OB Mergel reagiert auf Radwege-Kritik

Mit einem Brief hat der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel vor einiger Zeit auf die Kritik von ADFC, Lokaler Agenda 21 und VCD an der Behinderung von Radfahrer*innen in der Oberen Neckarstraße reagiert, nachdem es dort immer wieder zu Konflikten zwischen Außengastronomie und Nutzer*innen des jahrzehntelang existierenden Radweges gekommen ist. Neben Allgemeinplätzen zur Straßenverkehrsordnung und dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer*innen betont Mergel, erklärtes Ziel der Stadt sei die Öffnung und Belebung der Oberen und Unteren Neckarstraße zum Neckar hin. Die in den letzten Jahren starke gastronomische Entwicklung trage letztlich zu einer lebenswerten Stadt bei. Die Ausweisung der „Neckarmeile“ als Fußgängerzone mit „Radfahrer frei“ solle Verkehrsunfällen vorbeugen. Eine konkrete Lösung für den Konflikt und eine ernsthafte Alternative für Radfahrende, die in die Innenstadt wollen, hat Mergel nicht zu bieten. Er stellt in Aussicht, dass nach der Bundesgartenschau die alte Kranenstraße in eine reine Fahrrad-Straße umgewandelt werden soll und damit eine attraktive östliche Achse Badstraße – Kurt-Schumacher-Platz – Kranenstraße entstehe. Zudem gebe es Überlegungen, auf dieser Route die beiden Hochschulstandorte miteinander zu verbinden. Daraus lässt sich ableiten, dass die Verwaltung den Radverkehr komplett aus der Oberen und Unteren Neckarstraße heraushaben will. Mergel weiter: „Zusätzlich zu dieser Planung werden im Zusammenhang mit der Verkehrsuntersuchung der nördlichen Innenstadt derzeit Alternativen geprüft, wie der Radfahrer u.a. über die Kram- und Gerberstraße geführt werden kann.“ Der VCD fordert, mittelfristig die Innenstadt für den automobilen Durchgangsverkehr zu sperren und Anwohnern, Radfahrenden und Fußgängern absoluten Vorrang einzuräumen. (mgr)

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Appell: Die Stadtbahn Nord endlich auf’s richtige Gleis setzen!

Damit die Stadtbahn Nord tatsächlich zu einem Erfolg wird, kritisiert in einem Brief an die Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Gemeinderäte in den Kommunen entlang der geplanten Trasse das Aktionsbündnis Bahnwende Heilbronn die derzeitigen Planungen als Rückschritt und weist auf zahlreiche Nachteile hin, die die aktuelle Konzeption den Kommunen im Neckartal bringt. Inzwischen ging auch ein ähnlicher Brief an Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Unter anderem sollen überregionale Zugverbindungen gestrichen werden, Fahrzeiten werden sich deutlich verlängern und sind damit nicht mehr konkurrenzfähig zum Autoverkehr. Zudem passt der geplante 20-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall nicht zu den bereits vorhandenen Taktzeiten im Bahn- und Busbereich mit Fahrten alle 15 oder 30 Minuten. Das Aktionsbündnis – ein Zusammenschluss von regionalen Verbänden, Organisationen und BürgerInnen wie attac, Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn, BUND-Regionalverband, DGB, Die Grünen, Die Linke, ödp, Verkehrsclub Deutschland – hält dies nicht für akzeptabel und fordert deutliche Korrekturen am aktuellen Konzept und den Erhalt der überregionalen Bahnverbindungen von Neckarelz bis Ulm. Zahlreiche Hintergrundinfos zur geplanten Stadtbahn Nord finden sich in den nachfolgenden Blog-Einträgen! Den Brief des Aktionsbündnisses hatte Kreisrat Johannes Müllerschön an Landwirtschaftsminister Bonde bei einem Treffen in Offenau zur Entwicklung im ländlichen Raum übergeben. Inzwischen hat das Landesverkehrsministerium mit einem Brief darauf geantwortet. Darin heißt es unter anderem, alle Beteiligten hätten sich bereits 2006 auf dieses Betriebsprogramm geeinigt. Zudem stünden im hoch belasteten Abschnitt zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall nur maximal drei Fahrplantrassen je Stunde zur Verfügung.