Weinsberger Bahnhof: Hintergründe zum Verkauf an Familie Obrez

Weinsberg-Bhf

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Seit nun schon zwei Jahren kursieren Gerüchte über die Zukunft des inzwischen sehr verwahrlosten Gebäudes des Weinsberger Bahnhofes an der Stadtbahnlinie S 4. Viele Bürger können nicht verstehen, warum die Stadt Weinsberg von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch gemacht und diesen Standort für die Ansiedlung einer zeitgemäßen Gastronmie genutzt hat. Nun soll laut Zeitungsberichten endlich gebaut werden. Auf Facebook berichtet der neue Eigentümer „Physio & More by Obrez“ nun über die Hintergründe des Verkaufs des Weinsberger Bahnhofes und die seltsame Rolle der Stadt Weinsberg. Der ausführliche Bericht der Familie Obrez findet sich auch im ersten Kommentar zu diesem Artikel.

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2 Gedanken zu „Weinsberger Bahnhof: Hintergründe zum Verkauf an Familie Obrez

  1. Physio & More by Obrez hat diese erhellende Darstellung über den Verkauf des Weinsberger Bahnhofes und die Rolle der Stadt Weinsberg und von Bürgermeister Thoma auf Facebook gepostet:

    http://www.facebook.com/pages/Physio-More-by-Obrez/231623516853166

    —————————————————————————–
    „Liebe Leserinnen und Leser,

    wir freuen uns, dass Sie sich für unser Projekt Bahnhof interessieren und das, obwohl ohne unser zutun, leider viel in der Presse geschrieben wurde (HST Berichte und Leserbriefe).

    Ebenfalls viel in der Öffentlichkeit diskutiert und verbreitet wurde und wird, was nicht den Tatsachen entspricht!

    Wir sind gerne nach wie vor bereit ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aus erster Hand zu informieren. Nur mit Wissen kann man sich eine „fundierte Meinung“ bilden, alles andere ist eben nur „Geschwätz“.

    Alles begann 2007 bei einem Spaziergang durch Weinsberg. Meine Frau und ich wollten uns geschäftlich vergrößern und suchten dazu das passende Objekt. Als wir am Bahnhof vorbei kamen haben wir uns gefragt, was wohl mit dem Gebäude passieren wird, es stand ja nun schon jahrelang leer.

    Also Informierten wir uns bei der Deutschen Bahn. Damals war das Gebäude noch nicht für den Verkauf vorgesehen. Nach unseren mehrmaligen Anfragen begann die Bahn zu prüfen(Entbehrlichkeitsprüfung), ob das Gebäude noch gebraucht würde. Nachdem klar war, dass es für die Bahn entbehrlich ist, wurde geprüft, ob der Verkauf des Gebäudes machbar (Machbarkeitsprüfung) ist.

    Als die Gespräche mit der Bahn konkreter wurden, setzten wir uns im November 2008 auf Anraten der Bahn mit der Stadt Weinsberg (Bürgermeister) in Verbindung. Dies war notwendig, da die Stadt das Vorkaufsrecht auf den Bahnhof hatte. Wir wollten wissen, ob die Stadt die Option ausüben will. Auch hier wurden mehrere Gespräche geführt, in denen es um Konzeption, Parkplätze, usw. ging. Fazit: Die Stadt will kein Vorkaufsrecht geltend machen. Nun sollten wir vorab Pläne einreichen, was wir auch gerne taten. Wir wurden ermutigt, unser Ziel „Erwerb Bahnhof“ weiter zu verfolgen. Der Bürgermeister blieb stets mit uns in Verbindung und wollte bei Neuigkeiten informiert werden. Er sagte wir würden bei ihm offene Türen einrennen.

    Es folgten öffentliche Besichtigung und öffentliche Versteigerung an den Meistbietenden. Bei keinem dieser Termine war der inzwischen in den Medien erwähnte Gastronom zugegen. Weder bei der Besichtigung, noch bei der Versteigerung des Gebäudes.

