Kundenmeinung

Hier können Sie uns Ihre Alltags-Erfahrungen mit der Stadtbahn Heilbronn mitteilen. Der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe wird sich bemühen, Kritik und Anregungen an die verantwortlichen Stellen zu übermitteln.

………………………………………………………………………………………………………….
Tobias Chriske (24) pendelt täglich von Löwenstein nach Öhringen und kritisiert die mangelhaften Busanschlüsse im Weinsberger Tal und Lücken im Fahrplan:

1. Die Koordination mit den Anschlussbussen funktioniert nur einseitig, d.h. dass Busfahrpläne nur auf die S-Bahnen aus der Heilbronner Richtung angepasst sind. Bedeutet konkret, dass Busse am Willsbacher Bahnhof leer abfahren, die S-Bahn aus Öhringen aber in einer Minute den Bahnhof erreicht.

2. Das Kosten-Nutzen Prinzip herrscht vor. Der gesamte Bus und Bahnverkehr in der Region ist auf die reguläre Arbeitszeit ausgerichtet. Danach reißen die Verbindungen ab. Wenn man zum Beispiel abends von Heilbronn nach Löwenstein fahren will: Um 20.50 Uhr fährt eine S-Bahn von Heilbronn-Harmonie nach Willsbach und von dort der Bus nach Löwenstein mit einer Übergangszzeit am Bahnhof von 2 Minuten. In Löwenstein ist man 21.21 Uhr. Klingt super!
Die nächste durchgehende Verbindung von Heilbronn-Harmonie ist erst wieder um 23.20 Uhr mit Ankunft in Löwenstein um 23.51 Uhr… Dazwischen eine Riesenlücke!!
Die Kritik betrifft nicht die Zugverbindungen an sich, sondern den schlechten Fahrplan der Anschlussbusse.

3. Wenn ein Schüler seine Monatskarte vergisst, muss er diese nachreichen und eine Summe von 5 Euro für Bürokratie bezahlen. Diese können aber nicht in Öhringen bezahlt werden, sodern nur am Schalter der DB im Heilbronner Bahnhof! Die Kontrolleure rühmen sich dann nach einer Verwarnung damit, dass sie ja sooo freundlich sind und nur 5 Euro kassieren…

4. Teils sind die Zugführer sehr dreist. Ältere Menschen hetzen zum Bahnsteig, um noch die Bahn zu bekommen. Diese würde sich aber um eine halbe Minute verspäten, wenn sie warten würde. Tut sie daher nicht, obwohl andere Fahrgäste noch den Türöffner betätigen, damit die Oma noch mit kommt. Die Tür ist aber schon verriegelt und die Bahn fährt ab.

    Ein Abgleich mit dem Fahrplan 2009 ergibt:

Ankunft Zug S 4 von Öhringen: 13:29, 16:09, 16:49, 17:29, 17:51, 18:29, 19:53
Abfahrt Bus 635 Willsbach Bhf: 13:23, 16:06, 16:46, 17:28, 17:46, 18:27, 19:48

………………………………………………………………………………………………………….

Das gleiche Problem nicht funktionierender Anschlüsse findet sich bei den Buslinien 631/633 in Weinsberg:

    Ein Abgleich mit dem Fahrplan 2009 ergibt:

Ankunft Zug S 4 von Öhringen: 13:38, 13:59, 16:38, 17:38, 18:00, 18:38, 19:03, 19:42 (RE)
Abfahrt Bus 631 Weinsberg Bhf: 13:36, 13:57, 16:37, 17:37, 17:57, 18:37, 18:59, 19:39

Samstags fahren die stündlichen Busse der Linien 631 und 633 grundsätzlich ca. 2 Minuten früher ab, bevor die S 4 aus Öhringen ankommt, obwohl gerade am Wochenende sowieso keine Fahrplan-Zwänge (anderweitige Busanschlüsse, Schulzeiten) bestehen.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurden die bisherigen Spätfahrten von Weinsberg in Richtung Erlenbach allesamt nach Heilbronn verlegt, samstags gibt es sogar eine zusätzliche Fahrt ab Heilbronn um 22:20 Uhr.

Der VCD begrüßt es ausdrücklich, dass sich langsam die Einsicht durchsetzt, dass für die Heilbronner Nachbargemeinde Erlenbach im ÖPNV nur Direktfahrten von/nach Heilbronn attraktiv sein können und nicht langwierige Umwegefahrten mit Umstieg in Weinsberg oder Neckarsulm.

