Zukunft des Nahverkehrs im Kochertal: Emissionsfrei dank „grünem Wasserstoff“ im Tank

Die Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH (OVR) könnte im Kochertal im Landkreis Heilbronn Vorreiter für einen emissionsfreien Nahverkehr dank Bussen mit Wasserstoffantrieb werden – berichtet das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Zusammen mit dem Hersteller Solaris Bus&Coach präsentierte das zur Transdev-Gruppe gehörende Unternehmen jetzt einen modernen Null-Emission Linienbus auf dem OVR-Betriebshof in Neuenstadt am Kocher. Im Rahmen des Projektes „H2 Impuls – für die Region Heilbronn-Franken“ soll der für den Antrieb benötigte Wasserstoff umweltfreundlich in der Region produziert werden. „Die Umsetzung der Verkehrswende mit Fokus auf saubere Straßenfahrzeuge zur Erreichung emissionsfreier Mobilität ist eines der vordringlichsten Themen, das die Bürgerinnen und Bürger, die Politik, Kommunen, Landkreise und die Verkehrsunternehmen derzeit umtreibt“, beschreibt OVR-Geschäftsführer Horst Windeisen.

Klimaneutral: Mit Wasserstoffbussen wie sie der Hersteller Solaris anbietet, könnte der öffentliche Verkehr im Netz der OVR emissionsfrei werden. ©OVR

Anlass für die Präsentation des Wasserstoff-Busses war der beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg eingereichte Förderantrag für das Projekt „H2 Impuls – für die Region Heilbronn-Franken“ im Rahmen des Förderprojektes „Modellregion grüner Wasserstoff“. Das gemeinsam mit den Projektpartnern Stadt Neuenstadt a.K., den Kommunen Hardthausen und Langenbrettach unter der Projektträgerschaft des Landkreis Heilbronn zusammen mit der Hochschule Heilbronn und mit Unterstützung der Wirtschaftsfördergesellschaft Raum Heilbronn (WfG) entwickelte Konzept sieht unter anderem vor, dass mit umweltfreundlich erzeugtem „grünen“ Wasserstoff der Öffentliche Verkehr (ÖV) im unteren Kochertal mit H2-Bussen künftig klimaneutral betrieben wird. 

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Erste Batteriezüge für BaWü bis 2023 in der Ortenau – Zabergäubahn könnte folgen

Das Land Baden-Württemberg beabsichtigt, die Beschaffung von 20 batterie-elektrischen Nahverkehrszügen im NETZ 8 Ortenau an die Siemens Mobility GmbH zu vergeben. Das gab jüngst das Landesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung bekannt. Die Züge werden bis zur vorgesehenen Inbetriebnahme im Juni 2023 ausgeliefert. In der deutschlandweit ersten technologieoffenen Ausschreibung von lokal emissionsfreien Fahrzeugen hat das Land die landeseigene Gesellschaft Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) beauftragt, neue lokal emissionsfreie Züge als Alternative zu herkömmlichen Dieselfahrzeugen für das NETZ 8 Ortenau zu beschaffen. Diese Fahrzeuge sollen auf Strecken mit und ohne Oberleitung eingesetzt werden können. Die Besonderheit dieser Ausschreibung besteht darin, dass Siemens Mobility GmbH die Fahrzeuge nicht nur liefert, sondern über einen Zeitraum von 29,5 Jahren hinweg auch wartet und instand hält. Der Betrieb des Netzes – und damit die Suche nach einem Eisenbahnverkehrsunternehmen, das die Züge fährt – wird separat ausgeschrieben.

Siemens-Batteriezug_Innotrans

Batterieelektrischer Triebzug von Siemens als Cityjet für die Österreichische Bundesbahn auf der Berliner Messe Innotrans im September 2018 ©SCRITTI

Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe hat bereits mehrfach gefordert, bei einer möglichen Reaktivierung der Zabergäubahn den Einsatz moderner Triebwagen mit Batterieantrieb ernsthaft zu prüfen. Solche Züge könnten umweltfreundlich unter der elektrischen Oberleitung auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn bzw. Stuttgart und Lauffen verkehren, und dann mit Batterieantrieb auf die rund 20 Kilometer lange Zabergäubahn abbiegen. Beim Einsatz von Vollbahn-Fahrzeugen könnten problemlos Direktverbindungen aus dem Zabergäu sowohl in Richtung Heilbronn als auch in Richtung Stuttgart geschaffen werden, was bei einem reinen Betrieb mit Heilbronner Stadtbahnen nicht möglich wäre. Ein entsprechendes Konzept des VCD zum SPNV rund um Heilbronn findet sich im Weblog zur Frankenbahn. Im Frühjahr 2019 hatte das Landesverkehrsministerium eine Liste mit stillgelegten Bahnstrecken und Potenzial für eine mögliche Reaktivierung vorgelegt. Dazu gehören auch die Zabergäubahn Laufen – Zaberfeld sowie die Strecke von Waldenburg nach Künzelsau.

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