S4-Fahrpläne werden angepasst

Nach einem Bericht der Heilbronner Stimme überarbeitet die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) derzeit die Fahrpläne der S4. Unter anderem werde geprüft, zwischen Leingarten und Schwaigern das zweite Gleis wieder aufzubauen, um die Pünktlichkeit der Züge zu verbessern. Man sei „im Anfangsstadium einer Entwurfsplanung“, teilte Pressesprecherin Sarah Breuer auf HSt-Anfrage mit. Es handele sich um erste Überlegungen, so die Sprecherin. Die Frage der Finanzierung sei noch nicht geklärt.
Parallel dazu arbeite die AVG derzeit an einem neuen Fahrplan für die S4, um auch Anschlüsse zur Stadtbahn Nord zu schaffen. Der Fahrplan werde laut Breuer Mitte des Jahres spruchreif. Nach VCD-Informationen soll nun tatsächlich auf der Strecke nach Öhringen der Halbstundentakt eingeführt werden, so wie dies der VCD schon lange fordert. Das aktuelle VCD-Konzept für einen 15-Minuten-Takt zwischen Schwaigern und Weinsberg findet sich hier.

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Feiern zu 150 Jahre Hohenlohebahn

14. April 2012, Jubiläum Hohenlohebahn ET 65 in Weinsberg Am Wochenende zum 14. und 15. April fanden auf der Hohenlohebahn die ersten größeren Aktivitäten zum 150-jährigen Jubiläum in 2012 statt. Am Samstag gab es regelmäßige Sonderfahrten mit historischen Triebwagen wie dem ET 65, dem „Esslinger“ und dem Ulmer Spatz. Am Sonntag pendelten zwei Dampfsonderzüge zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall. Dazu gab es Stellwerksbesichtigungen oder Modellbahnausstellungen. Die Heilbronner Stimme titelt: „Feiern in vollen Zügen. Ein wahrer Leckerbissen war das Wochenende für alle Bahnfreunde in der Region. Der Auftakt der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Hohenlohebahn lockte tausende Menschen in Züge und Bahnhöfe entlang der Strecke zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ Hier gibt es auch ein kurzes Video mit einem Bericht über die Sonderzüge. Im Artikel der Südwest Presse „Züge rollen seit 150 Jahren“ finden sich auch ein paar historische Fotos.
Im Laufe des Jahres sind noch weitere Veranstaltungen geplant. Im MIttelpunkt werden natürlich immer wieder auch die Zukunftsperspektiven für Strecken wie die Hohenlohebahn stehen. Alle Infos und Termine gibt es unter Hohenlohebahn.net

Stadtbahn-Chaos: VCD fordert Runden Tisch

Erneut war es am Montag, den 5. März 2012 bei der Stadtbahnlinie Heilbronn-Öhringen wegen einer toten Ratte in der elektrischen Oberleitung zu stundenlangen Zugausfällen gekommen. Wie so oft wurden an den Haltepunkten wartende Fahrgäste nicht informiert. Der VCD hat darauf mit einer Pressemitteilung reagiert und fordert die Einrichtung eines Runden Tisches mit allen Beteiligten. „Dieser schwarze Montag war für die Fahrgäste ein neuer Höhepunkt in einer scheinbar endlosen Pannenserie“, ärgert sich VCD-Regionalvorstand Hans-Martin Sauter. „So kann es nicht weiter gehen.“ Wie immer scheint für das Chaos niemand verantwortlich zu sein. Vor dem Hintergrund der Dauerpannen ist für den VCD zudem überhaupt nicht nachvollziehbar, warum mit dem Betrieb der künftigen Stadtbahn Nord ab 2013 erneut per (vom Bundesgerichtshof 2011 eindeutig verbotener) Direktvergabe ein Konsortium aus AVG und DB auch noch über 15 Jahre beauftragt werden soll. Sauter: „Da diese Unternehmen offenbar noch nicht
einmal in der Lage sind, eine einzige S-Bahnlinie ordentlich zu betreiben, ist abzusehen, dass sich das Chaos auf der S 4 ab 2013 auch ins Neckartal verlagern wird.“ Die vollständige Pressemitteilung findet sich im ersten Kommentar zu diesem Artikel.

