Jahren wie schon bei der Stadtbahn nach Öhringen an ein Konsortium aus AVG und Deutscher Bahn direkt vergeben werden soll. Also ohne Ausschreibung, obwohl der Bundesgerichtshof Anfang 2011 ausdrücklich solche langfristigen Direktvergaben verboten hat.
Die Heilbronner Stimme berichtet wie stets unkritisch und euphorisch. Ähnlich wie bei Stuttgart 21 hängt inzwischen das komplette Wohlergehen der Region Heilbronn-Franken von der Verwirklichung der Stadtbahn Nord ab, koste es was es wolle…
Als einer der wenigen Abgeordneten im Kreistag hat sich für Die Linke Johannes Müllerschön kritisch zum Projekt Stadtbahn Nord geäußert und dies auch in seinem Weblog dokumentiert.
Hier findet sich die Sitzungsvorlage für den Kreistag mit den abzuschließenden Verträgen und den Kostenberechnungen für Infrastruktur, Betrieb und Fahrzeuge: HN-Stadtbahn-Nord_Verträge_Kreistag-10-2011.

VCD: Landkreis muss Unterstützung für S-Bahn-Ausbau einfordern

Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe reagiert mit Empörung auf jüngste Äußerungen von Landrat Detlef Piepenburg, wonach die Stadtbahn ins Zabergäu auf absehbare Zeit keine Chance auf Realisierung habe.
VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter: „Erst die Frankenbahn, jetzt die Zabergäubahn. Landrat Piepenburg hat offenbar jedwede Hoffnung für eine Weiterentwicklung der regionalen Infrastruktur und Unterstützung aus Stuttgart aufgegeben. Erneut zeigt sich, dass Stuttgart 21 wie ein Staubsauger finanzielle Mittel aufsaugt und auf Kosten vieler sinnvoller Projekte geht.“
„Der Landrat sollte lieber in Stuttgart lautstark Unterstützung für die Region Heilbronn-Franken einfordern“, so Sauter. Zumal Piepenburg immer wieder betone, dass er es für richtig halte, in Stuttgart mehrere Milliarden Euro an Steuermitteln für einen nutzlosen unterirdischen Bahnhof zu verbuddeln.
Der VCD verweist darauf, dass allein für den Bau des Stuttgarter Tunnelbahnhofes 366 Millionen Euro an Regionalisierungsmitteln des Bundes zweckentfremdet werden. Sauter: „Dieses Geld könnte das Land sehr wohl für den Ausbau der Zabergäubahn einsetzen und für über 100 Jahre den Stadtbahnbetrieb finanzieren.“
Hans-Martin Sauter: „Wer den Verkehrskollaps in der Region Heilbronn-Franken verhindern und zugleich den Kommunen wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten will, der kommt um den Ausbau eines leistungsstarken S-Bahn-Netzes nicht herum.“ Sämtliche Nachbarkreise hätten das erkannt, nur der Landkreis Heilbronn agiere mutlos und ignoriere Zukunftsperspektiven. Die Kommunen auch noch mit Horrorzahlen abzuschrecken, sei absolut kontraproduktiv.
Der VCD hält die von Piepenburg vorgelegte Kostenkalkulation teils für fachlich nicht begründet und nicht nachvollziehbar. Mit der Stadtbahn würden die Fahrgastzahlen im Zabergäu und damit auch die Einnahmen deutich steigen. Zudem spare der Landkreis wiederum Kosten beim Busverkehr.
Der VCD fordert bei der Zabergäubahn pragmatische Lösungen und auch den Einsatz von Elektro-Diesel-Hybrid-Zügen zu untersuchen. „Busse können eine schnelle S-Bahn nicht ersetzen“, sagt Sauter. Der halbstündige Anschluss mit Diesel- oder Hybrid-Fahrzeugen in Lauffen sei vorerst immer noch besser und wirtschaftlicher als gar keine S-Bahn. Mittelfristig könnte die Strecke dann weiter ausgebaut und zusammen mit dem Bahnverkehr Richtung Heilbronn ausgeschrieben werden.

Anmerkung: Die Heilbronner Stimme hat die Pressemitteilung auf ihrer Internet-Seite zunächst wieder mal stark verkürzt veröffentlicht und vor allem alle Bezüge zu Stuttgart 21 und die Kritik an Landrat Detlef Piepenburg getilgt. Das passiert regelmäßig, und es stellt sich die Frage, ob dahinter Absicht oder schlicht Ignoranz zu vermuten ist. Später gab es dann doch noch den kompletten Text.
Immerhin setzt sich die Bürger-Union in Güglingen sehr kritisch mit dem Thema auseinander und schreibt auch Leserbriefe, zu finden im Kommentar zu diesem Artikel.
Und auch die Grünen in Lauffen diskutieren mit (bislang die einzige Partei) und sehen den klaren Zusammenhang zur Geldvernichtung bei Stuttgart 21.
Dagegen reagiert die Südwest Presse positiv und greift den Vorschlag für Hybrid-Züge auch für die S-Bahn nach Schwäbisch Hall auf.

Zabergäu auf dem Abstellgleis?

Stadtbahn fährt nicht ins Zabergäu berichtet Thomas Dorn in der Heilbronner Stimme:
In einer Informationsveranstaltung für Bürgermeister, Kreisräte und Gemeinderäte machten Heilbronns Landrat Detlef Piepenburg und der Leiter des Kreisplanungsamts, Claus-Jürgen Renelt, am Montagabend in Brackenheim deutlich, dass die Kosten von der kommunalen Seite kaum zu schultern sein werden. So blieben Investitionskosten von mindestens 30 Millionen Euro sowie jährliche Betriebskosten von rund vier Millionen Euro am Kreis und den Kommunen entlang der Strecke hängen. (…)
Fakt ist: Selbst wenn sich das Land umbesinnen und 75 Prozent der auf 30 Millionen Euro geschätzten Baukosten übernehmen würde, bliebe viel Geld an der kommunalen Seite hängen (Landkreis und Raumschaft müssten je 50 Prozent bezahlen). Renelt listete die Summen auf:
Baukosten: 25 Prozent von 30 Millionen = 7,5 Millionen Euro
Planungskosten: komplett, etwa 7,5 Millionen
Fahrzeugkauf: komplett, etwa 18 Millionen Euro
Betriebskosten: komplett, etwa vier Millionen Euro pro Jahr.
Angesichts dieser Zahlen verzichtete Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser auf jede Schönfärberei: „Die Zabergäubahn ist nicht bezahlbar − zumindest derzeit nicht.“


Stadtbahn-Pionier weckt Wünsche

Unter dem Titel „Stadtbahn-Pionier weckt neue Wünsche“ hat die Stuttgarter Zeitung jüngst über die Diskussionen zur Frankenbahn und die Wünsche der Kommunen nach einem Stadtbahn-Anschluss berichtet. In dem Artikel von Wieland Schmid über die Ideen von Dr. Dieter Ludwig heißt es unter anderem:
„Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg beispielsweise wehrt sich derzeit mit Händen und Füßen gegen den Vorschlag Ludwigs, Deutschlands größtes Stadtbahnnetz nun auch auf die Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Würzburg auszudehnen. Bei seinem Kollegen Achim Brötel vom Neckar-Odenwald-Kreis und bei den Bürgermeistern mehrerer Jagsttalgemeinden hingegen hat die Idee große Hoffnungen auf eine Neubelebung der sogenannten Frankenbahn geweckt, die von der Bahn AG bisher doch eher stiefmütterlich behandelt worden ist.“