VCD fordert rasche Mobilitätsalternativen für den Ballungsraum Heilbronn-Neckarsulm – Mobilitätspakt endlich mit Leben füllen

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe VCD fordert nach der Entscheidung des Neckarsulmer Gemeinderats, den Bau des überdimensionierten und naturzerstörenden B27-Anschlusses an der Binswanger Straße nicht weiter zu verfolgen, rasch Mobilitätsalternativen. Dazu gehören im Rahmen des Mobilitätspakts Heilbronn-Neckarsulm endlich deutliche Verbesserungen beim klimafreundlichen Öffentlichen Verkehr (ÖV) rund um Neckarsulm sowie bei den Wegen für Radfahrende und Zufußgehende, damit Pendler zu den großen Arbeitsstätten in Neckarsulm attraktive Alternativen haben und das Auto stehen lassen können.

ÖV statt Autobahn: Wo die B27 in Neckarsulm im Gewerbegebiet Trendpark die Binswanger Straße kreuzt, sollten über gigantische Betonrampen neue Auf- und Abfahrten entstehen. Der Neckarsulmer Gemeinderat hat das Millionenprojekt nun endgültig zu den Akten gelegt. ©SCRITTI

„Seit über vier Jahren gibt es bereits die Gespräche zum Mobilitätspakt Heilbronn-Neckarsulm. Doch bis heute warten Pendler und Fahrgäste vergeblich darauf, dass es neue Busverbindungen zu den großen Arbeitgebern oder dichtere Takte bei der Stadtbahn zwischen Neckarsulm und Heilbronn gibt“, bedauert VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter. „Es ist ein Armutszeugnis, dass man aus Heilbronn noch nicht einmal innerhalb von zehn Minuten umsteigefrei zu einem großen Betrieb wie Bechtle an der Stadtgrenze zwischen Heilbronn und Neckarsulm gelangen kann.“ Gerade der Bereich Trendpark, wo die neue B27-Anschlussstelle gebaut werden sollte, ist weder aus Heilbronn, aber auch nicht aus Richtung Bad Friedrichshall oder gar Obereisesheim direkt erreichbar. Der Mobilitätspakt müsse endlich mit Leben gefüllt werden, so der VCD.

„Leider ist aber auch die Situation für Radfahrende in Neckarsulm teils wirklich katastrophal, insbesondere im Bereich des Audi-Werks. Es fehlen breite, klar gekennzeichnete und durchgehende Radrouten. Überall rollt die Autokolonne, so dass Radfahrende ausgebremst und vielerorts nicht einmal Fußgänger die Straßen sicher überqueren können“, stellt Sauter fest.

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Mobilitätspakt: Mehr Busse, bessere Verbindungen, engere Takte

94-Aquatoll-Sunset
Winterliche Idylle am Neckarsulmer Bahnhof West: Die Linie 94 verbindet Obereisesheim mit dem Spaßbad Aquatoll. Aus dem Landkreis ist das Aquatoll jedoch per Bus nicht erreichbar. ©SCRITTI

Im Rahmen des Mobilitätspakt für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm, bei dem allerdings offiziell weder Fahrgastvertreter noch ADFC oder VCD beteiligt sind, hat der VCD bereits ein Konzept für Verbesserungen im Schienenverkehr nördlich von Heilbronn und eine gerechtere Bedienung der Anliegerkommunen insbesondere im Neckartal erarbeitet. Auch im Busbereich fordert der VCD seit Jahren Verbesserungen und hat entsprechende Vorschläge den verantwortlichen Aufgabenträgern zukommen lassen. Als größte Probleme sieht der VCD die teils ungenügenden Fahrplantakte, nicht vorhandene Vernetzung zwischen Stadt- und Landkreis sowie S-Bahn und Busverkehr sowie die mangelnde Erreichbarkeit der großen Arbeitgeber wie Audi, Bechtle oder Schwarz-Gruppe auf direktem Weg. Der VCD fordert generell:

– Eine einheitliche Mobilitätsplanung über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg mit dem Ziel, den Öffentlichen Verkehr deutlich attraktiver zu machen und auszuweiten
– Mehr Stadtbahn-Verbindungen zwischen Neckarsulm und Heilbronn (auf den separaten S-Bahn-Gleisen) im 10- oder 7,5-Minuten-Takt
– Eigene Gleise für die Stadtbahn zwischen Neckarsulm, Kochendorf und Bad Friedrichshall zur Ausweitung der erforderlichen Kapazitäten
– Im Ballungsraum Heilbronn-Neckarsulm 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten als Grundangebot auf allen Stadtbahn- und Buslinien, abends und wochenends durchgehend mindestens ein Stundentakt im Rahmen eines  Integralen Taktfahrplans. Dies kann auch wie bereits heute in Neckarsulm praktiziert durch Überschneidung von Linien erfolgen (z.B. 91/691, 92/692, 94/694).

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