Stadtbahn Ost: Elektrifizierung der Hohenlohebahn dringend nötig

Hohenlohebahn: VT 628 der Westfrankenbahn bei Weinsberg unter elektrischer Oberleitung

Alltag Hohenlohebahn: VT 628 unter elektrischer Oberleitung

Kürzlich wurde die Machbarkeitsstudie für eine Verlängerung der Stadtbahn Ost von Öhringen Cappel bis Schwäbisch Hall vorgestellt. Das Ergebnis war für alle engagierten Kämpfer für einen zeitgemäßen ÖPNV in der Region ernüchternd: Angeblich rechnet sich ein Stadtbahn-Betrieb nicht. Hauptgrund ist die fehlende Elektrifizierung zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall-Hessental (32 Kilometer), die ein solches Projekt mit Kosten von rund 40 Millionen Euro extrem teuer und den Nutzen im Rahmen der üblichen standardisierten Bewertung fragwürdig machen würde. Für „realistisch“ wird allenfalls ein Betrieb mit Dieseltriebwagen gehalten, also im Prinzip ein leicht aufgehübschter Status Quo. Doch welche Konsequenzen soll man daraus ziehen? Dass Hohenlohe und Schwäbisch Hall für immer in der verkehrspolitischen Diaspora versinken werden? Der VCD hat darauf mit einer Pressemitteilung reagiert und fordert, die Hohenlohebahn endlich auf gesamter Länge auf einen zeitgemäßen technischen Standard auszubauen. Dazu gehöre auch die Schließung der Lücke bei der elektrischen Oberleitung zwischen Öhringen-Cappel und Schwäbisch Hall-Hessental. Die Hohenlohebahn müsse auch in ihrer Bedeutung für den Bahnverkehr zwischen den Großstädten Nürnberg und Heilbronn betrachtet werden. Die Elektrifizierungslücke zu schließen ist nach VCD-Meinung Aufgabe des Infrastrukturbetreibers, in diesem Falle die Netzsparte der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB). Der VCD hält es daher für wenig zielführend, die sowieso notwendige Elektrifizierung zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Öhringen-Cappel einem möglichen künftigen Betrieb mit Stadtbahnen anzulasten und so im Grunde jedes moderne Verkehrsmittel schlecht zu rechnen. Auch ein möglicher Streckenast zur Hochschule nach Künzelsau mit Anbindung der Firma Würth ist für den VCD noch nicht vom Tisch. Die gesamte Pressemitteilung findet sich hier als pdf bzw. im ersten Kommentar zu diesem Eintrag.
Die Präsentation der Machbarkeitsstudie der Firma TTK zur Verlängerung der Stadtbahn nach Schwäbisch Hall hier zum Download (ca. 5 MB): TTK Machbarkeitsstudie Stadbahn Schwäbisch Hall.

Stadtbahn kommt gut an

Nelli Nickel berichtet in der Heilbronner Stimme / Hohenloher Zeitung vom Erfolg der Stadtbahn nach Öhringen und hat Fahrgäste nach ihren Erfahrungen befragt. Viele wünschen sich mehr Verbindungen am Abend.
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Mit dem Baby zum Einkaufen nach Heilbronn – für die junge Mutter Antje Schuler ist das keine Herausforderung. Problemlos schiebt den 30-Jährige den Kinderwagen in die Wagon. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt die Ellhofenerin. Gern nutzt sie das Verkehrsmittel auch, um Verwandte in Leingarten zu besuchen und freut sich, dass die Stadtbahn regelmäßig so gut wie alle 20 Minuten kommt. Nur zu späterer Stunde lägen die Abstände zu weit auseinander. „Darüber haben sich unsere Freunde, wenn sie uns abends besucht haben, schon beklagt“, sagt Schuler.
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„Eine gute Möglichkeit, um in die Schule oder zur Arbeit zu kommen“, meint Samuel Werner. Als Barkeeper arbeitet er bis spät in die Nacht. Um gut nach Hause zu kommen und die letzte Stadtbahn zu kriegen, muss er um 1 Uhr nachts aufhören. „Oder ich geh dann noch so lange weg, bis die erste Bahn am nächsten Tag wieder fährt.“ Er würde sich wünschen, dass die S 4 nachts länger fährt. Werner denkt auf der anderen Seite aber auch, dass man das in einer Stadt wie Heilbronn nicht erwarten könne. „Das Angebot ist den Umständen entsprechend“, so der Weinsberger. Nur wenige Male hat Werner schlechte Erfahrungen mit unfreundlichen Fahrern gemacht, ansonsten findet er den Service gut. (…)

Stadtbahn-Bilanz: 13.400 Fahrgäste täglich

Stadtbahn-Bilanz bei Stimme-TV

Stadtbahn-Bilanz bei Stimme-TV

Eine erste Bilanz nach drei jahren Stadtbahn-Betrieb auf der Strecke Heilbronn-Öhringen im Filmbericht von Stimme-TV..

