Kostenloser Nahverkehr im Advent: VCD-Untersuchung weist auf Angebotsdefizite hin

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Freie Fahrt nach Heilbronn mit dem ÖV an den Samstagen im Advent. Allerdings können zahlreiche Bürger*innen im Landkreis wie jene aus Erlenbach-Binswangen mangels Verbindungen das Angebot nicht nutzen. ©SCRITTI

UPDATE: Von Neuenstadt aus fährt seit der Heilbronner BUGA im Sommer 2019 die Linie 620 tatsächlich im Stundentakt und nicht mehr wie zuvor zweistündlich. Offenbar sind aber diese Daten in der DB Online-Auskunft nicht korrekt hinterlegt, so dass online nur zweistündliche Direktfahrten nach Heilbronn angezeigt werden. Leider ist das nicht das erste Mal, dass Daten zum HNV-Fahrplan online falsch angezeigt werden.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt in einer Pressemitteilung die Werbeaktion des Heilbronner Verkehrsverbundes (HNV), an den Samstagen im Advent den Öffentlichen Verkehr (ÖV) kostenfrei anzubieten. Für dauerhaft mehr Fahrgäste müssen jedoch laut VCD die ÖV-Verbindungen gerade am Wochenende erheblich verbessert werden. Busse und Bahnen sollten rund um Heilbronn nach Schweizer Vorbild mindestens alle 30 Minuten fahren, auch abends und am Wochenende. Der VCD hat das bestehende ÖV-Angebot an Samstagen untersucht. „Leider fehlen in vielen Nachbarkommunen gerade am Wochenende und abends attraktive Verbindungen in die Großstadt Heilbronn“, stellt VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter fest.

Am besten haben es nach dem VCD-Test an Samstagen Fahrgäste aus Schwaigern, Leingarten oder Weinsberg, sie können tagsüber sogar dreimal in der Stunde per S-Bahn mitten in die Heilbronner City fahren. Für vorbildlich hält der VCD auch das Angebot für Fahrgäste aus Beilstein oder Willsbach, die auch samstags alle 30 Minuten Direktverbindungen nach Heilbronn haben. „So sollte es für alle größeren Kommunen im Landkreis sein“, sagt Sauter. 

Fahrgäste aus Richtung Neuenstadt dagegen können samstags nur alle zwei Stunden mit dem direkten Bus nach Heilbronn fahren. „Für eine spontane Shoppingtour ist das nicht wirklich attraktiv“, sagt Sauter. Noch schlechter haben es Fahrgäste aus Erlenbach: Für sie gibt es am Wochenende oder abends gar keine regulären, direkten Busverbindungen in die benachbarte Großstadt.

Aus Neckarwestheim und Talheim fahren die Busse in verwirrenden Abständen von einer Stunde und 20 Minuten. „Ein solcher Nicht-Takt kann sich doch kein Fahrgast merken“, stellt Sauter fest. Auch für Fahrgäste aus Gundelsheim oder Offenau gibt es nur eine stündliche S-Bahn-Verbindung. Von Untereisesheim dauert die Fahrt nach Heilbronn mit Umstieg auf die Stadtbahn in der Regel eine Stunde. Nach Löwenstein geht es teils auch nur alle zwei Stunden. „Wer hier den ÖV im Advent ausprobiert, kommt schnell zu dem Schluss: Einmal und nie wieder“, befürchtet Sauter. 

„Wenn man mehr Menschen für die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs begeistern will, dann muss zuerst einmal das Angebot stimmen. Sonst bleiben solche Aktionen nutzlos und bringen auch keinen Erfolg“, stellt Sauter fest. Der VCD fordert nach Schweizer Vorbild einen Integralen Taktfahrplan mit Halbstundentakt als Mindestangebot auf allen Linien in die Nachbarorte von Heilbronn bei Stadtbahn und Regionalbus an allen Wochentagen von morgens bis spät abends.

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