NVBW stellt Fahrplanentwürfe online

Die Nahverkerkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) hat jetzt Entwürfe für den Fahrplanwechsel im Dezember 2013 ins Netz gestellt. Es ist bei der Heilbronner Stadtbahn Nord (KBS 710-4) wie bereits seit zwei Jahren angekündigt ein irrwitziger 20-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall geplant. Der VCD lehnt einen 20-Minuten-Takt ab, weil er nicht zum bestehenden landesweiten Integralen Taktfahrplan (3-Löwen-Takt) auf Basis von Fahrten alle 30 oder 15-Minuten passt. Fahrgastfreundliche Anschlüsse zum Heilbronner oder Neckarsulmer Stadtbusverkehr auf Basis von 15-Minuten-Takten sind daher nicht möglich. Auch nicht zum überregionelen Fernverkehr, der Heilbronn Hbf zu den Taktknoten um die Minuten 30 und 00 bedient. Es werden sich bei der Stadtbahn Nord die selben Probleme einstellen wie seit 2005 bei der Stadtbahn Ost! Der VCD fordert mindestens einen 30-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall mit Verdichtung auf einen 15-Minuten-Takt zwischen Heilbronn und Neckarsulm. Das ist das Mindeste, will man tatsächlich neue Kunden für den Nahverkehr gewinnen und die Millionen-Investitionen in die Stadtbahn Nord rechtfertigen.

VCD kritisiert fehlende Nahverkehrsverbindungen am Abend

Open Air Kino Heilbronn

Kino ohne Anschluss: Beliebt bei den Besuchern, mit dem Bus nicht zu erreichen

In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) fehlende Nahverkehrsverbindungen am Abend. Der VCD hält es für einen unhaltbaren Zustand, dass erneut die Großveranstaltung Open-Air-Kino an der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter: „Das Open-Air-Kino ist ein toller Event, der jährlich tausende Besucher anzieht. Es ist jedoch vollkommen unbegreiflich, warum der Veranstaltungsort wenige Meter vor der Heilbronner Stadtgrenze nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.“ Der VCD fordert, dass es im Rahmen des landesweiten Integralen Taktfahrplanes am Abend wenigstens einen Stundentakt auf den wichtigsten Buslinien von und nach Heilbronn gibt, freitags und samstags idealerweise mindestens bis nach Mitternacht oder wie bei der Stadtbahn bis nach 1 Uhr. Denn nur wer die Sicherheit hat, zu später Stunde mit dem öffentlichen Verkehr auch wieder nach Hause zu kommen, wird diesen abends auch zur Hinfahrt nach Heilbronn nutzen. Die gesamte Pressemitteilung findet sich im ersten Kommentar zu diesem Artikel.

VCD fordert fairen Wettbewerb und Ende der Direktvergaben

Gerichtsurteil: Land muss Bahnaufträge ausschreiben

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) betrachtet den aktuellen Fahrplan der Landesregierung für die Vergabe von Aufträgen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) als hinfällig. Dies ist die Konsequenz eines Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Demnach dürfen keine SPNV-Leistungen mehr ohne öffentliche Ausschreibung an Verkehrsunternehmen vergeben werden. „Die Bundesländer werden damit gezwungen, SPNV-Aufträge grundsätzlich europaweit auszuschreiben“, erläutert der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. Das Instrument der Direktvergabe habe damit endgültig ausgedient. Dies betrifft auch den Stadtbahn- und Regionalverkehr rund um Heilbronn, der bislang ausschließlich von der Deutschen Bahn (DB) sowie der Albtalverkehrsgesellschaft auf Grundlage undurchsichtiger Verträge betrieben wird.
Die Landesregierung plane derzeit, besonders ertragreiche Regionalverkehrsstrecken wie die Frankenbahn unter Umgehung fairer Wettbewerbsverfahren auch nach 2016 direkt an die DB zu vergeben. „Solche Verfahren sind nicht transparent und haben immer ein Gschmäckle“, sagt Matthias Lieb. Nach dem jüngsten Gerichtsurteil könnten DB-Konkurrenten mit großer Aussicht auf Erfolg gegen solche Direktvergaben und die Verschwendung von Steuergeldern klagen.
Nach Ansicht des VCD muss die Landesregierung ihren Wettbewerbsfahrplan für die Zukunft des SPNV in Baden-Württemberg umgehend überarbeiten. „Der Regionalverkehr muss – wie vorgesehen – in sinnvolle Netze und Strecken aufgeteilt werden und dann ohne Ausnahme in Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben werden“, erklärt Matthias Lieb. Nur so hätten alle interessierten Bahnunternehmen gleiche Chancen, nur so würde sich das beste Konzept durchsetzen, und nur so könnten die Fahrgäste auf der Frankenbahn und anderen Strecken dauerhaft mit einem attraktiven und bezahlbaren Schienennahverkehr bedient werden.
Nach einer solchen Ausschreibung wird sich nach VCD-Meinung zeigen, dass auch ein S-Bahnverkehr zwischen Heilbronn und Osterburken mit Stadtbahnen wirtschaftlich zu betreiben ist.
Matthias Lieb: „Wettbewerb im Schienenverkehr führt wie überall in der Wirtschaft zu besseren Angeboten bei geringeren Kosten. Die Strecke Passau – München zeigt, welches Sparpotenzial die Landesregierung ungenutzt lässt. Während die DB dort in der Vergangenheit 8,50 Euro pro Schienenkilometer kassiert hat, fährt sie nach gewonnener Ausschreibung für 75 Cent pro Kilometer.“ In Baden-Württemberg koste der durchschnittliche Schienenkilometer aber immer noch mehr als 8,- Euro.