Die Zahlen belegen den Erfolg. Nach Ermittlungen der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) nutzen jetzt täglich 13 400 Fahrgäste die Stadtbahnen zwischen Heilbronn und Öhringen. Am 10. Dezember 2005 nahm das Konsortium von AVG und DB Regio den Betrieb der S-4-Erweiterung auf.

Für die 28 Kilometer lange Strecke hatten Bund, Land, Stadt- und Landkreis Heilbronn, Hohenlohekreis und Anliegerkommunen 106,7 Millionen Euro investiert: Allein in die Signaltechnik und den kompletten Ausbau flossen 76,55 Millionen, die zehn Stadtbahnfahrzeuge kosteten 30,17 Millionen Euro.

Die „lange Leidenszeit“ im Weinsberger Tal ist Gerhard Gross, Geschäftsführer Heilbronner-Hohenloher-Haller-Nahverkehr (HNV), noch gut präsent: Strecken-Stilllegung ab Sommer 2003, Schienenersatzverkehr mit dem Schnellbus. Mit nun über drei Millionen Fahrgästen im Jahr geht für Gross die Erfolgsgeschichte der Stadtbahn ins Weinsberger Tal und nach Hohenlohe weiter. „Das entspricht in etwa dem Fünffachen der früher im Schienenverkehr beförderten Personen“, weiß der HNV-Experte. Diese Zählungen beziehen sich hierbei auf den Abschnitt HN-Trappensee bis Öhringen-Cappel. 2007 hatte die Firma PTV aus Karlsruhe die Daten auf der S-4-Route erhoben.

Grafik von Stimme.de

Grafik von Stimme.de

Am Weinsberger Bahnhof steigen die meisten S-4-Nutzer ein und aus. „Es sind rund eine Million pro Jahr“, sagt Gross – oder 2740 Fahrgäste täglich. Öhringen-Bahnhof rangiert mit 916.000 Stadtbahnfahrern (2500 pro Tag) dahinter. In Obersulm ist der Willsbacher Bahnhof stark frequentiert: 532.000 Reisende oder 1457 am Tag. Flugs rechnet Gross die Obersulmer Bilanz mit sechs Haltepunkten aus: jährlich 1,27 Millionen Beförderungen.(…)

Lesen Sie den ganzen Artikel von Joachim Kinzinger in der Heilbronner Stimme.

Künzelsau: Zug ist noch nicht abgefahren

Öhringen schaut voll Freude auf die anstehende Umbenennung seines Bahnhofs in Hauptbahnhof, der Landkreis sieht die Stadtbahn als Erfolgsgeschichte, und Künzelsau schaut weiter in die Röhre. Die Stadtverwaltung will sich damit nicht zufrieden geben und hofft immer noch auf eine Verlängerung bis ins Kochertal.

Die Ebene hat die Stadtbahn und die Autobahn, das Kochertal hat Arbeitsplätze, und das Jagsttal hat sich selbst – so mancher Bewohner erlebt den Hohenlohekreis dreigeteilt, so mancher Kommunalpolitiker sieht seinen Teilkreis dabei im Nachteil. Der finanziell gut ausgestattete Hohenlohekreis könne doch die Stadtbahn bis an die Jagst verlängern, schlug der Krautheimer Bürgermeister Andreas Köhler unlängst in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor. Das war eher scherzhaft gemeint, und der Erste Landesbeamte Hans-Günter Lang antwortete: „Wir wären schon froh, wenn sie bis Künzelsau ginge.“

Beschränkt

Darüber wäre auch der Künzelsauer Bürgermeister Volker Lenz froh – ganz im Ernst. Dass die Stadtbahn seit Dezember 2005 zwar bis in den Hohenlohekreis fährt, aber im Öhringer Stadtteil Cappel endet, hat Lenz nie ganz verwunden. Dass die Kostenanalyse Jahre zuvor nicht so über die Bühne ging, wie er es sich gewünscht hätte, auch nicht. Die Mehrheit im Kreistag hatte damals die Untersuchung auf den Bereich bis Öhringen beschränkt.

Jetzt, sechs Jahre danach, will es der Bürgermeister wieder wissen: „Vielleicht hat sich seither etwas geändert.“ Die Spritpreise zum Beispiel. Die könnten heute mehr Menschen zum Umsteigen auf die Bahn bewegen als früher, hofft Lenz. Um das herauszubekommen, investiert Künzelsau 10 000 Euro und lässt die Fakten erneut von einer Beratungsfirma prüfen. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob eine umfangreiche Machbarkeitsstudie jetzt Aussicht auf Erfolg hat. Lenz: „Wir sind sehr gespannt, was da auf uns zukommt.“
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Hier findet sich der ganze Artikel von Matthias Stolla in der Heilbronner Stimme / Hohenloher Zeitung.