VCD: Stadtbahn fährt am Geschehen vorbei

14 03 2009

Die entsprechende VCD-Pressemitteilung findet sich hier zum Download als pdf.

In der Heilbronner Stimme berichtet Joachim Friedl: „Über die Paulinenstraße wird die Stadtbahn künftig regelrecht am Geschehen vorbei fahren.“ Nach der Kritik von FDP, FWV und der Stadtinitiative Heilbronn an der Trassenführung der S-Bahn Richtung Norden meldet jetzt auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Baden-Württemberg, Bedenken an: „Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum die Variante Paulinenstraße eine bessere Bewertung und Förderfähigkeit erhalten soll als die Streckenführung über den Europaplatz“, heißt es in einer Mitteilung.

Entlang der Strecke zum Europaplatz und weiter durch die Weipertstraße gebe es ein großes Verkehrsaufkommen sowohl für Kunden als auch für Pendler. Man müsse sich nur einmal vergegenwärtigen, welche fahrgastrelevanten Punkte an der Strecke zum Europaplatz-Etzelstraße liegen: Bildungscampus, Hotel am Bollwerksturm, Stadtbad, Neckarpark, Lavatec-Arena, Experimenta, Bundesgartenschau, Neckarvorstadt und Innovationsfabrik, listet der VCD auf. Ein zusätzlicher Aspekt, der für einen Trassenverlauf durch die Weipertstraße spreche, sei die Millioneninvestition zur Unterquerung des Sülmertors.

Nicht außer Acht lässt der VCD, dass „die Berufsschulen an der Paulinenstraße Fahrgastfrequenz bringen“. Nach Ansicht der Verkehrsexperten könnten die Schulen aber wie bisher zu den Schulzeiten per Stadtbahn direkt auf der bestehenden Strecke mit Halt am Sülmertor angefahren werden. Außerdem könne an der nach Öhringen abzweigenden Bahnstrecke ein weiterer Halt gebaut werden, an dem zu den Schulzeiten die S-Bahn halten könne. Gerade angesichts der Entwicklungen im Bereich Europaplatz müsse man ernsthaft fragen, ob diese Punkte bei der standardisierten Bewertung berücksichtigt wurden.


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19 03 2009
scritti

Auch die stellvertretende Chefredakteurin der Heilbronner Stimme Iris Baars-Werner fordert nun ein Umdenken in ihrer wöchentlichen Kolumne:

Die Stadtbahn muss noch einmal auf den Prüfstand. Auf welchen Trassen sie in Richtung Norden geführt wird, das muss Heilbronn sich erst noch ein weiteres Mal durch den Kopf gehen lassen. Zwar bedeutet dies eine Verzögerung der Planung und damit einen späteren Beginn der Bauarbeiten. Doch ein solches Jahrhundertprojekt ist es allemal wert, dass alle Probleme diskutiert, alle Zweifel ausgesprochen werden. Wenn die Schienen erst in der Straße liegen, wenn die Millionen-Investitionen in Haltestellen-Infrastruktur und Bahnhöfe erst einmal verbaut sind, dann sind die Trassen auf Jahrzehnte und Jahrhundert(e) zementiert. Es ist kein Versagen von Stadtplanung und Politik, wenn frühere Entscheidungen überdacht und womöglich geändert werden. Ganz im Gegenteil: Es wäre vielmehr ein Armutszeugnis, wenn dies nicht geschehen würde.

Neue Argumente

Es könnte beispielsweise einer Überlegung wert sein, ob die neuen Pläne für einen Bildungscampus mit Dualer Hochschule (der ehemaligen Berufsakademie), Heilbronn Business School (HBS) und Akademie für Information und Management (AIM) nicht etwa die Trassenführung über die Mannheimer Straße und die Weipertstraße nahelegen. Erst recht, wenn man bedenkt, was sich im Bereich des Europaplatzes inzwischen verändert hat, erst recht, wenn man an die Bundesgartenschau 2019 glaubt und an das, was sich nach dieser Initialzündung dort entwickeln soll: ein neuer innenstadtnaher Stadtteil. Und selbstverständlich haben die Unternehmen entlang der Austraße das Recht, dass über ihre womöglich gravierenden Beeinträchtigungen durch die Behinderung des Lkw-Verkehrs noch einmal ausführlich gesprochen wird. So viel Zeit muss sein.

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