Hier gibt es Infos zum Beschluss des Vergabesenats am Oberlandesgericht Düsseldorf vom 21.7.2010, Aktenzeichen VII-Verg 19/10

Schwarzbuch Deutsche Bahn

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In der Frankfurter Rundschau schreibt Hans-Jürgen Linke unter dem Titel Zufriedenheit ist kein Betriebsziel über das jüngst erschienene SCHWARZBUCH DEUTSCHE BAHN und empfiehlt dringend dessen Lektüre. Darin heißt es:

Christian Esser und Astrid Randerath, Fernseh-Journalisten und Autoren des „Schwarzbuchs Deutsche Bahn“, schreiben vielen Menschen aus der Seele. An vordergründigem Bahn-Bashing allerdings sind sie nicht interessiert, sondern an der grundsätzlichen Frage: Warum darf die Bahn tun, was sie will, obwohl sie nicht tut, was sie wollen sollte?
(…)
Die aktuelle Situation zeigt, dass die Gewinnmaximierungs-Strategien, das rigorose Fahren auf Verschleiß, das Einsparen grundlegender Wartungsarbeiten sich zu rächen beginnen, und zwar am schwächsten Glied der Wertschöpfungskette: dem auf die Bahn angewiesenen Fahrgast. Er hat diese Rache nicht verdient, aber er zahlt die Rechnung, und zwar doppelt: als Fahrgast und als Steuerzahler. Das Image der DB ist nachhaltig ruiniert, nur die Konzernleitung weiß noch nichts davon.
(…)
Astrid Randerath und Christian Esser zeigen präzise auf Schwachstellen und flankierende Propaganda-Maßnahmen. Wo es noch Bahnhöfe gibt mit einer Bahnhofsbuchhandlung darin, sollte dieses Buch in großen Stapeln ausliegen, damit es in allen verspäteten Zügen gelesen werden kann.

Dr. Dieter Ludwig will Stadtbahn auf der Frankenbahn

Der langjährige Chef der Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und Erfinder der modernen Regionalstadtbahn Dr. Dieter Ludwig engagiert sich auch noch im Ruhestand mit Leidenschaft, Sachverstand und Unternehmergeist für einen besseren Schienenverkehr. Ludwig hat 1999 die Stadtbahn nach Heilbronn gebracht und sieht auch in der Strecke der Frankenbahn über Osterburken und Lauda nach Würzburg genügend Potenzial für eine moderne S-Bahn im Taktverkehr.
Das ausführliche Interview findet sich auf der Seite „Ludwig“ und im Weblog zur Frankenbahn unter „S-Bahn“.

HNV: VCD fordert Verzicht auf Fahrpreiserhöhung

Öffentlicher Verkehr (ÖV) muss attraktiver statt teurer werden – Preissteigerungen im HNV von 44 Prozent
Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) fordert den Heilbronner-Hohenloher-Haller Verkehrs­verbund (HNV) auf, auf die erneuten massiven Preis­erhöhungen zum Jahresende zu verzichten. Energiekosten sinken, Fahrgastzahlen in der Region steigen.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg: „Es kann nicht sein, dass immer nur der Fahrgast, der die Umwelt schont und das Klima schützt, als Melkkuh der Nation herhalten muss. Um rückläufige Zuschüsse des Steuerzahlers und steigende Kosten auszugleichen, sollten Verbünde und Verkehrsunternehmen – durchaus notwendige – Mehreinnahmen anstatt durch höhere Preise besser durch mehr neue Fahrgäste erzielen.”

Angesichts hoher Sprit- und Energiepreise steigen immer mehr Menschen auf den Öffentlichen Verkehr (ÖV) um. Diese neuen Kunden müssen nach VCD-Meinung durch attraktive Tarife und guten Service langfristig gebunden und nicht gleich wieder durch Preiserhöhungen verschreckt werden. Matthias Lieb: „Der Kunde muss einen Mehrwert davon haben, wenn er das Auto stehen lässt und das Klima schont.” Erst jüngst hatte der HNV über massiv gestiegene Fahrgastzahlen und zahlreiche Neukunden auf der Stadt­bahn-Strecke Heilbronn – Öhringen berichtet. „Diese neuen Kunden bringen auch frisches Geld in die Kasse des Verbundes“, sagt Lieb. Auch die Kommunalpolitik sei gefordert, Preiserhöhungen nicht immer brav abzunicken, sondern die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger nach einer bezahlbaren, umweltfreundlichen Mobilität ernst zu nehmen. Im Stuttgarter VVS etwa sei die geplante Preiserhöhung auf Drängen der Stadt- und Regionalpolitik abgemildert worden.
(…)

Die gesamte Pressemitteilung findet sich auf der Homepage des VCD BaWü.

Einen Artikel von Peter Boxheimer zu den ebenfalls geplanten Tariferhöhungen im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) findet sich in der Heilbronner Stimme / Kraichgau Zeitung.