Erste neue Stadtbahnen erhalten vorläufige Eisenbahn-Zulassung

ET2010 AVG neue Stadtbahn

ET2010 AVG neue Stadtbahn

Nach Pressemeldungen haben jetzt die ersten sieben Züge der neuen Baureihe ET 2010 die vorläufige Zulassung nach der Eisenbahnbetriebsordnung (EBO) vom Eisenbahnbundesamt (EBA) in Bonn erhalten. Die neuen Stadtbahnen dürfen nun wie bereits ihre Vorgänger – mit Einschränkungen – auch auf normalen Eisenbahngleisen verkehren. Sofern genügend Fahrzeuge verfügbar sind und noch ausstehende Tests erfolgreich verlaufen, könnte damit zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember auch der Betrieb der S41 und S42 nach Mosbach und Sinsheim starten. Die neuen Zweisystemzüge könnten dann von Neckarsulm auf den Gleisen der Deutschen Bahn weiter in die Region fahren. Die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) wartet seit über zweieinhalb Jahren auf diese Zulassung, weil der Hersteller Bombardier Transportation nicht alle nötigen Bescheinigungen beim EBA vorlegen konnte. Sukzessive werden nun auch die übrigen 23 Fahrzeuge über eine sogenannte Konformitätserklärung für den Einsatz als Zugverband zugelassen – ebenfalls vorläufig, so heißt es in einer Pressemitteilung. Denn bis Ende des Jahres, so die Auflage des EBA, müssen noch Ergebnisse zusätzlicher Prüfungen sowie von Langzeittests im Fahrbetrieb vorgelegt werden.

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Start der Stadtbahn Nord verzögert sich erneut

Die Wogen gehen derzeit hoch in der Region, nachdem die Heilbronner Stimme berichtet hatte, dass sich der geplante Start der Stadtbahn Nord zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 erneut verzögern wird. Nach Angaben der Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) liege dies am Wagenmaterial. Dies war schon länger abzusehen, da die neuen Stadtbahn-Fahrzeuge bislang keine Zulassung für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken haben. Sie können daher nicht bis Bad Friedrichshall oder Neckarelz fahren. Nun ist klar, dass diese Zulassung auch nicht bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 zu bekommen ist. (weitere Berichte und Links auf der Seite S Nord.)
Der ökologische Verkehrsclub VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe hofft, dass die Zeit nun genutzt werden kann, um die größten Mängel bei der Planung der Stadtbahn Nord zu beheben. Der bislang vom Land Baden-Württemberg geplante 20-Minuten-Takt passt nicht zu den übrigen Taktverkehren von Regionalzug und Bussen (alle 30 oder 15 Minuten) in der Region, optimale Anschlüsse an die Stadtbahn sind so NICHT möglich, was bereits die betroffenen Busunternehmen heftig kritisieren. Der VCD fordert mindestens einen 15-Minuten-Takt der Stadtbahn zwischen Neckarsulm und Heilbronn und zunächst einen 30-Minuten-Takt bis Bad Friedrichshall. Die bisher zwischen Neckarelz und Ulm verkehrende stündliche Regionalbahn muss erhalten und zu einer zweiten Schnellverbindung von Heilbronn bis Heidelberg/Mannheim ausgebaut werden.
Ob die Verzögerung auch etwas damit zu tun hat, dass der AVG-Geschäftsführer Walter Casazza zum Jahresende von Karlsruhe zu den Stadtwerken Augsburg wechselt? Im Branchen-Fachblatt Roter Renner wurde darüber bereits heftig spekuliert. Chefredakteur Frank Schliffke schreibt: Aus der Kommunalpolitik meldeten sich sofort Stimmen, die darauf hinwiesen, man möge doch bitte Wanderer nicht aufhalten. Nur in einem Blog-Eintrag liest man, der OB dürfe Casazza auf keinen Fall ziehen lassen. Das ist aber kein Lob für den Abwanderungswilligen. Denn da heißt es weiter: Casazza solle so lange bleiben, bis er die Finanzierungsprobleme des Stadtbahntunnels in der Innenstadt gelöst habe. Tja, und dazu kommt jetzt noch ein massives Problem mit neuen Zügen. Da lebt es sich in Augsburg vorerst sicherlich bequemer als in Karlsruhe. (mgr)

Neue Stadtbahnen bislang ohne EBA-Zulassung

Neue AVG-Stadtbahn von Bombardier, Foto: KVV

Neue AVG-Stadtbahn Bombardier

Die Medien berichteten jetzt mit Begeisterung, die Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) würde die neuen Zweisystem-Bahnen (ET 2010) in Betrieb nehmen, die ab Dezember auch im Raum Heilbronn zum Einsatz kommen sollen. (Auf die dürftige Ausstattung dieser Straßenbahnen wurde bereits hingewiesen.) Meist wird in der Presse nur in einem Nebensatz erwähnt, dass die neuen Züge bislang nur eine Zulassung für den Straßenbahnbetrieb besitzen, allerdings nicht für den Betrieb auf Eisenbahnstrecken, wie es zwischen Neckarsulm und Mosbach-Neckarelz bei der Stadtbahn Nord notwendig ist. So schreibt etwa Boulevard Baden: Das Zulassungsverfahren hat sich in den vergangenen Wochen verzögert, weil unter anderem Nachbesserungen am Bremssystem und eine Optimierung der Tür-Öffnungs- und Schließzeiten vonnöten waren. Damit die Zweisystemer ihrer Bestimmung gemäß schließlich auch über das Eisenbahnnetz in die Region hinaus fahren können, bedarf es noch einer gesonderten Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA), an der derzeit parallel gearbeitet wird. “Dass Zulassungen in Deutschland immer schwiriger werden ist wohl kein Geheimnis”, sagte AVG-Geschäftsführer Walter Casazza.
Derzeit ist wohl nicht absehbar, ob die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) dieses Jahr noch erfolgen wird. Diese dauert mehrere Monate und hat sich in der jüngsten Zeit bei zahllosen Eisenbahn-Fahrzeugen um Monate verzögert. Kaum ein neues Fahrzeug konnte wie geplant pünktlich den Betrieb aufnehmen, das betraf sowohl die Stadler Doppelstockzüge für die ODEG wie auch die Talent 2 von Bombardier für die Deutsche Bahn. Auch der Stadler-FLIRT für den Meridian von Veolia Verkehr, der ab Dezember von München nach Innsbruck und Kufstein rollen soll, hängt derzeit im Zulassungsverfahren. Es ist auch nicht auszuschließen, dass es im Alltagsbetrieb bei den neuen, unerprobten Stadtbahnen zu Problemen etwa mit den Türen oder Trittbrettern kommt wie jüngst bei den neuen S-Bahn-Zügen (ET 430) für Stuttgart, die nun nach verspäteter Übergabe wieder aus dem Verkehr gezogen wurden. Die gesamte Pressemitteilung mit Fotos findet sich auf den Seiten des KVV. (mgr)