Doch anstatt hier tatsächlich ein attraktives Abendangebot zu schaffen, bleibt man mal wieder auf halbem Wege stehen. Die Fahrten erfolgen mit einem “Kleinbus” (was wohl ein Taxi bedeutet) und NUR ab Wollhausplatz! Für Zug-Reisende aus Stuttgart ist ein solches Angebot damit sinnlos. Es wird von vorne herein zu einem Nischenprodukt degradiert, das wie schon zuvor in Weinsberg ganz sicher keine Kunden finden wird. Auch die Fahrt um 22:20 Uhr am Samstag ist fragwürdig, wer sollte diese nutzen? Für Kinogänger oder Kneipenbesucher ist dies eher zu früh, eine Fahrt um 0:20 Uhr würde dagegen mehr Fahrgäste locken.

Auch die Früherlegung der letzten Anschlussfahrten von Weinsberg mit Bus 631 schaffen eher neue Probleme, statt bessere Verbindungen zu bringen:
– Fahrten außerhalb des üblichen Taktes
– Wartezeiten in Weinsberg auf Busanschluss von 10 Minuten (!!), Fahrzeit Heilbronn–Erlenbach von nahezu 40 Minuten (abends!)
– jetzt keine Anschlüsse mehr an Stadtbahn aus Erlenbach
– bisher betrieblich sinnvoller Bus-Umlauf zerstört

………………………………………………………………………………………………………….

Auch Susanne Lederer kritisiert, dass in Leingarten der Bus der Linie 677 genau dann los fährt, wenn die Stadtbahn im Bahnhof ankommt:

Ich habe mich immer schon gewundert, warum die Busse in Leingarten Bahnhof Linie 677 nur Anschluss an die S4 von Heilbronn kommend haben. Am Bahnhof treffen sich die Stadtbahnen aus beiden Richtungen fast zur gleichen Zeit. Bei der Stadtbahn von Heilbronn hat man Anschluss nach Massenbachhausen, aber die Stadtbahn von Karlsruhe kommt 2 Minuten später an, und da fährt der Bus gerade weg, bevor ihn Fahrgäste aus der anderen Richtung erreichen können. Besteht da wirklich kein Bedarf? Kann der Bus keine zwei Minuten warten?
Laut offiziellem Fahrplan ist es wirklich so, dass der Bus zur gleichen Zeit abfährt, wenn die Stadtbahn ankommt.

    Ein Abgleich mit dem Fahrplan 2009 ergibt:

Ankunft S 4 Schwaigern/Eppingen: 13.28, 15,48, 16:28, 17:08, 17:48, 18:28
Abfahrt Bus 677 in Leingarten Bhf: 13:28, 15:48, 16:28, 17:08, 17:48, 18:28

Ankunft Bus 677 in Leingarten Bhf: 12:44, 13:24, 15:44, 16:22, 17:02, 17:42, 18:22
Abfahrt S 4 Schwaigern/Eppingen: 12:45, 13.25, 15,45, 16:25, 17:05, 17:45, 18:25

4 Antworten

2 10 2009
Tobi

Mangelnde Infrastruktur in BaWü’s Bahnstrecken.

Die Krebsbachtal, eine Nebenstrecke, der Schwarztalbahn wurde zum 31.08.09 dicht gemacht. Ich wohne und Obergimpern und hoffe, dass die Bahn da noch etwas tut und die Bahn vielleicht bis Bad Rappenau, von Obergimpern weiterbaut, dass wäre eine Sinvolle planung und würde auch Fahrgastpotenzial mit sich bringen. Dabei gibt es hier nur einen Bus in Obergimpern, der ewig bis Heilbronn braucht. Ich finde, die DB könte wenigstens die Buse auf den S Bahn Betrieb, von Bad Rappenau anpassen, dass der Bus mal öfters von Obergimpern, nach Bad Rappenau fährt, dass würde eingie Leute glücklich machen…

Oder eben mal drüber nachdenken, eine 2 Strecke nach Heilbronn, via Meckesheim-Neckarbischofsheim-Bad Rappenau über die Krebbachtalbahn zu bauen…

