Firmenprotest gegen Stadtbahn-Trasse

Keine Stadtbahn vor die Werkstore! So lautet die Forderung von Firmen an der Heilbronner Au-, Salz- und Hans-Rießer-Straße. Bei einem Forum der Betroffenen in der IHK Heilbronn brachten Unternehmenslenker jetzt ihre „erheblichen Bedenken“ gegen die gegenwärtige Planung der Stadtbahntrasse Nord im Industriegebiet zum Ausdruck. Die weitgehend Lkw-intensiven Betriebe erwarten „signifikante Beeinträchtigungen“ in den betrieblichen Abläufen. Aber auch der Wertverlust von Immobilien und Grundstücken machte die Runde. Hier geht es zum Artikel in der: Heilbronner Stimme

VCD: Stadtbahn fährt am Geschehen vorbei

Die entsprechende VCD-Pressemitteilung findet sich hier zum Download als pdf.

In der Heilbronner Stimme berichtet Joachim Friedl: „Über die Paulinenstraße wird die Stadtbahn künftig regelrecht am Geschehen vorbei fahren.“ Nach der Kritik von FDP, FWV und der Stadtinitiative Heilbronn an der Trassenführung der S-Bahn Richtung Norden meldet jetzt auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Baden-Württemberg, Bedenken an: „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum die Variante Paulinenstraße eine bessere Bewertung und Förderfähigkeit erhalten soll als die Streckenführung über den Europaplatz“, heißt es in einer Mitteilung.

Entlang der Strecke zum Europaplatz und weiter durch die Weipertstraße gebe es ein großes Verkehrsaufkommen sowohl für Kunden als auch für Pendler. Man müsse sich nur einmal vergegenwärtigen, welche fahrgastrelevanten Punkte an der Strecke zum Europaplatz-Etzelstraße liegen: Bildungscampus, Hotel am Bollwerksturm, Stadtbad, Neckarpark, Lavatec-Arena, Experimenta, Bundesgartenschau, Neckarvorstadt und Innovationsfabrik, listet der VCD auf. Ein zusätzlicher Aspekt, der für einen Trassenverlauf durch die Weipertstraße spreche, sei die Millioneninvestition zur Unterquerung des Sülmertors.

Nicht außer Acht lässt der VCD, dass „die Berufsschulen an der Paulinenstraße Fahrgastfrequenz bringen“. Nach Ansicht der Verkehrsexperten könnten die Schulen aber wie bisher zu den Schulzeiten per Stadtbahn direkt auf der bestehenden Strecke mit Halt am Sülmertor angefahren werden. Außerdem könne an der nach Öhringen abzweigenden Bahnstrecke ein weiterer Halt gebaut werden, an dem zu den Schulzeiten die S-Bahn halten könne. Gerade angesichts der Entwicklungen im Bereich Europaplatz müsse man ernsthaft fragen, ob diese Punkte bei der standardisierten Bewertung berücksichtigt wurden.

Stadtbahn Nord sorgt wieder für Diskussionen

Strecke Stadtbahn Nord Heilbronn

Strecke Stadtbahn Nord Heilbronn

Die Heilbronner Stadtverwaltung hat jetzt die Pläne für die Trasse der künftigen Stadtbahn Nord in Heilbronn vorgestellt. Im April 2009 soll der Gemeinderat endgültig entscheiden, auf welchem Weg die Stadtbahn Richtung Neckarsulm fahren soll. Die FDP lehnt die geplante Streckenführung über Paulinenstraße-Sülmer Tor-Austraße nach wie vor ab, ebenso die Einzelhändler der Heilbronner Stadtinitiative und Unternehmen in der Austraße, wie die Heilbronner Stimme berichtet.

Die Stadtbahn soll ab Dezember 2012 von der bestehenden Trasse an der Heilbronner Kaiserstraße in die Allee in Richtung Stadttheater abzweigen. Nach rund 3,6 Kilometern Fahrt durch das Heilbronner Industriegebiet erreicht sie Neckarsulm. Von dort aus werden die Stadtbahnen dann auf der DB-Trasse über Bad Friedrichshall-Jagstfeld zum einen Bad Rappenau und Sinsheim erreichen, zum anderen, entlang des Neckars, Mosbach. Die Kosten für die Nordstrecke liegen bei insgesamt rund 136 Millionen Euro, auf den Heilbronner Abschnitt entfallen 77 Millionen Euro. Die weitere Verlängerung nach Süden ist zwar angedacht, konkrete Planungen laufen aber noch nicht.

Über die geplante Streckenführung hat die Stadt Heilbronn detailliert in einer Pressemitteilung informiert. Diese findet sich hier auf den Seiten der Stadt Heilbronn.

Stadtbahn HN-Nord soll Ende 2012 fertig sein

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 23.10.2008: Die Vertreter von Kommunen und Kreisen, die kürzlich zur Unterzeichnung eines Finanzierungsvertrages ins Rathaus Neckarsulm gekommen waren, verbindet ein gemeinsames Interesse: der Bau der Stadtbahn Heilbronn Nord.
Die Vorbereitungen für diese Infrastrukturmaßnahme laufen generalstabsmäßig, und mit der Vertragsunterzeichnung sind alle Beteiligten der Realisierung ein ganzes Stück näher gekommen. Diese Realisierung ist für Ende 2012 geplant: Dann nämlich soll die Stadtbahn in Betrieb genommen werden und eine ganze Reihe von Kommunen untereinander und mit Heilbronn verbinden.
Der unterzeichnete Vertrag regelt die Grundlagen für den Ausbau der Bahn. Die soll Heilbronns Innenstadt mit Jagstfeld und Gundelsheim verbinden. In Abstimmung mit dem Land erfolgt der Ausbau der Stadtbahn allerdings über Haßmersheim und Neckarzimmern bis nach Mosbach, weshalb auch der Neckar-Odenwald-Kreis, vertreten durch Landrat Dr. Achim Brötel, tangiert ist.
Eine Tatsache, die Landrat Dr. Achim Brötel natürlich freut: „Wir als ländlich strukturierter Flächenlandkreis sind zwingend auf ein leistungsfähiges Straßen- und Schienennetz angewiesen, das die schnelle Anbindung an benachbarte Städte und Kreise ermöglicht. Deshalb begrüßen wir den Ausbau der Stadtbahn ganz ausdrücklich.“ In diesem Zusammenhang lobte Landrat Brötel das große finanzielle Engagement der Gemeinde Haßmersheim, die „richtig viel Geld“ in den Ausbau ihres Bahnhofs und einen Steg über den Neckar investiere. Eine große Erleichterung könnte die Inbetriebnahme der Stadtbahn ab 2012 – der Baubeginn ist für Frühjahr/Sommer 2011 geplant – auch für einen Teil der rund 1900 Arbeitnehmer sein, die täglich aus dem Neckar-Odenwald-Kreis zur Firma Audi nach Neckarsulm pendeln. Eine Anpassung des künftigen Fahrplanes an den dortigen Schichtbetrieb wurde zumindest in Aussicht gestellt.