Teurere Stationsgebühren: Was Heilbronn blühen wird

7 02 2011

So begrüßenswert die Modernisierung des Heilbronner Hauptbahnhofes ist, man sollte auch nicht vergessen, dass der Bahnhof hinterher barrierefrei sein wird und und somit bei den Stationspreisen, die jeder haltende Zug an DB Station&Service zahlen muss, sicherlich höher eingestuft und teurer wird. Im Rahmen des bislang geltenden Verkehrvertrages zwischen Deutscher Bahn (DB) und dem Land Baden-Württemberg bestreitet das Land diese Kosten aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes. Konkret: Der Nahverkehr wird noch teurer, aber nicht besser. Im Gegenteil, es stehen also noch weniger Regionalisierungsmittel für Zugbestellungen etwa bei der Frankenbahn oder der Stadtbahn Nord zur Verfügung. Ein unrühmliches Beispiel im Lande ist hier der Bahnhof Tübingen: Da hier seit Ende 2009 morgens und abends ein Intercity hält, hat die DB die Stationsgebühren um 400 Prozent erhöht. Folge: Das Land Baden-Württemberg muss jetzt für ALLE in Tübingen haltenden REGIONAL-Züge höhere Gebühren bezahlen, was im Jahr insgesamt über 400.000 Euro ausmacht. Hier ein Bericht der Stuttgarter Zeitung und eine Pressemitteilung des VCD vom Sommer 2010. Ein ähnlicher Fall solcher Abzocke aus Stadtallendorf, wo Land und Verkehrsverbund den Bahnhof saniert haben und die DB nun abkassiert.





VCD fordert fairen Wettbewerb und Ende der Direktvergaben

26 07 2010

Gerichtsurteil: Land muss Bahnaufträge ausschreiben

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) betrachtet den aktuellen Fahrplan der Landesregierung für die Vergabe von Aufträgen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) als hinfällig. Dies ist die Konsequenz eines Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Demnach dürfen keine SPNV-Leistungen mehr ohne öffentliche Ausschreibung an Verkehrsunternehmen vergeben werden. „Die Bundesländer werden damit gezwungen, SPNV-Aufträge grundsätzlich europaweit auszuschreiben“, erläutert der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. Das Instrument der Direktvergabe habe damit endgültig ausgedient. Dies betrifft auch den Stadtbahn- und Regionalverkehr rund um Heilbronn, der bislang ausschließlich von der Deutschen Bahn (DB) sowie der Albtalverkehrsgesellschaft auf Grundlage undurchsichtiger Verträge betrieben wird.
Die Landesregierung plane derzeit, besonders ertragreiche Regionalverkehrsstrecken wie die Frankenbahn unter Umgehung fairer Wettbewerbsverfahren auch nach 2016 direkt an die DB zu vergeben. „Solche Verfahren sind nicht transparent und haben immer ein Gschmäckle“, sagt Matthias Lieb. Nach dem jüngsten Gerichtsurteil könnten DB-Konkurrenten mit großer Aussicht auf Erfolg gegen solche Direktvergaben und die Verschwendung von Steuergeldern klagen.
Nach Ansicht des VCD muss die Landesregierung ihren Wettbewerbsfahrplan für die Zukunft des SPNV in Baden-Württemberg umgehend überarbeiten. „Der Regionalverkehr muss – wie vorgesehen – in sinnvolle Netze und Strecken aufgeteilt werden und dann ohne Ausnahme in Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben werden“, erklärt Matthias Lieb. Nur so hätten alle interessierten Bahnunternehmen gleiche Chancen, nur so würde sich das beste Konzept durchsetzen, und nur so könnten die Fahrgäste auf der Frankenbahn und anderen Strecken dauerhaft mit einem attraktiven und bezahlbaren Schienennahverkehr bedient werden.
Nach einer solchen Ausschreibung wird sich nach VCD-Meinung zeigen, dass auch ein S-Bahnverkehr zwischen Heilbronn und Osterburken mit Stadtbahnen wirtschaftlich zu betreiben ist.
Matthias Lieb: „Wettbewerb im Schienenverkehr führt wie überall in der Wirtschaft zu besseren Angeboten bei geringeren Kosten. Die Strecke Passau – München zeigt, welches Sparpotenzial die Landesregierung ungenutzt lässt. Während die DB dort in der Vergangenheit 8,50 Euro pro Schienenkilometer kassiert hat, fährt sie nach gewonnener Ausschreibung für 75 Cent pro Kilometer.“ In Baden-Württemberg koste der durchschnittliche Schienenkilometer aber immer noch mehr als 8,- Euro.

Hier gibt es Infos zum Beschluss des Vergabesenats am Oberlandesgericht Düsseldorf vom 21.7.2010, Aktenzeichen VII-Verg 19/10





Land BaWü hat’s geschafft: Krebsbachtalbahn am Ende

21 04 2009

SWEG-Twg Krebsbachtalbahn

SWEG-Twg Krebsbachtalbahn

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet: “Am 31. Juli ist definitiv Schluss”. Norbert Kuhnle von der baden-württembergischen Nahverkehrsgesellschaft lässt keinen Zweifel daran, dass in 100 Tagen letztmals ein SWEG-Triebwagen auf der Krebsbachtalstrecke unterwegs sein wird – zumindest im Linienverkehr. Abgesehen vom Testbetrieb des Mosbacher Lokomotivenbauers Gmeinder, werden nur noch zum 650. Dorfjubiläum von Untergimpern, außerdem bei der einen oder anderen “Abschiedsfahrt” von organisierten Eisenbahnfreunden Züge auf der Nebenstrecke unterwegs sein. Damit ist auch die Idee, eine abgespeckte Version von Wochendverkehr zu installieren, vom Tisch. Bis zuletzt habe es immer wieder Gespräche über eine Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs gegeben, schildert Norbert Kuhnle. Aber es sei dabei “nichts Konkretes” herausgekommen. Das Land jedenfalls wird keinen Auftrag zur weiteren Bedienung der Strecke erteilen.

Und ein weiterer Artikel vom Juli 2009.
Zur Erinnerung: Die für die Bahnstrecke verantwortliche SWEG gehört mehrheitlich dem Land Baden-Württemberg!








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