    Zu diesem Zeitpunkt war unsere größte Sorge, unsere langen Bemühungen könnten nun an der Versteigerung scheitern. Aber diese Hürde haben wir genommen. Wir bekamen den Zuschlag der Bahn im März 2009. Jetzt musste das Ganze nur noch durch den Gemeinderat, was in unseren Augen, da die Stadt auf Ihr Vorkaufsrecht verzichtet hatte, eine reine Formsache war. Sonst hätte die Bahn ja das Gebäude nicht versteigern können.

    Mittlerweile ist die Bahn mit uns, zwecks Vertragsverhandlungen wegen den Grundstücksgrenzen, in Kontakt getreten. Es sollte der komplette Bereich um das Gebäude an uns übergehen. Darüber waren sich die damaligen Betreiber (DB, DB Service, DB Netze usw.) und wir als Käufer einig. Die Stadt war anfänglich dafür und dann plötzlich dagegen. Somit ist hinter dem Gebäude nun ein Durchgang und wir können das Areal, nicht wie geplant, absperren.

    Das Resultat ist nun leider für alle täglich sichtbar. Weder die Betreibergesellschaften noch wir waren und sind mit dieser Situation zufrieden. Was die Positionsänderung der Stadt ausgelöst hat ist uns nicht bekannt. Es hätten viele Kosten (z.B. Reinigungskosten des Areals und Wegesicherung, welche noch bei der DB liegen) vermieden werden können. Zumal der Weg vor dem Gebäude zur Bushaltestelle unwesentlich weiter ist als hinter dem Gebäude entlang der Bahngleise. Wir hätten da sicher einen Brennpunkt weniger. In unserem Interesse ist diese Situation natürlich nicht.

    Als dann nach Abschluss des Bietverfahrens der Deutschen Bahn und dem Zuschlag an uns der Anruf kam, wir müssten vor der Verwaltung und dem Gemeinderat unser Projekt, verglichen mit der Vorstellungen zweier weiterer Interessenten darbieten, haben wir uns schon gewundert. Waren wir nur Wegbereiter? Die ganze Sache bekam, milde ausgedrückt, einen faden Beigeschmack.

    Nun gut, machen wir eben diese Präsentation.

    Eigentlich dachten wir:
    -Objekt ersteigert und Zuschlag bekommen!
    -ein sehr gutes und zukunftsorientiertes Konzept
    -seit 17 Jahren selbstständig, davon jetzt schon 12 Jahre in Weinsberg.
    -die 2. Generation in den Startlöchern, somit Langfristigkeit garantiert.
    -eine Bank die hinter uns und unserem Konzept steht.
    -wir sind Weinsberger

    Es dürfte eigentlich keine Frage sein, wer den Zuspruch, der ja schon ersteigert war, bekommen wird.

    Falsch gedacht: 1 Tag nach der Präsentation bekamen wir wieder einen Anruf der Stadtverwaltung mit folgender Aussage: Es wurde im Gemeinderat keine Einigung erzielt. Wir sollten der Stadtverwaltung, um die finanzielle Absicherung für das geplante Projekt nachzuweisen, eine Finanzierungsbestätigung zukommen lassen.
    Mir ist nicht bekannt, dass noch jemand anderes eine Finanzierungsbestätigung vorlegen musste.

    Zudem sollte noch ein Gesprächstermin mit dem Bürgermeister stattfinden.Na prima wieder Rennerei, wir haben ja nichts Besseres zu tun. Und warum eigentlich. Wird hier gerade die Marktwirtschaft neu erfunden?

    Die Finanzierungszusage wurde wie gewünscht von uns abgegeben und wie gewünscht ein Gesprächstermin mit dem Bürgermeister ausgemacht. Gesprächstermin fand statt, jedoch nur mit dem Stadtbauamt nicht mit dem Bürgermeister (dieser ließ sich Kurzfristig entschuldigen). Thema waren Parkplätze, was zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht verhandelbar war, da weder der Platz noch der Preis feststand.

