DB erobert Kraichgaubahn zurück und betreibt ab 2022 Schnellzüge Karlsruhe – Heilbronn

Die Deutsche Bahn (DB) hat die Ausschreibung für den Betrieb der künftigen RegionalExpress-Züge zwischen Heilbronn Hbf und Karlsruhe Hbf gewonnen und soll ab Dezember 2022 mit modernen Elektrotriebwagen die heutigen Stadtbahn-Eilzüge im Stundentakt ersetzen. Ironie der Geschichte: Noch in den 1990er Jahren sah es düster aus auf der Kraichgaubahn Heilbronn – Eppingen – Karlsruhe, die Deutsche Bahn hatte den Verkehr massiv ausgedünnt und wollte die Strecke sogar stilllegen. Dann kam die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und machte die Kraichgaubahn mit den Zweisystem-Stadtbahnen und engem S-Bahntakt zum Erfolgsmodell. Gut 20 Jahre später, nachdem die erste Stadtbahn Heilbronn erreicht hatte, ist die DB wieder im Rennen: Sie hat jetzt die Ausschreibung für den RE zwischen Heilbronn Hbf und Karlsruhe Hbf gewonnen. Das teilte das Landesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung mit. Von drei Bietern hat die DB das beste Angebot abgegeben. Die eingegangenen Angebote seien ausgewertet und das Ministerium für Verkehr beabsichtige, der DB Regio den Zuschlag zu erteilen. Die Ausschreibung war aufgeteilt in zwei Lose und der Zuschlag erfolgt für 13 Jahre. Neben dem verbesserten Angebot soll das Reisen von und nach Karlsruhe auf den genannten Strecken auch durch den Einsatz von Neufahrzeugen spürbar bequemer werden. 

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Baureihe 1440 vom Typ Coradia Continental der Deutschen Bahn in Wuppertal. Solche Triebwagen sollen künftig jede Stunde schnell zwischen Karlsruhe Hbf und Heilbronn Hbf rollen. ©wikipedia IPRobin

Im Los 1 „Karlsruher Netz“ (Karlsruhe – Bretten – Eppingen – Heilbronn, Karlsruhe – Rastatt – Baden-Baden – Achern, Karlsruhe – Rastatt – Forbach (Schwarzwald) – Freudenstadt – Bondorf) sind dreiteilige und fünfteilige Neufahrzeuge vom Typ Alstom Coradia Continental vorgesehen. 

Im Los 2 „Nordbaden-Express“ (neue schnelle Verbindung von Karlsruhe über Bruchsal nach Heidelberg/Mannheim) sind dreiteilige Neufahrzeuge vom Typ Siemens Mireo vorgesehen.  Weiterlesen

Heilbronn – Karlsruhe Hbf künftig im modernen Schnellzug ohne AVG?

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Talent statt Stadtbahn? Zwischen Heilbronn und Karlsruhe Hbf könnten bald bequeme Eisenbahnen rollen

In einer aktuellen Presseerklärung teilt das Landesverkehrsministerium mit, dass sich Land und kommunale Seite jetzt auf die künftige Vergabekonzeption für die Verkehre mit Karlsruher Zweisystem-Stadtbahnen geeinigt haben. Für die Vergabe der Zugleistungen wird das Karlsruher Netz (Vergabenetz 7a/b) in zwei Netze aufgeteilt: in einen Eisenbahnteil und einen Zweisystemteil. Die Zweisystemverkehre mit Stadtbahnen sollen weiterhin direkt an die AVG vergeben werden, der Bereich der Eisenbahn wird dagegen im Wettbewerb ausgeschrieben. Durch die Vergabekonzeption, auf die sich Verkehrsminister Winfried Hermann MdL und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup am Montag (24. Juli 2017) verständigt haben, werde das erfolgreiche Karlsruher Modell zukunftsfähig gesichert. Die neue Konzeption dürfte auch die lang laufenden Eilzüge und Sprinter der S4 Heilbronn – Karlsruhe betreffen. Die Zweisystemfahrzeuge ermöglichen zwar die Innenstadtanbindung, bringen dafür aber insbesondere bei langen Wegen auch Nachteile mit sich. Sie sind weniger leistungsstark, verfügen teilweise nicht über Toiletten, haben nur geringe Fahrradmitnahmekapazitäten und werden als weniger komfortabel empfunden. Daher haben sich Stadt und Land darauf verständigt, künftig langlaufende Leistungen mit komfortableren Eisenbahnfahrzeugen über den Karlsruher Hauptbahnhof zu führen. Der VCD begrüßt dieses Konzept, da mit modernen Elektrotriebwagen die heute rund eineinhalb Stunden dauernde Fahrt im Eilzug von Heilbronn bis Karlsruhe in Zukunft für die Fahrgäste wesentlich komfortabler und auch schneller sein wird. Die Züge können dann direkt bis Karlsruhe Hbf fahren und dort bequeme Anschlüsse zum Fernverkehr im Rheintal bieten. Schnelle Anschlüsse in die Karlsruher Innenstadt sollten weiterhin gewährleistet sein. Die tatsächlichen S-Bahn-Linien von Schwaigern über Heilbronn bis Öhringen oder von Bretten bis Karlsruhe sollten davon nicht betroffen sein. Weiterlesen