9 01 2010
Rappenauer S-Bahn Rhein-Neckar-Fan

Im Wettbewerb zwischen den verhältnismäßig langsamen (Höchstgeschwindigkeit 100 km/h) und ruckeligen Zweisystem-Straßenbahnen der AVG und den schnellen und beschleunigungsstarken S-Bahnzügen vom Typ ET 425 der DB (Höchstgeschwindigkeit 160 km/h) hat für mich die DB eindeutig die Nase vorn. Die S-Bahn Rhein-Neckar hat gezeigt, dass man auch ohne Zweisystemlösung kundenorientiert und effizient kleine Haltestellen bedienen kann, ohne Komfort auf längeren Strecken einzubüßen. Ich finde es schade, dass im Landkreis Heilbronn so einseitig die Zweisystem-Lösung vertreten wird, ohne Kosten und Nutzen fallgerecht abzuwägen. Ich hätte mir gewünscht, dass die verlängerte Elzenztalbahn Sinsheim-Bad Friedrichshall, die historisch genauso stark nach HD/MA (ICE-Knoten!) wie nach Heilbronn orientiert ist, an die erfolgreiche und gut organisierte S-Bahn Rhein-Neckar angeschlossen wird, statt überflüssigerweise im Nirvana der Heilbronn-Karlsruher Stadtbahnutopien herumzudümpeln. Seit der Elektrifizierung und dem Fahrplanwechsel im Dez. 2009 machen die nördlichen Bewohner des Landkreises gute Erfahrungen mit den schnellen und komfortablen DB Zügen auf dem Standard der S-Bahn-Rhein-Neckar, die derzeit noch als RB74 die künftige nördliche Stadtbahnverlängerung vertreten. Wahrscheinlich wird die Umstellung auf den Heilbronner Stadtbahnverkehr eine deutliche Verschlechterung in Komfort und Reisegeschwindigkeit mit sich bringen. Ich weiß nicht, ob die Fahrt über die nördlichen Vorortbereiche der Heilbronner Innenstadt künftig die Nachteile der Straßebahnen tatsächlich wieder wettmachen kann oder ob man das nicht eher als nervende Bummelverbindung empfinden wird.

12 01 2010
Tobi

Ja, da muss ich dir allerding recht geben. Ich denke zu 100% wird sich die Reisegeschwindigkeit um einiges Verlängern mit der Stadtbahn. Das einzigst wirklich (was gut wäre), wäre wenn es dann mindestens mal einen halben STunden Takt oder gar 20 Minuten Takt gibt, der vielleicht mal auf Busverbindungen der angrenzenden Dörfer abgestimmt ist?. Ich finde die Züge an sich auch gut, man ist sehr schnell von Bad Rappenau in Heilbronn, ich fahre die Strecke auch min 3 mal die Woche, aber ich muss imer ewig auf den Zug warten, da die Buse einfach nicht auf den Zgu getimed sind, dass ist wirklich MIST! Also von daher würde mir 10 Minuten Fahrzeit nichts ausmachen, wenn man Abends dafür auch mal nen bisschen später erst los kann oder nicht ewig am Bahnhof waren muss Sonntags, bis der Zug kommt (50 min).

Also von mir aus: Rhein Neckar: Ja, wenn halben Stunden Takt, gerne. Aber der Stunden Takt ist ziemlich dumm… Und es ist ja nur ein stunden Takt mit dem Regionalexpress aus Mannheim, der nicht überall hällt…

PS: Komme aus Obergimpern, hier fährt der Letze Bus um 19:14 Uhr los, dass ist zum Kotzen!!!

26 10 2010
regiotramuli

Regionalstadtbahn bitte auch bei uns

Na Ihr habt’s gut,
Regionalstadtbahn bis zum geht nicht mehr und wird immer mehr.
Es wird Zeit, dass die zuständigen Aufgabenträger und Betreiber – welche für das Karlsruher-Heilbronner Regionalstadtbahnprojet zuständig und dgl. sind, auch mal zu uns ins NRW einmarschieren und den VRR sowie den Bezirk Sauerland und Bergisches Land in Beschlag nehmen und den kompletten SPNV ummodeln nach Euren Konzept.

Bei uns bleibt der ganze Nahverkehr zu wünschen übrig. Es werden besonders im Bergischen Land und Raum Iserlohn die Nebenstrecken stillgelegt, abgebaut und Trassengrundstücke verkauft und teilweise missbraucht für den Straßen- und Häuserbau.
Auch die Bahnlinie zwischen Hemer und Menden steht auf der Wackel; auch diese ist bedroht.

Es wäre schön, wenn dagegen was gemacht wird. Wenn Dr.Ludwig und deren Anhänger bloß den VRR und weiteres vorhinerwähntes in Beschlag nehmen würden, dann geht es uns wenigstens besser, indem wir endlich mal auch das Ruhrgebiet, Raum Iserlohn usw. komplett mit dem Regionalstadtbahnnetz erschlossen wird/werden könnte.
Denn
DIE ZEIT IST REIF !!!
Denn

WIR wollen ebenso die Regionalstdtbahn wie Ihr sie habt.

Jedenfalls sollten unsere Aufgabenträger und Politiker im klaren sein, dass NUR mit der Regionalstadtbahn der Zuwachs in der Region ver10facht, anstatt mit ICE, Straßen und stillgelegten Bahnstrecken!
Unsere Aufgabenträger und Politiker sowie auch unser DB-Chef sollten alle nach Karlsruhe sich vorrübergehend eininisten und beim Dr.Dieter Ludwig hinter den Schulbänken Platz zu nehmen, für vernünftige SPNV-Ausbildung. Vieleicht klappt es dann auf einer vernünftigen Art im SPNV.

Vielen Dank!

Regiotramuli Regionalstadtbahnuli

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.