    Wie mittlerweile die meisten wissen, hat der Gemeinderat seine Zustimmung zum Verkauf des Bahnhofes gegeben, bzw. auf das Vorkaufsrecht verzichtet und sich aus demokratischer Überzeugung aus dem Bietverfahren der Deutschen Bahn herausgehalten. Oder auf Deutsch: Es wurde dem freien Markt sein Lauf gelassen. Beim Verkauf des Bahnhofes handelt es sich um einen Privatverkauf und hier wäre die Rechtslage zu diesem Zeitpunkt eh eindeutig gewesen.

    Was nun folgte war für uns als Investoren unverständlich. Es wurde über die Zeitung eine Berichtflut gestartet, welche wir als sehr merkwürdig empfanden. War dies vielleicht beeinflusst oder gesteuert?

    Wir haben ein Gebäude ohne „Mauschelei“ rechtskräftig und absolut fair erworben. Aber es wurde in der Presse ständig so dargestellt, dass ein Gastronom hier reges Interesse hatte, und alle hätten sich gegen ihn gestellt. Dazu können wir nur sagen: Er hätte ja nur mitbieten müssen und das beste Gebot abgeben. Ohne Gebot auch kein Gebäude, aber vielleicht habe ich in Sachen Versteigerung da etwas nicht richtig verstanden.

    Die Berichte und Leserbriefe wurden leider immer nur in eine Richtung geschrieben, Gastronomie. Unsere Antworten auf die redaktionellen Fragen der HST wurden völlig aus dem Zusammenhang gerissen oder falsch wiedergegeben. Um keinen Leserbriefkrieg zu entfachen war unsere Devise ganz klar: In Ruhe unser Projekt, trotz aller Widrigkeiten, zu planen und mit Niveau zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

    Uns wurde vorgeworfen, wir würden uns nicht darum kümmern, dass es am Bahnhof weiter geht. Wir mussten alleine 6 Vertragsentwürfe mit verschiedenen öffentlichen Stellen verhandeln. Insgesamt benötigten wir 2 Jahre bis zur Erteilung der Baugenehmigung. Im letzten Artikel der HST, kurz vor Weihnachten 2011, wurde geschrieben, die Baugenehmigung wäre schon im August ausgestellt worden. Tatsache ist, dass wir diese erst im November 2011 bekommen haben. Die Parkplatzfrage musste noch notariell geregelt werden. Wo wären, auf wessen Kosten, die Parkplätze für den von BM Thoma favorisierten Gastronom entstanden?

    Im Anschluss folgte die Vereinbarung mit der STEG. Angeblich hat unser Architekt die Unterlagen spät eingereicht. Man reicht verbindliche Unterlagen erst ein wenn ein Bau genehmigt ist um die Kosten ermitteln zu können. Dazu brauchten wir nur 1-2 Wochen. Das ist bei einem Bau dieser Größenordnung doch recht schnell, wir waren also bereit den Antrag schnellstens zu bearbeiten. Seit dem 20.12.2011 sind nun sämtliche Formalitäten fürs erste endlich erledigt. Wir werden nun im Januar 2012 mit den Umbauarbeiten am Bahnhof beginnen können.

    Liebe Leser und Leserinnen, bitte bedenken Sie: Kein normaler Mensch kauft ein Objekt in dieser Größenordnung um es dann unverrichteter Dinge stehen zu lassen. Es handelt sich hierbei um unsere Existenz!

    Uns ist nicht klar, warum jede oder jeder, nachdem wir das Gebäude erworben haben, meint hier mitsprechen zu können. Der Bahnhof war zur Versteigerung ausgeschrieben, jede und jeder hätte mitbieten können und das Eingangstor zur Stadt Weinsberg, im Falle des Erwerbes, nach ihrer oder seiner Vorstellung gestalten können.

    Das Gebäude hat noch nie der Stadt gehört und ist privat verkauft worden. Stellen Sie sich vor Sie haben ein normal erworbenes Haus oder eine Wohnung und alle versuchen bei allem mitzureden. Es wird über Sie berichtet obwohl es eigentlich nichts zu berichten gibt. Auch dass man versucht eine Verfügung der Nutzung zu erwirken ist doch recht kurios.

    Danke fürs lesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Familie Obrez“

  2. Pingback: Weinsberger Bahnhof: Praxis statt Gastro « NEWS zur Stadtbahn Heilbronn

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